Führerschein für den Hund

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In den Tierheimen – wie hier in Benidorm – warten potenziell gefährliche Hunde besonders lange auf Adoption. Fotos: Ángel García

ms. Der treue Hundeblick lässt es kaum vermuten und wenn Staffordshire, Dogge oder Rottweiler gut erzogen sind, besteht meist auch kein Grund zu Bedenken. Trotzdem sind sogenannte „potenziell gefährliche Hunde“ wie alle Tiere unberechenbar, das Risiko ist immer da. Vergangene Woche ist es wieder passiert: Ein Mensch wurde von einem Hund so schwer verletzt, dass er starb.
Warum die Kanarische Dogge in dem kleinen Örtchen El Molar in der Provinz Madrid über ihr 40-jähriges Frauchen herfiel, ist unklar. Fest steht, die in einigen spanischen Regionen als gefährlich eingestufte Hunderasse erfordert eine Halterlizenz. Viele Besitzer haben diese nicht.
So auch die Frau aus Madrid. Die Guardia Civil ist sich mittlerweile sogar sicher, dass die 40-Jährige eine illegale Zucht mit weiteren als gefährlich geltenden Hunderassen betrieb. Die Beamten hatten mehrere frei laufende Pitbulls auf dem Grundstück vorgefunden. Eine Tragödie wie in El Molar verhindern kann eine Lizenz zwar nicht, aber vielleicht wenigstens die Halter für das Risiko sensibilisieren.
Das ist das Ziel einer Kampagne, die die Calper Ortspolizei momentan durchführt. Dabei sollen Besitzer von als gefährlich eingestuften Hunden dazu ermuntert werden, den „Hundeführerschein“ nachträglich zu erwerben.
Die Beamten verzichten dabei bewusst darauf, die sonst üblichen hohen Bußgelder zu verhängen. Satte 2.400 Euro kostet es normalerweise, wenn sie einen Besitzer ohne entsprechende Erlaubnis erwischen. So dürfen in Calp alle, die noch keine solche Lizenz besitzen, sie innerhalb eines Zeitraums von mehreren Tagen nachreichen. „Wie lang die Kulanzzeit ist, hängt aber vom konkreten Fall ab“, erklärt Ortspolizist Juan Moreno.

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1 KOMMENTAR

  1. Seit vielen Jahren lese ich die CBN. Ich darf mir also einmal einen Hinweis an Ihre Redaktion erlauben:

    Wiederholt fehlt in Artikeln, die irgendwelche Probleme behandeln, der wichtige Absatz, was man in einem solchen Fall tun muß oder kann.

    Beispiele:

    Im ausführlichen Artikel über die Prozessionspinner ist wohl die Behandlung der Vierbeiner behandelt, aber nicht was man als erste Hilfe und weiterhin bei Menschen tun sollte und könnte.

    Im Aufsatz über gefährliche Hunde wiederum wurde nicht erwähnt, wie man sich bei der Konfrontation mit solchen verhalten soll, ob man sogleich die Polizei anrufen sollte oder was sonst zu tun wäre. Diese Hinweise sind im Ernstfall enorm wichtig.

    Es kommt nämlich z.B. am Strand von La Mata öfters vor, dass Hunde gefährlicher Rasse frei und außer jeder Kontrolle des Halter herumlaufen.

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