Zwei Flugzeuge landen bei Sonnenuntergang.
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Urlaubsflieger werden bis auf unbestimmte Zeit ausgesetzt.

Flugbuchung Coronavirus

Flüge zwischen Spanien und Deutschland storniert: Muss man einen Gutschein annehmen oder bekommt man das Geld zurück?

  • vonStella Kirchner
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Das Coronavirus schränkt den Flugverkehr zwischen Spanien und Deutschland ein. Airlines bieten Ersatzflüge oder einen Gutscheins an. Doch kann man auch auf Geld bestehen?

  • Ausgefallene Flüge zwischen Spanien und Deutschland müssen ersetzt werden.
  • Die Zahlung über einen Gutschein ist legal, aber man kann widersprechen.
  • Das Coronavirus ist ein Fall höherer Gewalt, sodass keine Entschädigung, wohl aber eine Erstattung möglich ist.

Madrid - Das Coronavirus hat Spanien-Reisenden in den letzten Wochen viel zugemutet. Seit Inkrafttreten des Notstandsdekrets am 14. März sind zahlreiche Flüge ausgefallen und auch Alternativverbindungen, die die Airlines angeboten haben, fanden oft nicht statt. Viele Reisende haben deswegen nach mehreren Umbuchungen beschlossen, den Flug endgültig nicht anzutreten. Doch dann kam die böse Überraschung: Statt einer Erstattung des Ticketpreises bietet die Fluglinie nur einen Gutschein für ihr eigenes Flugprogramm an. Doch muss man das wirklich annehmen? Oder sind die Firmen verpflichtet, das Geld zurückzuzahlen?

Eine Erstattung des Flugpreises muss zwangsläufig stattfinden, das ist im Artikel 8 der EU-Fluggastrechte-Verordnung geregelt. Einige Airlines bieten einen Gutschein an, dieser muss aber nicht akzeptiert werden. Die deutsche Bundesregierung möchte jedoch zum Schutz der Airlines eine Regelung einführen, dass Gutscheine im Zuge des Coronavirus akzeptiert werden sollten. Diese gilt allerdings momentan noch nicht und somit kann der Kunde auf eine Geldzahlung bestehen. Eine Ausnahme von der Pflicht der Airline zur Erstattung des Ticketpreises ist ein Alternativflug. Allerdings kann sich der Kunde trotzdem meistens zwischen den Optionen Alternativflug oder Gutschein entscheiden.

Geld zurück trotz Akzeptierens eines neuen Flugs?

Mit dem Akzeptieren einer neuen Flugzeit erlischt auch der Anspruch auf eine Rückzahlung des Tickets - es sei denn, die alternative Verbindung findet ebenfalls nicht statt. Sollte letzteres der Fall sein und der Flug nicht stattfinden, steht der Kunde wieder vor der Wahl, eine neue Abflugzeit zu akzeptieren oder aber das Geld zurückzufordern.

In der Regel ist der Vorgang in der Durchführung sehr leicht. Die Airline ist nämlich verpflichtet, das Nichtstattfinden einer Verbindung spätestens 14 Tage vor der geplanten Flugzeit mitzuteilen. Die Information wird per Mail und/ oder SMS bekannt gegeben. Um die Rückzahlung zu erwirken, sollten die folgenden Schritte erfolgen.

1. Sollte in der Mail kein Link zur Buchung erscheinen, geht man auf die Website der Airline und trägt dort seine Buchungsnummer und den Nachnamen ein.

2. Dort muss die Airline klar kommunizieren, welche Option der Verbraucher hat. Im Falle einer neuen Flugverbindung werden der neue Termin und die Uhrzeit genannt. Im Falle einer Erstattung muss klar kommuniziert werden, in welcher Form diese erfolgen wird.

3. Mit Drücken des Buttons „Akzeptieren" stimmt der Nutzer rechtskräftig zu. Später besteht keine Option, die getroffene Entscheidung wieder rückgängig zu machen.

4. Die Änderung wird mit einer E-Mail bestätigt.

Covid-19 schließt als außergewöhnlicher Umstand Entschädigungen aus

Eine Entschädigung ist nicht mit einer Erstattung gleichzusetzen. Während die Erstattung die Pflicht der Airline ist, einen Ersatz für die nicht erbrachte Leistung zur Verfügung zu stellen, handelt es sich bei einer Entschädigung um eine Wiedergutmachung der dem Kunden entstandenden Nachteile. Die EU-Verordnung schließt „außergewöhnliche Umstände" aus und dazu zählt auch die Coronavirus-Pandemie. Wer trotzdem eine Entschädigung verlangen möchte, muss diese drei Punkte nachweisen:

1. Der Flug wurde aus wirtschaftlichen Gründen gestrichen.

2. Es lagen keine Grenzschließungen oder anderweitige Gesetze vor, die den Flugverkehr einschränken.

3. Es lag keine Reisewarnung für das Start- oder Zielland vor.

Im Fall von Spanien bedeutet das konkret, dass Fluggäste, die vor dem 17. März, also dem Termin, an dem Spanien seine Grenze schloss, möglicherweise Anspruch auf eine Entschädigung haben. Dies sind aber Einzelfallentscheidungen, die Gerichte zu treffen haben. Am besten wendet man sich dafür an eine auf Flugstornierungen spezialisierte Online-Anwaltskanzlei. Die Zustimmung eines Ersatztermins kann dabei dem Kunden negativ angelastet werden.

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