Ein Verkehrsschild mit Tempo 30 steht in der Stadt. Auf der Straße sind Autos und Fahrräder unterwegs.
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Greenpeace fordert wegen des Kriegs in der Ukraine ein Tempolimit: In Städten soll Tempo 30 gelten (Symbolfoto).

Ölverbrauch senken

Ukraine-Krieg: „Jede Tankfüllung spült Geld in Putins Kriegskasse“ – Greenpeace fordert Tempo 30

Um den Ölverbrauch in Deutschland zu senken, fordert Greenpeace ein Tempolimit. Damit soll im Ukraine-Krieg der Abhängigkeit von Russland entgegenwirkt werden.

Kassel – Der russische Angriff auf die Ukraine hat große Auswirkungen auf die steigenden Spritpreise, da Deutschland abhängig von Öl, Kohle und Gas aus Russland ist. Um den deutschen Ölverbrauchen zu senken - und damit der Importabhängigkeit von russischem Öl entgegenzuwirken - schlägt die Umweltorganisation Greenpeace kurzfristig wirkende Maßnahmen vor.

Für die Dauer des Ukraine-Konflikts* fordert Greenpeace ein temporäres Tempolimit, wie dpa berichtet. Auf Autobahnen soll es ein Limit von 100 km/h geben, 80 km/h auf Landstraßen sowie Tempo 30 in Städten. Das könnte den Verkehrsfluss verbessern, verbrauchsintensive Geschwindigkeitswechsel reduzieren und die Effizienz von Verbrennungsmotoren erhöhen.

Ukraine-Krieg: Greenpeace fordert für den Frieden ein temporäres Tempolimit

In der aktuellen Lage sei ein Importstopp von russischem Öl dringend notwendig, um somit dem Krieg des russischen Präsidenten Wladimir Putin die finanzielle Basis zu entziehen. Aber es seien zusätzlich auch andere Maßnahmen notwendig, die den Verbrauch kurzfristig senken. Je nach Ausgestaltung der kurzfristig umsetzbaren Maßnahmen könnten sich zehn bis zwölf Prozent der Öl- und Netto-Ölproduktimporte ersetzen lassen. Die Einsparmaßnahmen im Ölverbrauch müssten laut Greenpeace aber nicht nur in Deutschland ergriffen werden, sondern in ganz Europa.

„Jede Tankfüllung, jede Heizöllieferung spült Geld in Putins Kriegskasse“, sagte Greenpeace-Verkehrsexperte Benjamin Stephan. „Diese unerträglichen Finanzhilfen für Putins Angriff auf die Ukraine ließen sich schon morgen deutlich reduzieren.“

Greenpeace
Gründung1971 in Vancouver, Kanada
SchwerpunktUmweltschutz
HauptsitzAmsterdam, Niederlande

Greenpeace will Tempolimit für den Frieden: Grund dafür ist der russische Krieg in der Ukraine

Eine weitere Möglichkeit sei weiterhin im Homeoffice zu bleiben. Da das Auto für den Weg zur Arbeit nicht gebraucht werde, könnte erheblich Kraftstoff gespart werden, wie dpa mitteilte. Eine Möglichkeit wäre es, die wegen Corona* eingeführte Homeoffice-Pflicht zu verlängern.

Außerdem schlägt Greenpeace vor, auf jede vierte Freizeit-Autofahrt über 20 Kilometer zu verzichten sowie zweimal im Monat autofreie Sonntage zu organisieren. Auch Inlandsflüge ließen sich leicht auf den Schienenverkehr verlagern.

Ukraine-Krieg: Greenpeace fordert Tempolimit, um Ölverbrauch zu senken

Als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine hatte die USA bereits ein Importverbot für Öl aus Russland verhängt, wie dpa berichtete. In Deutschland ist die Bundesregierung wegen der großen Abhängigkeit von russischen Lieferungen allerdings gegen ein Energieembargo. Wirtschaftsminister Robert Habeck warnte vor schweren Schäden für Deutschland. Der Anteil russischer Importe an den Rohöleinfuhren nach Deutschland liege bei etwa 35 Prozent. Auch Finanzminister Christian Lindner spricht sich gegen einen Lieferstopp von Öl aus Russland aus*.

Um den Gasverbrauch zu senken, könnten laut Denkfabrik Agora Energiewende auch Maßnahmen vonseiten der Verbraucher umgesetzt werden, wie dpa mitteilte. „Wir gehen davon aus, dass mit optimiertem Heizverhalten, das heißt einem Absenken der Raumtemperatur um 1-2 Grad und optimierten Heizungseinstellungen, der Energiebedarf von Haushalten um mindestens 10-15 Prozent reduziert werden kann“, sagte Simon Müller, Deutschland-Direktor der Organisation.

Tempo 30 in Städten: Greenpeace fordert wegen des Kriegs in der Ukraine ein Tempolimit (Symbolfoto).

Greenpeace fordert im Ukraine-Krieg Tempolimit für den Frieden: Öl-Abhängigkeit von Russland

Die Erdgasversorgung sei im Fall eines Embargos russischer Energielieferungen die größte Herausforderung. Russische Importe machten für Deutschland 55 Prozent und für Europa 40 Prozent aus. Sollten die russischen Erdgaslieferungen vollständig gestoppt werden, seien kurzfristig eine weitere Erhöhung der Flüssiggas-Importe und ein Auffüllen der Erdgasspeicher über den Sommer notwendig. (Samira Müller mit dpa) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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