Elektrisierte Grauzone

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Foto: dpa

Málaga – lk. Seit Jahren fahren E-Roller und E-Skateboards in Spanien durch eine gesetzliche Grauzone. Der Fall einer 92-Jährigen, die im August dieses Jahres in Esplugues de Llobregat (Barcelona) von zwei E-Rollerfahrern angefahren wurde und daraufhin starb, hat die Diskussion darüber entfacht, wo und mit welcher maximalen Geschwindigkeit diese Gefährte fahren dürfen.
Die beiden waren auf der Rambla del Carme, einer Fußgängerzone, mit einer Geschwindigkeit von etwa 30 Stundenkilometern unterwegs. Sie kollidierten mit der Frau, die auf einen Rollator gestützt spazieren ging. Schwer verletzt wurde sie ins Krankenhaus eingeliefert. Einige Tage später erlag sie ihren Verletzungen. In den spanischen Medien wurde erst vergangene Woche über diesen tragischen Unfall berichtet, da in der Fall unter richterlichem Verschluss gelegen hatte.
Einer der Rollerfahrer wird der fahrlässigen Tötung bezichtigt und muss mit einer Haftstrafe von bis zu vier Jahren rechnen. Ein Verkehrsdelikt kann ihm jedoch nicht angehängt werden, da Vergehen gegen die Verkehrssicherheit bis dato nur für motorisierte Vehikel gelten.
Spaniens Innenminister Fernando Grande-Marlaska hat im Oktober angekündigt, die entsprechenden Verordnungen novellieren zu wollen. Die E-Rollerfahrer seien gefährdet, so Grande-Marlaska, „doch wenn sie rasant fahren, können sie Dritten durchaus auch Schaden zufügen“.

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