Verkehrskontrolle der Guardia Civil in Spanien.
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Verkehrskontrollen werden teurer, vor allem für jene, die mit dem Handy am Steuer erwischt werden.

Autofahren in Spanien

Neue Verkehrsregeln in Spanien: Finger weg vom Handy, Fuß vom Gas

  • Stephan Kippes
    VonStephan Kippes
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Spaniens neue Verkehrsregeln: kein Bleifuß mehr bei Überholmanövern, ein Verbot aller Radarwarngeräte, Null Promille für jugendliche Verkehrsteilnehmer und strengere Gebote für E-Roller.

Madrid – Die spanische Regierung hat die Reform des Verkehrsgesetzes Ley de Tráfico verabschiedet, es tritt drei Monate nach seiner Veröffentlichung im Staatsanzeiger BOE in Kraft, also nicht vor März 2022. Alles kostet mehr Geld und Punkte. Handy am Steuer – und sechs der zwölf Führerscheinpunkte sind weg, 200 Euro obendrein. Es reicht schon, das Handy nur in der Hand zu halten. Die Oberste Verkehrsbehörde führt 35 Prozent aller Unfälle darauf zurück, dass die Fahrer abgelenkt sind und sich nicht auf die Straße konzentrieren.

Wer Helm, Sicherheitsgurt oder Kindersicherheit nicht richtig anwendet, den kostet das vier Punkte. Vor allem Verkehrsteilnehmer sollten gut überlegen, was sie riskieren – man darf sich zwei Jahre nichts zuschulden kommen lassen, um alle zwölf Führerschein-Punkte wieder auf sein Konto gutgeschrieben zu bekommen. Man kann sich aber ein Polster von bis zu 15 Punkten ansparen, wenn man etwa anerkannte Fahrkurse besucht.

Kritik für neue Überhol-Regel in Spanien

Viel Kritik musste die Regierung einstecken, weil sie die gängige Überholregel ändert. Bisher können Autofahrer während des Überholvorgangs auf einer Landstraße die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 90 Stundenkilometer um bis zu 20 Sachen überschreiten und 110 Stundenkilometer fahren. Das war einmal. Auch beim Überholen gilt 90. Das finden die Rechtspopulisten Vox und die Volkspartei nicht lustig. „Das erhöht die Gefahr schwerer Unfälle, weil Überholvorgänge länger dauern“, meint der PP-Abgeordnete Óscar Gamazo. Die Oberste Verkehrsbehörde sieht es anders.

Neue Regeln gelten im Verkehr in Spanien, darunter auch höhere Strafen für die Handynutzung am Steuer.

Nicht alles ist strenger. Motorradfahrer dürfen künftig Freisprechanlagen am Helm nutzen, um mit dem Sozius zu kommunizieren. Mit der Neuregelung soll auch die Sicherheit der Radfahrer im Straßenverkehr erhöht werden. Auf zweispurigen Straßen müssen Autofahrer beim Überholen von Rad- und Mopedfahrern künftig die Fahrbahn wechseln, auf einspurigen Straßen 1,50 Meter Abstand halten. Mit 200 Euro Geldstrafe müssen Autofahrer rechnen, die Zonen für niedrige Schadstoffe und Emissionen in Städten über 50.000 Einwohner nicht respektieren. Wer erwischt wird, wie er Zigarettenkippen aus dem Fenster schnippt oder andere Objekte auf die Fahrbahn wirft, muss auch mit 200 Euro rechnen.

E-Roller in Spanien: Runter vom Fußweg

Ferner verbannt die Regierung die E-Roller von den Fußgängerwegen und führt für die Vehikel eine Helmpflicht ein. Auf Fußgängerwegen haben übrigens auch alle anderen elektrischen Vehikel nichts verloren, ebenso wenig wie Fahrräder mit oder ohne Motor. Das Verbot der Radarwarngeräte bezieht sich auf die Geräte, die Blitzgeräte per Signal aufspüren. Die Aufführung von festinstallierten Radargeräten etwa in Online-Diensten oder jeder Art von GPS bleibt weiterhin zulässig.

ZUm Thema: Neue Tempolimits in Spanien: Verkehrsregeln 2021 - Worauf Autofahrer achten sollten

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