Küstenort mit Flair

Moraira an der Costa Blanca: Strände, Buchten und malerisches Dorf locken Touristen

  • vonAnne Thesing
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Ein Ausflug nach Moraira an der Costa Blanca lohnt sich auch in Coronavirus-Zeiten: Der idyllische Küstenort ist ein beliebtes Ziel für Touristen.

  • Moraira an der Costa Blanca hat sich vom kleinen Fischerdorf zum exklusiven Urlaubsziel gesteigert.
  • Morairas Strände und Buchten laden an der acht Kilometer langen Küste zum Baden ein.
  • Touristen sollten beachten, dass in Coronavirus-Zeiten die Zahl der Strandbesucher limitiert ist.
  • Ein Bummel durch den Ortskern von Moraira lohnt sich ebenso wie ein Abstecher nach Teulada.

Teulada-Moraira-Von einem traditionellen Fischerdorf hat sich Moraira längst zu einem exklusiven Urlaubsziel an der Costa Blanca gewandelt und sich auch in anderen Teilen Spaniens einen Namen gemacht. Was der zu Teulada-Moraira gehörende Ortsteil alles zu bieten hat, lässt sich perfekt bei einem ein- oder mehrtägigen Ausflug erkunden. Die mehrere Kilometer lange Küste zum Beispiel hat einiges zu bieten und kann auch zu Fuß abgelaufen werden. Empfehlenswert ist dafür die „Route der Aussichtspunkte“, die auf rund fünf Kilometern  den am äußersten Ende gelegenen Portet-Strand mit der Calle Tunez an der Grenze zu Benissa verbindet. Dabei geht es unter anderem an Aussichtspunkten der Portitxol-Bucht, des Ampolla-Strandes und der Cala Andragó vorbei. Ein entspanntes Panorama, unterwegs kann man immer mal wieder zu der ein oder anderen Bucht herabsteigen. Wer zwischendurch eine Abkühlung braucht, kann bei ruhiger See wunderbar schnorchelnd oder tauchend den spektakulären Meeresgrund genießen – oder einfach nur ein erfrischendes Bad im Meer nehmen.

MorairaOrt in Spanien
ProvinzProvinz Alicante
Comunidad AutónomaComunidad Valenciana
BürgermeisterinMaria Rosa Vila Catalina Vallés (Compromís)

Moraira und Coronavirus: Sicherheitsmaßnahmen an Stränden

Ein reizvoller Spaziergang, der natürlich nach Lust und Laune abgekürzt werden kann. Wer in Morairas Ortskern losmarschieren, nur einen kleinen Einblick in die Route gewinnen und sich abschließend mit einem Bad im Meer belohnen möchte, kann zum Beispiel vom Dorf aus die Treppen zur Avenida del Portet hochsteigen, von oben die Sicht auf den Hafen des Club Náutico genießen, sich in Gedanken eine der Jachten kaufen und am Ende des Hafens eine Treppe auf einen kleinen Platz hinuntergehen. Von dort aus verläuft der Weg durchs schattige Grüne bis zum Portitxol-Aussichtspunkt, eine vor allem fürs Tauchen und Fischen geeignete Bucht. Weiter geht es auf einem Fußweg an der Straße entlang bis zu Morairas kleinem Strandschätzchen, der muschelförmigen Portet-Bucht.

Morairas idyllischer Portet-Strand ist der ideale Ort zum Baden und Abtauchen.

Wie beliebt die Portet-Bucht ist, wird besonders in Coronavirus-Zeiten klar. So war die sie der erste von Morairas Stränden, der in diesem Sommer angesichts der beschränkten Besucherzahl gesperrt werden musste. Eine Maßnahme, die gleich am nächsten Wochenende auch den Platgetes-Strand traf. „Es ist eben ein anderer Sommer“, hatte Strandstadtrat Carlos Martínez schon im Juni angekündigt. Für Moraira heißt das zum Beispiel, dass die Zu- und Ausgänge zu den Stränden markiert und kontrolliert – und bei zu hohen Besucherzahlen eben gesperrt werden. Eine Parzellierung der Strände, wie in anderen Orten, gibt es dagegen in Moraira nicht. „Wir reinigen die Strände jeden Tag. Das wäre mit der Parzellierung kaum möglich“, so der Strandstadtrat, der sich darüber hinaus in diesem Jahr wieder über Sauberkeit bescheinende Blaue Flaggen an den Stränden Portet, Ampolla und Platgetes freuen darf. Allerdings scheint auch etwas Geschmackssache hinter der Entscheidung zu stecken, nicht zu parzellieren. „Abgrenzungen erschweren den Genuss eines Strandbesuchs. Wir wollen ein Gleichgewicht zwischen Sicherheit auf der einen Seite und dem Genuss, draußen an einem offenen Ort zu sein, auf der anderen“, sagt er.

Und so sollte man es auch in diesem Sommer genießen, beispielsweise am Portet-Strand unterzutauchen, dann auf dem Sand liegend ein wenig die Seele baumeln zu lassen und sich anschließend auf zum nächsten Ziel zu machen.  Am Morgen oder Abend, also außerhalb der Sommerhitze, lohnt sich vom Portet aus ein Aufstieg zum Wachtturm der Halbinsel Cap d’Or, von wo aus an klaren Tagen bis nach Ibiza geschaut werden kann. Wem das für den Sommer zu heiß ist, der sollte sich die Wanderung für einen kühleren Tag aufbewahren und stattdessen zurück Richtung Ort laufen – dort gibt es noch einiges zu sehen.

Und zu kaufen. Denn Moraira ist nicht nur ein Dorf der Buchten, es ist auch ein Dorf der Boutiquen, die gerade in diesem Sommer auf kaufkräftige Kunden angewiesen sind. In den engen Gassen lässt es sich wunderbar an den malerischen weißen Häusern entlang bummeln, in Deko- und Bekleidungsgeschäften stöbern. Aber bitte, zumindest jetzt in Covid-19-Zeiten, mit Maske, und zwar auch beim Spaziergang durchs Dorf. Denn seit 18. Juli gilt im Land Valencia die allgemeine Maskenpflicht. Doch was stört schon eine Maske, wenn man rechts und links originelle Häuser bewundern und mediterranes Flair schnuppern kann.

Auch Morairas Strand Ampolla ist bei Touristen sehr beliebt

Zwischendurch lohnt sich ein Blick in die Pfarrkirche „Nuestra Señora de los Desamparados“ – ein Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, dessen Säulengang mit seinen Rundbögen an die typisch valencianische Architektur der „Riuraus“ erinnert. Zweites bedeutendes Bauwerk Morairas ist seine Burg, das „Castillo“ mit den zehn Meter hohen, mit Quadersteinen verkleideten Wänden. Besonders die Lage direkt am Wasser beeindruckt und lässt an Zeiten erinnern, an denen das mächtige Gebäude der Verteidigung gegen feindliche See-Attacken diente.

Von der Burg aus kommt man schnell zum weitläufigsten Strand Morairas, der Playa Ampolla. In vergangenen Sommermonaten tobte sich hier der Tourismus aus, im Sars-CoV-2-Sommer herrschen auch hier Abstand und beschränkte Besucherzahl. Es empfiehlt sich also, den Strandplatz nicht den ganzen Tag zu belegen und stattdessen nach getanem Wasser- und Sonnenbad einen Abstecher in das hinter dem Strand liegende Feuchtgebiet El Sellinar zu unternehmen, wo sich auf knapp einem Hektar kleine Lagunen erstrecken, die einer Vielfalt von Pflanzen und Tieren eine Heimat geben. Im Jahr 2004 erklärte das valencianische Umweltministerium den Senillar zum Schutzgebiet für wilde Tiere.

Imposant thront das Castillo hinter dem Jachthafen.

Moraira bietet Ruhe und Entspannung - ein Pluspunkt in Coronavirus-Zeiten

Was viele an Moraira schätzen? Die Stille und Ruhe. „Das hier ist nicht Benidorm, wo jede Nacht Party herrscht“, sagte im vergangenen Sommer ein britischer Tourist den Costa Nachrichten. Und auch wenn es in diesem Coronavirus-Jahr mit dem Partymachen so eine Sache ist: Morairas Ruhe dürfte besser ankommen denn je. Wer dieses entspannte Feeling mit in den Abend nehmen will, der sollte zum Beispiel die Küstenstraße in Richtung Calp fahren und eine der Bars aufsuchen, die sich hier, zum Teil eng an die Küste geschmiegt, angesiedelt haben. Bei Cocktail, Wein oder Wasser lassen sich hervorragend Pläne für den nächsten Tag schmieden – auf dem Programm könnte zum Beispiel, neben Moraira, ein Besuch im Hinterland-Teil der Doppelgemeinde, in Teulada, stehen. Statt Strand und Meer werden hier Geschichte, Architektur und Kultur geboten, die im Sommer zum Beispiel bei Führungen durch die Altstadt erkundet werden können (Führungen gibt es übrigens auch durch Moraira). Empfehlenswert ist auch ein Besuch der mehrfach prämierten Bodega der Kooperative Sant Vicent Ferrer, wo Weine der heimischen Moscatell-Traube sowie andere lokale Produkte probiert und gekauft werden können. Die perfekte Ergänzung zum Genuss von Strand und Küste.

Rubriklistenbild: © Ángel García

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