Zwei Menschen paddeln in einem Kajak auf dem Meer.
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Die Kajak-Tour zur Cova Tallada in Dénia ist eine aufregende Erfahrung und eröffnet neue Blickwinkel.

Kajak-Tour Spanien

Kajak-Trip zur Cova Tallada in Dénia: Paddeln an der Costa Blanca

  • VonHella Horstendahl
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Ein welliger Kajak-Ausflug zu der Meereshöhle Cova Tallada an der Costa Blanca ist eine außergewöhnliche Erfahrung. Natur pur können Besucher unterhalb des Cap de San Antonio zwischen Dénia und Jávea erleben.

Dénia – Für den Kajak-Trip, in den Neoprenanzug gequetscht, die Rettungsweste übergezogen und dann volle Fahrt voraus. Abenteuerlustige aufgepasst: Viele Buchten an der Costa Blanca sind fast ausschließlich oder einfacher vom Meer aus erreichbar. Genau wie die Cova Tallada, eine kleine Höhle im Meeresschutzgebiet Cap de San Antonio zwischen Jávea und Dénia. Diese lässt sich im Zuge einer wunderschönen dreistündigen Kajakroute auf dem kristallklaren Wasser vor der Küste des Naturparks Montgó erleben. Offizielle Guides mit langjähriger Erfahrung ermöglichen eine einzigartige Erfahrung für jedermann.

Cova TalladaMeereshöhle zwischen Dénia und Jávea
GebietNaturschutzgebiet Montgó am Kap de San Antonio
ZugangZu Wasser und zu Land
Größe75 Meter breit, durchschnittlich 15 Meter hoch

Ruderkenntnisse sind für einen Kajak-Trip nicht erforderlich, einzige Grundvoraussetzung ist, schwimmen zu können. Nach einer kurzen Einweisung und den ersten Paddelschlägen befindet man sich plötzlich auf dem endlosen Meer und kann die Küste Spaniens von einer ganz neuen Perspektive bewundern, die man nicht alle Tage zu Gesicht bekommt.

Cova Tallada zwischen Dénia und Jávea: Einzigartiger Kajak-Paddel-Trip zur Meereshöhle

José Antonio Schneeberger Costa, seit vier Jahren Kajak-Lehrer des Unternehmens Aventura Pata Negra in Dénia, genießt besonders die frische Meeresbrise und den regen Austausch auf den Ausflügen mit den unterschiedlichsten Menschen. „Da die Jetskis und Schiffe weiter entfernt von der Küste fahren müssen, können wir entspannte Kajak-Touren machen und der Stille des Meeres lauschen.“

Die Cova Tallada kündigt sich während des Kajak-Trips mit Steinfelsen, die aus dem Wasser ragen, an und zieht mit ihren großen Bögen alle Blicke auf sich. An warmen Herbsttagen taucht die Sonne die Meereshöhle in ein ganz besonderes Gold. Hohe Säulen aus Kalkstein und Tuff, das durch seine poröse und raue Textur besticht, formen das Portal zur 75 Meter breiten und durchschnittlich 15 Meter hohen Höhle. Sie kann über mehrere Eingänge – Löcher in den Höhlenwänden – oder über einen kleinen natürlichen Pool, in dem die Kajaks angebunden werden, betreten werden.

Cova Tallada zwischen Dénia und Jávea: Die Geschichte der Höhle ist durch den Steinbruch geprägt

Die Meereshöhle Cova Tallada zwischen Dénia und Jávea hat einen natürlichen und einen künstlichen Teil, der das Ergebnis menschlichen Handelns ist, da sie ab dem 16. Jahrhundert als Steinbruch zur Gewinnung von Rohstein für den Häuserbau genutzt wurde. Aus dem entnommenen Tuffstein wurde unter anderem Jáveas Wehrkirche in der Altstadt gebaut. An den teilweise 40 Meter hohen Wänden lassen sich noch Ruß- und Ölspuren von Feuern aus der Steinbruch-Zeit finden, da die Höhle sonst stockduster und fast zum Fürchten ist. Außerdem ist die genaue Arbeit der Bergleute nachvollziehbar, die Wände weisen Furchen und Löcher von Hammer und Meißel auf. Bei einem geführten Rundgang durch die Cova Tallada mit den Kajak-Lehrern erfährt man noch das eine oder andere interessante Detail über den Ursprung und die Geschichte der Höhle.

Die Meereshöhle Cova Tallada ist sowohl über das Wasser als auch über die Felsen zugänglich.

Anschließend wird eine wohlverdiente Essenspause mit Snacks und Broten eingelegt, die auch Teil der Kajak-Tour ist. Endlich die Möglichkeit, die Schönheit dieses Fleckchens Natur in Ruhe zu genießen, das Gesicht durch die aufgehende Sonne etwas wärmen zu lassen. Nun kommt Schneeberger Costas Lieblingspart des Ausflugs: das Schnorcheln. „In diesem Gebiet kann man Fische und Pflanzen beobachten, die wirklich nur hier an der Küste vorkommen. Die natürlichen Pools vor dem Höhleneingang eignen sich ideal zum Schnorcheln“, schwärmt der Kajak-Lehrer. Direkt vor der Cova Tallada prallen das salzige Meerwasser und das Süßwasser aus unterirdischen Flüssen, die hoch oben in den Bergen entspringen, aufeinander und bilden einen gewöhnungsbedürftigen Temperaturmischmasch beim Entdecken der Unterwasserwelt.

Wanderweg zur Cova Tallada zwischen Dénia und Jávea: Auf steinigen Wegen

Wem das Wagnis Kajak zu ungeheuer oder das Meerwasser zu kalt ist, kann eine trockenere, aber nicht weniger abenteuerliche Route über Land nehmen. Es gibt zwei Zugangswege zur Cova Tallada: einen von Dénia und einen von Jávea aus. Von welcher Seite aus der Montgó am schönsten ist, muss jeder selbst entscheiden. Zu empfehlen ist jedoch die leichtere Strecke ab Dénia. Zu unterschätzen ist aber auch diese keineswegs: Mehrere Meter über dem Meer, direkt am Hang ohne eine Sicherung müssen Neugierige entlang des Kaps San Antonio kraxeln. Deswegen sind unbedingt feste Schuhe (bestenfalls Wanderschuhe), Sonnencreme, ein Hut und Verpflegung mitzubringen. Für Hunde, kleine Kinder, Wanderanfänger oder Menschen mit Höhenangst ist diese Route nicht zu empfehlen, Voraussetzungen sind Beweglichkeit, eine gute Grundkondition und die Bereitschaft zum Klettern über kurze Strecken. Der steinige Wanderweg eröffnet aber einen traumhaften Blick über das Meer und die Küste entlang und lässt für einen kurzen Moment die Waghalsigkeit einer ehrfürchtigen Ruhe weichen. Die Marina Alta hat aber noch viele weitere Wanderrouten zu bieten.

Heute kaum vorstellbar, früher bittere Realität: Der Torre del Gerro, der sich auf der Wanderroute Richtung Cova Tallada befindet, ist ein Wachturm aus dem 16. Jahrhundert, der Teil eines Netzes von Befestigungsanlagen ist, die die ständigen Überfälle der Berberpiraten aus Nordafrika verhindern sollte. Durch visuelle Kommunikation, wie Signale mit Spiegeln oder Feuer, wurden sowohl die anderen Wachtürme entlang der Küste als auch die Bewohner im Inland gewarnt. Seinen Namen bekam der 13,5 Meter hohe Turm aufgrund seiner runden „Gerro“-Form (Krug).

Am Wanderweg zur Cova Tallada geht es steil bergab.

Die Eingangstür zum Innern des Turms ist erhöht und befindet sich im oberen Teil, die durch eine bewegliche Treppe oder ein einfaches Seil zugänglich war. Die verschiedenen Ebenen und Gewölberäume sind durch eine Öffnung verbunden. Auf der dem Meer zugewandten Seite trägt der Turm das Wahrzeichen des Königreichs Valencia, vier Balken und das Wappen Karls V. auf dem Doppeladler der Habsburger.

Cova Tallada zwischen Dénia und Jávea: Aus Respekt zur Natur

Auf der Wanderroute Richtung Cova Tallada ist zu empfehlen, nicht vom Weg abzukommen und die Flora und Fauna mit Vorsicht zu behandeln. Müll und andere Verschmutzungen sind eine Schande für die Umwelt und sollten diese Naturschönheit nicht verunstalten. Jedoch ist die Meereshöhle und der Weg dahin keineswegs ein Geheimtipp mehr, schon ab 10 Uhr morgens pilgern Besucher in Scharen die Küste entlang zur Cova Tallada, um diese von innen zu bestaunen. Auch Schneeberger Costa bedauert diesen Trend, den er schon seit mehreren Jahren enttäuscht verfolgt: „Die Besucher stürmen ohne Rücksicht auf die Umwelt in die Höhlen, die fast aus allen Nähten platzt. Die Cova Tallada und die umliegende Natur müssen geschützt und mit Sorgfalt und Respekt behandelt werden.“ Aufgrund dessen hat die Region Valencia vor zwei Jahren im Sommer eine Besucherbeschränkung eingeführt: Vom 15. Juni bis zum 30. September ist die Cova Tallada ausschließlich mit vorheriger Reservierung zugänglich, zum Schutz der Natur.

Wer also in aller Ruhe mit geschulten Reiseführern und einer offiziellen Zulassung einen aufregenden kleinen Ausflug zur Cova Tallada bestreiten möchte, sollte sich eine Kajak-Tour nicht entgehen lassen. Nachdem man sich aus dem hautengen Neoprenanzug gepellt hat, kann man sich wieder die bequemen und gewohnten Wanderschuhe anziehen.

Zugangsbeschränkungen der Cova Tallada

Vom 15. Juni bis zum 30. September ist die Meereshöhle ausschließlich mit einer vorherigen Reservierung möglich. Weitere Informationen zur Reservierung eines Besuchs der Cova Tallada oder zum Naturpark Montgó sind unter dem Link www.parquesnaturales.gva.es/es/web/pn-el-montgo zu finden.

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