Zwei Wohnmobile parken auf einer Fläche am Meer in Altea, mehrere Menschen sitzen auf Campingstühlen davor.
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Camping-Urlaub in Spanien ist 2021 möglich. Dabei sind jedoch Regeln einzuhalten, mit Corona und ohne. Campen außerhalb der offiziellen Plätze etwa ist meist verboten.

Urlaub 2021

Alle Infos zum Camping-Urlaub in Spanien - mit und ohne Corona

  • Judith Finsterbusch
    vonJudith Finsterbusch
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In Spanien herrscht wieder freie Fahrt, dem Camping-Urlaub steht Corona nicht mehr im Wege. Dennoch müssen Camper einige Regeln beachten.

Seit dem 9. Mai ist der Corona-Notstand in Spanien offiziell beendet, und damit eine wichtige Einschränkung für Urlauber, insbesondere Autofahrer und Camper, weggefallen: Die einzelnen Regionen sind nicht mehr voneinander abgeriegelt, es herrscht wieder freie Fahrt quer durch Spanien. Theoretisch war ein Camping-Urlaub zwar auch während des Notstands möglich, anders als in Deutschland durften touristische Unterkünfte wie Campingplätze weiterhin geöffnet bleiben. Nur war die Durchfahrt bislang verboten – auch wenn nicht wenige Camper die Corona-Regeln etwas anders auslegten und trotzdem etwa bis zur Costa Blanca fuhren.

Camping in Spanien trotz Corona: Tests, Impfung und Quarantäne

Wer jetzt von Deutschland aus mit dem Wohnmobil, Wohnwagen oder Zelt im Kofferraum zum Camping-Urlaub nach Spanien fahren möchte, braucht zunächst einen PCR-Test für die Einreise nach Frankreich. Dieser darf nicht älter sein als 72 Stunden, andere Testverfahren als PCR erkennt Frankreich nicht an. Auch für die Grenzüberquerung zu Spanien ist ein negativer PCR-Test nötig, wer ein bisschen aufs Gaspedal drückt, kann mit ein und demselben Corona-Test beide Grenzen überwinden. Eine Quarantäne ist in Spanien nicht nötig. Achtung: Die zweifache Impfung befreit aktuell nicht von der Testpflicht bei der Einreise, weder in Frankreich noch in Spanien.

In Spanien angekommen, müssen sich natürlich auch Camping-Urlauber an die geltenden Corona-Regeln halten. Diese sind von Region zu Region unterschiedlich, zumal nach Aufhebung des Notstands in Spanien die Corona-Handhabung weitestgehend Ländersache ist. Grundsätzlich gilt aber in ganz Spanien: Das Tragen einer Schutzmaske ist sowohl in geschlossenen Räumen als auch im Freien Pflicht. Ausnahmen gelten etwa – und immer dann, wenn der Mindestabstand eingehalten werden kann - bei Individualsport im Freien, beim Sonnenbaden und Baden am Strand, in öffentlichen Pools, Seen oder Flüssen sowie bei Wassersport. Achtung: Auf dem Weg zum Strand muss ebenso Maske getragen werden wie beim Spaziergang am Ufer und an den Fußduschen.

Camping in Spanien unabhängig von Corona: Qual der Wahl bei Campingplätzen

Unabhängig von Corona ist für den Camping-Urlaub außerdem wichtig zu wissen, dass sich im Mai 2021 einige Verkehrsregeln, die das Tempolimit in Spanien betreffen, geändert haben. Innerorts herrscht jetzt meist 30 statt bislang 50, streckenweise sind sogar nur zehn oder 20 Stundenkilometer erlaubt.

Spanien ist grundsätzlich Camper-freundlich, das beweisen schon allein die über 1.200 Campingplätze, die sich laut vayacamping.net quer durch das Land befinden. Katalonien mit der beliebten Urlaubsküste Costa Brava kann mit 328 mit Abstand die meisten Campingplätze aufweisen, gefolgt von Andalusien mit 161 und der Region Valencia mit 120 Campingplätzen. Von Luxus-Campingplätzen über außergewöhnliche Unterkünfte bis hin zu einfachen Rasenplätzen, auf denen das Zelt oder der Wohnwagen abgestellt werden kann, ist alles zu finden.

Nach Corona-Notstand ist Großteil der Campingplätze wieder geöffnet

Spätestens jetzt, mit Beginn der Camping-Saison und dem Wegfall des Corona-Notstands in Spanien, sind die meisten Plätze wieder geöffnet oder stehen kurz vor der Wiedereröffnung, so auch an der Costa del Sol in Andalusien. Viele hatten auch in den letzten Monaten zumindest für Langzeitcamper weiterhin geöffnet. Wichtig: Trotz des weggefallenen Notstands gelten in einigen Regionen nach wie vor nächtliche Ausgangssperren. Die Region Valencia etwa will die Corona-Sperrstunde an der Costa Blanca bis Anfang Juni aufrecht erhalten, in Andalusien und Murcia ist sie dagegen schon weggefallen. Wer lieber in der Heimat Camping-Urlaub macht, bekommt auf wa.de* Tipps zu Campingplätzen in Deutschland, die nach dem Corona-Verbot wieder für Urlauber geöffnet sind*.

Corona hin oder her, wer mit dem Wohnmobil, Wohnwagen oder umgebautem Kleinbus in Spanien unterwegs ist, sucht für den Camping-Urlaub oft die Abgeschiedenheit, schöne Landschaften oder die direkte Nähe zum Meer und will zumindest nicht jede Nacht auf dem Campingplatz verbringen. Grundsätzlich ist das in Spanien möglich, allerdings mit Einschränkungen. Unterschieden wird grundsätzlich, ob ein Camper in seinem Wohnmobil nur parkt – mit Übernachtung – oder ob er wirklich campt. Beim Parken greifen die spanischen Verkehrsregeln: Sofern der Campingwagen ordnungsgemäß abgestellt ist, dürfen Camper darin übernachten. Beim Campen wiederum greifen die Verordnungen für Camper. Diese sind von Region zu Region unterschiedlich, selbst einzelne Gemeinden können eigene Regeln für Camper aufstellen, wie jüngst Mazarrón an der Costa Cálida bewiesen hat. Doch wo hört nun Parken auf und wo fängt Campen an?

Unter Parken fällt

  • Essen und schlafen im Wohnwagen, Wohnmobil oder Campingbus.
  • Bremsklötze anbringen.
  • Dachluken oder Dächer dürfen ausgefahren werden.

Unter Campen fällt

  • Tische oder Stühle außerhalb des Gefährts aufzustellen.
  • Markisen oder ähnliches auszufahren.
  • Stützen aufzustellen.

Verboten ist in jedem Fall

  • Abwasser an nicht autorisierten Stellen entsorgen.
  • Nächtliche Ruhestörung durch laute Geräte, etwa Stromgeneratoren.

Vielerorts werden in Spanien Camper außerhalb der Campingplätze toleriert, auch wenn sie nicht mehr nur parken, sondern campen - sofern es nicht zu viele an derselben Stelle werden oder sich Anwohner mehrfach beschweren. Wer im Camping-Urlaub ein Zwischending zwischen Straße und Campingplatz sucht, wird vielerorts auf reinen Stellplätzen fündig. Dort können Abwasser legal entsorgt werden, oftmals stehen auch Waschmaschinen zur Verfügung. Vom Trubel auf richtigen Campingplätzen sind die Stellplätze aber weit entfernt – und sie sind günstiger. *costanachrichten.com und wa.de sind Angebote von IPPEN.DIGITAL.

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