Bei Knöllchen getrickst

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Der Automatenbetreiber Pavapark soll bei der Vergabe von Strafzetteln geschummelt haben. Foto: Ángel García

Calp – ms. Schon wieder gibt es Ärger mit Calps Parkautomaten – diesmal kommt es dicke: Die Guardia Civil wirft dem Konzessionär Pavapark Betrug vor und ermittelt gegen neun Angestellte. Sie sollen unter anderem die bei Strafzetteln erforderlichen Unterschriften gefälscht haben.
Den einschlägigen Hinweis darauf soll ein Mitarbeiter der Firma den Ermittlern gegeben haben, er hatte Beweise gesammelt und sie dem Amtsgericht in Dénia übergeben. Wie die Guardia Civil glaubt, könnten zahlreiche Autofahrer in Calp wegen der Schummelei zu viel bezahlt haben.
Die Tricks, die die Mitarbeiter angewendet haben sollen, sind verzwickt: Für die Vergabe von Strafzetteln – etwa wegen Überschreitens der Parkdauer – sind normalerweise Anwesenheit und Unterschrift zweier Pavapark-Angestellter nötig. Wie die ermittelnden Beamten feststellten, soll sich aber in vielen Fällen jeweils einer der Knöllchenschreiber den Weg zum falsch geparkten Fahrzeug gespart haben. Offenbar geschah das auf Anweisung von oben und unter Androhung der Entlassung.

Unterschriften gefälscht
Die Guardia Civil vermutet, dass damit Personal gespart und „effektiver“ gearbeitet werden sollte. Die erforderliche zweite Unterschrift auf der Anzeige wegen Falschparkens – der „Denuncia por infracción al Reglamento General de Circulación“ – soll der Mitarbeiter in diesen Fällen einfach gefaked haben. Ein klarer Fall von Dokumentenfälschung, wie die Guardia
Civil erklärt.
Außerdem sollen Pavapark-Mitarbeiter Strafzettel absichtlich nicht an die Windschutzscheibe von Falschparkern geklemmt haben. Autofahrer hätten so keine Möglichkeit gehabt, von der Annullierung der Multa Gebrauch zu machen. Gegen die Zahlung von 4,50 Euro am Ticketautomaten können in Calp Knöllchen, die sonst 25 Euro kosten, „rückgängig“ gemacht werden. Wer das nicht tut und den Strafzettel außerdem nicht innerhalb des darauf angegeben Zeitraums bezahlt, muss statt 25 Euro das Doppelte – 50 Euro – blechen. Da viele Autofahrer gar nichts von ihrem Peck wussten, sei infolgedessen direkt die höhere, unwiderrufbare Multa der Steuereinzugsbehörde Suma ins Haus geflattert, so die Guardia Civil. Die Firma habe damit bewusst die Erträge aus Falschparken in die Höhe getrieben und sich Personalkosten gespart. Mindestens ein Jahr lang sollen diese Tricks angewendet worden sein.

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