Urlaub im Corona-Sommer

Strand trotz Coronavirus: Spaniens Regeln in der neuen Normalität

  • vonStella Kirchner
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Nachdem Spaniens Strände wochenlang wegen Corona geschlossen waren, sind sie nun wieder zum Baden freigegeben. Die wichtigsten Regeln im Überblick. 

  • Coronavirus an Spaniens Stränden: Jede Region und Gemeinde hat unterschiedliche Regeln.
  • Andalusien lässt Urlauber täglich maximal vier Stunden an den Strand. 
  • Poolbereiche dürfen nur mit so vielen Menschen belegt sein, dass der Sicherheitsabstand eingehalten werden kann.

Valencia - Mit dem Handtuch die Liege am Pool oder das Stückchen Sand am Strand zu reservieren, ist ja durchaus deutsche Tradition im Urlaub, sagt man. Wird das demnächst womöglich einmal wirklich nötig werden? Urlaub in Spanien wird anders im Coronavirus-Jahr 2020, das ist ganz klar. Im ganzen Land werden momentan Möglichkeiten diskutiert, wie der Strandurlaub im Lieblingsland der Deutschen trotz Coronavirus noch möglich sein wird. 

Coronavirus: Strandurlaub in Spanien wieder möglich

Eine gute Nachricht gibt es aber vorweg: Strandurlaub ist in Spanien nach wochenlangen Coronavirus-Regeln wieder möglich. Allerdings immer unter der Prämisse, dass der Sicherheitsabstand gewahrt werden kann. Aus mehreren Haushalten dürfen an der frischen Luft maximal 15 Personen in einer Gruppe zusammenkommen. Die Kontrolle des Abstands und der Anzahl der Personen am Strand wird dabei in die Hände der Gemeinden gegeben. Doch wie setzen es Palma de Mallorca, Málaga, Dénia und Co. in der Praxis um? Und wie wird der Sommerurlaub in Spanien dann aussehen? 

Coronavirus Andalusien: Strand nur nach Dusche und ohne Luftmatratze

Andalusien möchte die Hygienevorschriften ausweiten. Nur Sonnenanbeter, die sich zu Hause gut geduscht haben, sollen die Strände der Costa del Sol betreten dürfen. Außerdem möchte die Region die Zeit auf vier Stunden pro Familie begrenzen, diese aber über den Tag verteilen. Aktuell machen allen größeren Städten wie Madrid, Barcelona, Málaga und Alicante große Menschenansammlungen zu schaffen, die alle gleichzeitig an denselben Promenaden und in den selben Parks Sport treiben. Es wird befürchtet, dass so die Infektionsraten mit dem Coronavirus bald schon wieder steigen könnten. Das soll beim Strandurlaub im Sommer in Spanien nicht passieren. 

Auch Luftmatratzen und Schwimmtiere will die Region Andalusien verbieten. Denn diese Gegenstände erschweren es den Badegästen, den Mindestabstand einzuhalten und sie könnten auch Bakterien und Viren an den Strand transportieren. Kommerzielle Verleiher von Strandliegen und Sonnenschirmen müssen einen strikten Terminplan einhalten und die Installationen nach jedem Sonnenanbeter desinfizieren, damit sich niemand mit Covid-19 ansteckt. 

Coronavirus-Regeln an den Stränden der Costa Blanca

Benidorm an der Costa Blanca geht mit seinen Strand-Regeln sogar noch etwas weiter als Andalusien: Einzelne Parzellen bieten Platz für Familien, Senioren oder Nutzer von kommerziellen Strandliegen, dabei erhält jeder einen genau ausgemessenen Platz, um den Sicherheitsabstand zu den anderen Gästen zu garantieren. Auch Torrevieja setzt an seinen Stränden auf Bewachung. Weniger strikt sieht es dagegen in Calpe aus: Die Gemeinde hat den Strand nicht unteteilen lassen, lässt aber Personal die Situation vor Ort kontrollieren.

Auch im Norden von Spanien, in Galizien, ist eine verpflichtende Terminvergabe für das Betreten der kompletten, wenn auch zugegebenermaßen etwas kalten, Atlantikstrände im Gespräch. Dadurch sollen zu große Menschenansammlungen am Eingang vermieden werden, die eine Ansteckung mit Covid-19 begünstigen können. Über eine Internetseite, die noch bekannt gegeben wird, sollen Ort und Uhrzeit für den Strandbesuch reserviert werden. 

Coronavirus im Sommerurlaub: Kann man Galiciens Felsküste demnächst nur mit Termin genießen?

Coronavirus an Spaniens Stränden: Keine Einigung zwischen Regionen und Gemeinden

Eine einheitliche Lösung für den Sommer am Strand trotz Coronavirus-Pandemie scheint für ganz Spanien aktuell aber nicht in Sicht zu sein. Nach Abschluss des Deeskalationsplans hat die spanische Regierung die Kontrolle des Coronavirus weitestgehend in die Hände der Regionen gelegt und diese lassen wiederum die Gemeinden die Strände kontrollieren. Deswegen hat jeder Ort sein eigenes Strand-System.

Covid-19-Schutz am Pool: Nicht zu viele Besucher

Wer bei so komplizierten Richtlinien für den Strand lieber an den Pool ausweichen möchte, wird es dort auch nicht viel leichter haben. Die Schwimmbäder sind unter strengen Hygienemaßnahmen gegen das Coronavirus geöffnet, sie müssen aber ebenfalls die Anzahl der Besucher reduzieren. Es dürfen lediglich so viele Menschen eingelassen werden, dass der Sicherheitsabstand ohne Einschränkungen einzuhalten ist. Verwalter von Urbanisationen und kleinen Hotels aus Alicante kritisierten die Vorgaben der spanischen Regierung öffentlich, weil die Kontrollen schwer bis unmöglich einzuhalten seien. Die Regierung empfiehlt auch fürs Schwimmen ein Terminsystem. Ein Handtuch wird also vermutlich im Spanienurlaub in diesem Jahr als Reservierung des Platzes nicht ausreichen. 

Rubriklistenbild: © Pixabay

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