Der stete Tropfen…

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Wasser Marsch? Mit einfachen Tricks und kleinen Investitionen lässt sich große Wirkung erzielen. Für die Umwelt und für die eigene Geldbörse. Fotos: Ángel García/dpa

Alicante – mar. Nicht nur für Statussymbole wie dauergrünen Rasen und die Pools in Villen und Urbanisationen, auch im normalen Alltag vergeuden wir in Haushalten Unmengen Wasser. Angesichts der eskalierenden Dürre in Spanien (CBN-Ausgabe 1.774) ist es höchste Zeit zum Umdenken. Zwar verbraucht die Landwirtschaft mit 84 Prozent mit Abstand das meiste Wasser und sind es Politik und Markt, die in erster Linie innovativ und regulativ aktiv werden müssen, doch deren Trägheit bezahlen wir.
Während Landwirte für höhere Wasserkosten kompensiert werden, wird der Privatverbraucher kaum geschont. Einige Gemeinden installieren zwar Sonderpreise für Geringverbraucher, aber die Masse der Bürger wird sich auf stetig steigende Kosten für Trinkwasser einstellen müssen. Sollten Argumente der Ökologie und Nachhaltigkeit nicht ziehen – der Effekt für die eigene Geldbörse sollte Motivation genug sein. Noch kostet Wasser in Spanien „nur“ die Hälfte vom durchschnittlichen Preis in Deutschland, doch das wird sich nicht nur, es muss sich ändern.
Kleinvieh macht auch Mist
Beim privaten Wassermanagement sind zwei Bereiche zu unterscheiden: Persönliche Gewohnheiten und technische sowie bauliche Lösungen. Außerdem gilt: Der stete Tropfen höhlt nicht nur den Stein, sondern auch das Portemonnaie.
Was kann man also selbst tun, was ist zweckmäßig? Zunächst sollte man seine Lebensgewohnheiten zumindest überprüfen und – ohne Wohnung und Leben auf den Kopf stellen zu müssen – ein paar kleine, vielleicht auch größere Änderungen überdenken. Wir spülen unsere täglichen biologischen Hinterlassenschaften immer noch mit feinstem Trinkwasser hinunter, lassen allein beim Erhitzen des Dusch- oder Tellerspülwassers, was oft noch mit Technologien vom Ende des 19. Jahrhunderts geschieht, im Schnitt acht bis zehn Liter Wasser im wahrsten Sinne den Bach hinunter fließen. Veraltete Rohrleitungen, tropfende Wasserhähne lassen Trinkwasser versickern und vom Regenwasser, das sich in Spanien meist sturzbachartig an wenigen Tagen ergießt, wird kaum etwas aufgefangen. Anreize zum Sparen gibt es kaum. Während private Immobilien beim Verkauf ein Energiezertifikat ausweisen müssen, das sich sowohl auf Steuern wie auf Verkaufswert auswirkt, gibt es solches für einen effizienten Wasserkreislauf nicht.

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