Ein Schlag und alles ist anders

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24.06.2019, Frankreich, Reims: Fußball, Frauen: WM, Spanien - USA, Finalrunde, Achtelfinale: Megan Rapinoe (M) aus den USA erzielt das Eröffnungstor nach einem Elfmeter gegen Spaniens Torhüterin Sandra Panos. Foto: Alessandra Tarantino/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Andrea Beckmann. Taubheitsgefühl, Lähmung, Kopfschmerzen und Sehstörungen. Die Anzeichen für einen Schlaganfall sind vielfältig. Treten solche Symptome zusammen auf, besteht der dringende Verdacht eines Hirninfarkts. Anders als beim Herzinfarkt verläuft dieser oft ohne spezifische Schmerzen, weshalb er vielfach weniger ernst genommen wird. Eine fatale Fehleinschätzung, denn es handelt sich um einen ernsten Notfall.
„Treten solche Symptome auf, sollte man so schnell wie möglich einen Notdienst aufsuchen“, rät Dr. Alexandre García-Escrivá, Neurologe am Kreiskrankenhaus Dénia. „Die ersten sechs Stunden nach Eintreten des Schlaganfalls sind entscheidend“, sagt der Mediziner. Um schwere Folgeschäden zu vermeiden, komme es auf jede Sekunde an. „80 Prozent der Schlaganfälle werden durch ein Blutgerinnsel, einen so genannten Thrombus, ausgelöst, der zur Verstopfung einer Hirnarterie führt, während in 20 Prozent der Fälle eine Herzerkrankung die Ursache ist“, erklärt der Neurologe. Durch das verstopfte oder verengte Gefäß kann die Region, die hinter der Engstelle liegt, nicht mehr ausreichend mit sauerstoffreichem Blut versorgt werden. Funktionen werden eingestellt, Lähmungen treten auf, die Region stirbt nach wenigen Minuten ab. „Je mehr Zeit verstreicht, desto geringer wird die Chance, den Thrombus aufzulösen.“ Irreparable Schäden seien die Folge. „Je schneller eine medizinische Behandlung erfolgt, umso mehr Gehirnzellen können vor dem Absterben gerettet und Folgekomplikationen gemindert werden“, weiß García-Escrivá. Mittels einer Ultraschall-Untersuchung könnten Ablagerungen an den Gefäßinnenwänden umgehend diagnostiziert werden. „Diese Untersuchung ähnelt der einer Ultraschall-Untersuchung beim Gynäkologen“, sagt der Mediziner. „Das Untersuchungsergebnis erhält man umgehend. Liegt eine Verengung von über 70 Prozent vor, empfiehlt sich ein operativer Eingriff. In den meisten Fällen wird ein Stent eingesetzt, mit dem das Gefäß dauerhaft offengehalten werden kann.“

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