Reisen trotz Corona?

Trotz Coronavirus: Sommerurlaub in Spanien? TUI will fliegen

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Das Coronavirus macht Urlaubern 2020 einen gehörigen Strich durch die Rechnung. TUI-Chef Friedrich Joussen hat einen Vorstoß in Richtung Mallorca und Balearen gemacht. Doch wie sieht es allgemein mit Reisen im Coronavirus-Sommer aus? Costanachrichten-Chefredakteur Stephan Kippes nimmt eine Einschätzung vor.

  • TUI-Chef über Reisen trotz Coronavirus: „Mallorca steht an allererster Stelle“ für den Sommerurlaub.
  • Coronavirus: Spanische Regierung will den Notstand um einen Monat verlängern.
  • Spanische Hotels öffnen bereits in Phase 1 des Coronavirus-Deeskalationsplans.
  • Coronavirus: Quarantäne für alle Einreisenden ab Freitag. Die Regelung wird mindestens bis zum Ende des Notstands gelten. 

Palma - Der Sommer steht vor der Tür und damit müsste eigentlich bald die Urlaubssaison anbrechen - wäre da nicht das Coronavirus. Doch die Deutschen, die auf das Jahr gerechnet mehr Tage außerhalb ihrer eigenen vier Wände verbringen als irgendein anderes Volk, stehen schon in den Startlöchern. Spanien und vor allem Mallorca stehen dabei hoch auf der Prioritätenliste. Nun äußerte sich TUI als erster Reiseveranstalter in Deutschland optimistisch bezüglich der Sommersaison: „Wir werden noch in diesem Sommer fliegen. Ich gehe nicht davon aus, dass der Mallorca-Urlaub abgehakt ist“, erklärte der Deutschlandchef Marek Andryszak gegenüber der RTL-Mediengruppe. Im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie habe Spanien „sehr große Fortschritte“ gemacht. Konzernchef Joussen sagte: „Mallorca steht an allererster Stelle“.

Coronavirus: TUI bietet Spanien im Sommer an

Die TUI vermutet auch, dass die Preise für Urlaub in Spanien im Sommer eher niedrig ausfallen werden. Wenig ausgelastete Hotels und Flüge lassen das Reisen „tendenziell günstiger" werden, so Marek Andryszak. Er glaubt nicht, dass vor Oktober, traditionell eher eine Zwischensaison, die Touristen wieder zahlreich nach Spanien kommen. Ein ruhiger Urlaub sei wahrscheinlich. Unter den Reisebeschränkungen wegen des Coronavirus leidet der Konzern schon jetzt heftig. Über 1,8 Milliarden Euro gewährt der Staat dem Reiseveranstalter als Kredit.

Coronavirus: Grenzen für Urlauber geschlossen

Doch neben Mallorca gibt es auch noch andere Ziele. Die Kanaren und Balearen hat die Covid-19-Pandemie vergleichsweise verschont. Auf dem Festland jedoch mussten gerade die Metropolen Madrid und Barcelona, aber auch Málaga, Alicante und Valencia hart gegen das Coronavirus kämpfen. Das hat die Zentralregierung in Madrid zu drastischen Maßnahmen veranlasst, die größtenteils noch immer gelten. Bevor nicht der Notstand wegen des Coronavirus und die damit verbundene Ausgangssperre komplett aufgehoben sind, wird es auch keine Aktivitäten in Spanien geben. Aktuell wird den Inseln in Aussicht gestellt, etwas früher als die Costa Blanca und Costa del Sol aus dem Vierstufen-Plan herauszukommen, der den Spaniern die Rückkehr in die Normalität erleichtern soll.

Auch eine offene Grenze ist die Grundvoraussetzung für eine Reise. Die deutsche Regierung in Berlin erwägt bereits, die eigene Grenze bald wieder zu öffnen. Aktuell dürfen lediglich deutsche Staatsbürger und Menschen, die ihren Wohnsitz in Deutschland haben das Land betreten. Spanien geht bislang einen langsameren Weg, da das Land auch wesentlich mehr Todesfälle an Covid-19 zu beklagen hatte als Deutschland. Ein Datum für die Öffnung von Spanien für ausländische Urlauber steht nicht fest und hängt stark von der weiteren Entwicklung der Infektionsrate ab. Erst heute (15. Mai) wurde die Grenzschließung bis zum 15. Juni verlängert, es gilt aber als gesichert, dass Spanien auf keinen Fall Änderungen an den Einreisebestimmungen vor Ende Juni vornehmen wird.

Bis dahin gelten die Deeskalationsphasen, die den Übergang von der Coronavirus-Quarantäne in die Normalität regeln sollen. Aktuell sieht es noch so aus, dass alle Autonomen Regionen Spaniens, also auch zum Beispiel Krisenherd und Urlaubsregion Katalonien mit der Hauptstadt Barcelona, das Ende der Phasen bis Ende Juni erreichen. Mallorca, Menorca, Ibíza, Teneriffa, Gran Canaria, Lanzarote und die anderen Inseln können sogar eventuell schon früher Hotels öffnen und Urlauber empfangen.

Coronavirus: Mallorca-Urlaub im Sommer 2020 nicht unwahrscheinlich.

Coronavirus-Sommer: Urlaub in Quarantäne?

Wie ein Urlaub in einem Post-Corona-Spanien aussieht, steht ebenfalls noch nicht fest. Ab Freitag, 15. Mai, müssen alle Menschen, die nach Spanien einreisen, sich 14 Tage lang in häusliche Quarantäne begeben. Tourismusverbände gingen gegen die Entscheidung der Regierung auf die Barrikaden, weil sie fürchten, dass dadurch keine ausländischen Touristen ins Land kommen werden. Die Vereinigung der Reiseagenturen CEAV sprach von einer „Katastrophe", die die Regierung den ohnehin schon schwer angeschlagenen Hoteliers aufbürde.

Auch Deutschland zwingt seit Ende April Heimkehrer in eine 14-tägige Quarantäne, um eine Übertragung von Sars-CoV-2 auszuschließen. Muss man also mit Maske in den Flieger steigen, zwei Wochen im Hotel bleiben und dann zwei Wochen zwanghaften Heimaturlaub in der kleinen Stadtwohnung einlegen? Eine wohl eher ernüchternde und zudem auch unwahrscheinliche Aussicht! Dagegen wehrt sich die EU und hat den Beschluss gefasst, dass Europa in drei Phasen wieder zu offenen Grenzen im Schengenraum zurückfinden soll. Außerdem wurde ein Katalog erarbeitet, der die Sicherheit der Urlauber garantieren soll.

Urlaub in Málaga trotz Coronavirus? Reiseveranstalter sind optimistisch.

Reise nach Spanien buchen trotz Coronavirus?

Trotz der vielen Unbekannten, die sich aktuell noch um die Reise nach Spanien drehen, überbieten sich die Anbieter mit Spanien-Paketen. Neben TUI bieten zum Beispiel auch Ryanair, Booking.com, Lufthansa und andere Firmen Flüge und Hotelübernachtungen in Spanien ab Juni oder Juli an. Wie sicher diese Buchungen im Angesicht der Coronavirus-Krise sind, darüber lässt sich streiten. Viele Anbieter werben mit „flexibler Stornierung“ oder „Reiserücktrittsversicherungen“. Häufig führen diese Angebote dann aber nicht zu einer Rückerstattung, sondern zu einem Gutschein der jeweiligen Firma. Ein Verfahren, dass die EU-Kommission in ihrem Drei-Phasen-Papier bevorzugt. Nur so könne die Reiseindustrie in Europa geschützt werden.

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