Einsamer Naturstrand mit türkisfarbenem Wasser und Dünen im Hintergrund.
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Der unberührte Naturstrand Playa de Siscal an der Küste von Murcia verschlägt Besuchern die Sprache.

Strände in Spanien

Jungfräuliche Schönheit an der Küste Lorcas: Die einzigartigen Buchten der Costa Cálida

  • VonHella Horstendahl
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Lange Sandstrände sind in Spanien zu Genüge zu finden. Doch paradiesische Buchten von natürlicher Schönheit verstecken sich an der Costa Cálida. Der Regionalpark Cabo Cope y Puntas de Calnegre an der Küste von Lorca birgt so manche Naturschätze, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

Lorca – Damals. Damals, vor über 50 Jahren, waren die Küstenorte in Spanien besonders von der Fischerei geprägt und die Buchten der Costa Cálida versteckten sich als unberührte Juwele. Genau diesen Charme haben sich das unauffällige Fischerdorf Puntas de Calnegre in der Region Murcia und die Strände des Regionalparks Cabo Cope y Puntas de Calnegre beibehalten und sind damit ein ideales Ziel für einen Ausflug im Herbst.

LorcaStadt in Spanien
ProvinzMurcia
Bevölkerung94.404 (2019)
Fläche1.675,21 km²
Höhe353 m

Malerische Strände und hübsche Dörfer: Die Küste vor Lorca hat Charme

Keine Hochhäuser, keine Touristenanstürme, keine Gassen, in denen man sich an hunderten Besuchern vorbeiquetschen muss. Kleine bunte und weiße Häuser, nicht höher als drei Stockwerke, reihen sich an der einzigen Straße des Ortes Puntas de Calnegre weit abgelegen im Stadtgebiet von Lorca aneinander und verweisen auf eine Vergangenheit als Fischerdorf. Verzierte Ornamente an den Fassaden und Palmenbäume verleihen einen heimeligen, ländlichen Charme. Auf der einen Seite übersähen Plantagen die Landschaft, zwischen denen schon die Anfahrt zu einer kurzen Erkundungstour wird. Auf der anderen Seite überwältigt der Blick auf das endlose Meer und den schwarzen Sand des Strandes Puntas de Calnegre.

Der Ausblick über den gesamten Küstenabschnitt bis zum Hafen von Mazarrón im Norden kann ausgiebig mit einem Kaffee oder einem Kaltgetränk in den zwei reizvollen Restaurants der Einheimischen direkt am Strand genossen werden. Die seltenen Touristen fallen sofort auf, die Dorfbewohner kennen jedes einzelne Gesicht hier. Die Neuankömmlinge werden aber herzlich aufgenommen und zuvorkommend bewirtet. Bei dieser entspannten Atmosphäre, wenn man nur das Rauschen der Wellen hört und den kleinen Vögelchen bei der Essenssuche im Sand zuschaut, kann wirklich abgeschaltet werden.

Hinter dem unberührten Strand Playa de Puntas de Calnegre liegen die Plantagen.

Natur pur: Strand, Dünen und eine einzigartige Flora und Fauna an der Küste von Murcia

Über 1.000 Hektar Fläche erstreckt sich der Regionalpark Cabo Cope y Puntas de Calnegre südwestlich des Fischerdorfes. Die Gemeinden Lorca und Águilas teilen sich hier über 17 Kilometer Küste im südlichen Teil der Region Murcia. Das Gebiet ist mit metamorphem Gestein, durch starken Druck und/oder hohen Temperaturen tief in der Erdkruste verändertes Gestein, mit Schiefer und Quarzit gespickt. Wer diese Steine ins Sonnenlicht hält, kann ein Glitzern und Funkeln erkennen.

Zwischen den fossilen Dünen und den hohen Klippen lässt sich unweit des malerischen Strands eine einzigartige Flora und Fauna entdecken: Eidechsen, Kaninchen und Vögel wie Lerchen, Finken und Eulen, nennen dieses Gebiet ihr Zuhause. Genau deswegen wurde der Cabo Cope zu einem Naturschutzgebiet für Vögel erklärt. Aufgrund der natürlichen Diversität und dem hohen landschaftlichen Wert, ist der Regionalpark Cabo Cope y Puntas de Calnegre offiziell ein Gebiet von gemeinnütziger Bedeutung und Teil des Netzes von Schutzgebieten der Natura 2000. Besonders zum Frühlingsbeginn ist ein Besuch des Naturparks zu empfehlen, die Wärme des Südens macht Lust auf heiße Sommertage und die einzigartige Vegetation entfaltet sich in voller Pracht. Aber auch jetzt, im Herbst, ist diese einzigartige Landschaft einen Ausflug wert.

Die versteckte Naturbuchten der Costa Cálida: Ruhe-Oasen am Meer

Nun soll aber endlich das Geheimnis der versteckten Paradiese an der Costa Cálida gelüftet werden. Der erste Halt führt vom Fischerdorf Puntas de Calnegre über einen relativ steilen Schotterweg zur Cala de Calnegre, eine kleine, unberührte Bucht mit Sandstrand. Zwischen den Dünen breitet sich ein kurzer Strandabschnitt mit vereinzelten Felsen aus, dessen schwarze Farbe von den katalanischen Seefahrern genutzt wurde, um der schroffen Landschaft den Namen Calnegre (schwarze Bucht) zu geben. Dies ist noch einer der bekannteren Orte, wo im Sommer sogar eine Strandbar Erfrischungen für die Badegäste anbietet. In der Hochsaison kann es in der Cala de Calnegre schon mal etwas voller werden. Doch in der Herbstzeit sind nur noch vereinzelt mutige Schwimmer und Sonnenanbeter anzutreffen, die die letzten warmen Strahlen der Novembersonne aufnehmen wollen.

Die Bucht Cala de Calnegre liegt versteckt zwischen hohen Dünen an der Küste von Murcia, abseits des Touristentrubels.

Wer auf seinem Ausflug nach noch mehr Ruhe und Privatsphäre lechzt, begibt sich erneut auf die steinige, kurvige Straße gen Süden und erblickt die Playa Baño de las Mujeres. Eine zauberhafte Bucht mit glitzerndem Wasser. An diesem Strand erblüht besonders die variantenreiche und exklusive Flora des Gebietes und macht diesen Ort noch paradiesischer. Aber Vorsicht: Die Buchten bieten Schutz für vom Aussterben bedrohte Schildkrötenarten, wie die maurische Landschildkröte. Oft sind hier auch Kajakfahrer anzutreffen, die den Weg zwischen den Buchten lieber über das Wasser als mit dem Auto über den steilen Schotterweg bestreiten.

Naturstrand Playa de Siscal: Einmalige Schönheit in Murcia

Die letzte Bucht auf unserem Ausflug erscheint fast surreal: kristallklares, türkisfarbenes Wasser umsäumt den goldenen Sandstrand. Schwarze Felsen setzen einen harten Kontrast zu den weichen Farben, lassen den Ort rau, aber einzigartig wirken. Ein wirklich atemberaubender Anblick, den man erst einmal verarbeiten muss. Lässt man den Blick gen Süden schweifen, ist von hier aus der 242 Meter hohe Cabo Cope bei Águilas zu erkennen, der zweite Teil des Regionalparks. Kein Kindergeschrei. Keine Menschenseele. Dieser verlassene Küstenabschnitt erstrahlt noch in seiner unberührten Schönheit und verspricht entspannte Tage abseits des Trubels.

Der südliche Teil der Region Murcia lädt zu einem einzigartigen Ausflug in die Vergangenheit ein, zu einem charmanten Fischerdorf und unberührten Naturstränden, die ihre Jungfräulichkeit beibehalten haben. Die Ruhe-Oasen bieten sich perfekt an, um nach der Sommerhitze und dem Ansturm in der Hochsaison endlich wieder die pure Schönheit der Küste Spaniens zu erleben und dem unvergleichlichen Rauschen der Meereswellen zu lauschen, das normalerweise von unliebsamen Störgeräuschen in den Hintergrund gedrängt wird.

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