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Frust-Erlebnis für Italien-Wanderer: Straße zu beliebtem Alpen-Gipfel wegen Überfüllung geschlossen

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Ein Wanderer in Italien warnt andere in einem Video vor Mega-Stau an einem beliebten Wanderziel. Das sorgt im Netz für Unmut unter Italienern.

Italien – Wandern ist ein beliebtes Hobby unter Deutschen. Innerhalb Deutschlands gibt es viele schöne Orte, an denen zahlreiche Wanderer die frische Luft und malerische Aussicht genießen können. Doch auch im Ausland, gerade wenn Urlaubssaison ist, lassen es sich viele nicht nehmen, neue Wanderrouten und Gebirge zu erkunden. Manche Orte, wie die Drei Zinnen in den Sextner Dolomiten in Italien, sind dafür beliebte Ziele – was aber auch einen unschönen Nebeneffekt mit sich bringt.

Dolomiten-Gipfel völlig überfüllt: Wandere dokumentiert Frust-Ausflug in den Alpen

Um die Drei Zinnen zu erklimmen, bietet es sich an, seine Route von der Auronzohütte aus zu beginnen. Um dorthin zu kommen, müssen Wanderer über die Mautstraße fahren. Genau dort kam es kürzlich zu einem Mega-Stau. In einem Video auf Facebook zeigt ein Mann eine lange Schlange auf der Mautstraße. „Das ist die Chronik einer schlechten Idee“, sagt er. „Innerhalb einer Stunde haben wir mit dem Auto einen Kilometer zurückgelegt“, berichtet er. Weiter im Video fragt er sich, ob er überhaupt durchkommt.

Mautstelle geschlossen: Touristen dürfen nicht mehr durch – „weil dort bereits 800 Autos waren“

Ab einem gewissen Zeitpunkt sei die Mautstelle geschlossen und keine weiteren Wanderer auf das Gebiet gelassen worden. „Weil dort bereits 800 Autos waren“, sagt er. Mehr Autos werden erst eingelassen, wenn andere wieder abfahren, was aber unwahrscheinlich sei.

Auf der Mautstraße kein Weiterkommen: Immerhin der Gipfel war dann „ein Geschenk“.
Auf der Mautstraße kein Weiterkommen: Immerhin der Gipfel war dann „ein Geschenk“. © Screenshot/Alessandro Barelli

Um 13 Uhr kehrt er in zurück – und hat Glück. Vor ihm steht eine Schlange von etwa 20 Autos, zeigt er in dem Video. In etwa 15 Minuten wird er einfahren können. Zum Schluss zeigt er das erklommene Gebirge: „Das ist das Geschenk.“ Anderen Wanderern und Touristen rät er: Wer zu den Drei Zinnen gelangen will, sollte es ruhig angehen lassen. „Schlafen, zu Mittag essen und um eins an der Mautstelle erscheinen: perfekt.“

Berichten der Online-Tageszeitung L‘AltraMontagna zufolge hat auch das Sportgeschäft Montura in Lavaredo Fotos eines Mega-Staus auf Facebook veröffentlicht. Sie zeigen die lange Autoschlange, die sich bereits um 7 Uhr morgens gebildet haben soll.

Stau-Warnung an Italien-Urlauber: Feiertag sorgt für weiteren stockenden Verkehr

Staus sind erfahrungsgemäß gerade zu Ferienzeiten, Wochenenden und Feiertagen zu erwarten. Vor allem am 15. August sind viele Staus in Italien nicht auszuschließen. Dann wird nämlich der Ferragosto gefeiert, ein nationaler Feiertag, der nicht nur den katholischen Feiertag Mariä Himmelfahrt, sondern auch den Wendepunkt des Sommers bezeichnet, schreibt Italien.de auf seiner Website. In Italien werde der Tag groß gefeiert.

Niemand arbeite und wer kann, der fahre ans Meer oder in die Berge. Anders formuliert, bedeutet das Stau. Touristen sollten also, um Stau zu vermeiden, auf Autofahren verzichten und sich stattdessen als Hotelgast oder Restaurantbesucher auf Festessen und Feuerwerke zum Abend freuen.

„Schämen sich nicht“: Facebook-Nutzer kritisieren Wanderer für Ausflug mit dem Auto

Dazu raten auch die Kommentare unter dem Video des ursprünglichen Nutzers. Andere Facebook-Nutzer teilen dort ihren Ärger. Jedoch nicht über den Stau an der Mautstraße, sondern darüber, dass so viele Menschen mit dem Auto gekommen sind. Einer schreibt, dass Autofahrer ihr Auto lieber parken und den Weg zu Fuß zurücklegen sollten. Bis zur Hütte dauere es nur eine Stunde, von wo die dreistündige Wanderroute, die auch für Anfänger geeignet ist, beginnt. Aber „nein, natürlich muss man mit dem Auto bis unter die drei Gipfel kommen“, fährt er fort. Ein Urlauber, der auf sein Navi vertraut hat und über einen Holzwanderweg in Südtirol gefahren ist, hätte lieber auf diesen Nutzer gehört.

Urlauber vertraut auf Navi und rast über Holzwanderweg in Südtirol

Für „echte Trekking-Enthusiasten“ wünsche sich eine weitere Nutzerin, dass alles zur Normalität zurückkehre und Orte wie diese wieder unberührt von Menschen blieben, die „nicht einmal wissen, was die wahre Leidenschaft für die Berge ist“. Ein Nutzer bringt diese Aussagen mit seinem Kommentar auf den Punkt: „Sie fahren mit dem Auto zum Wandern und schämen sich nicht.“

Scham wird auch diese Wandergruppe nicht empfunden haben, als sie sich auf einer Hütte daneben benahm und einen Wirt in Italiener erzürnte. (gel)

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