Corona-Auflagen

Spanien-Urlaub über Ostern? Tui startet auf Mallorca, Valencia kein Risikogebiet mehr

  • Judith Finsterbusch
    vonJudith Finsterbusch
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Wird Spanien-Urlaub an Ostern möglich sein? Tui bietet trotz Corona wieder Reisen nach Mallorca an. Auf dem spanischen Festland bleibt die Bewegungsfreiheit aber eingeschränkt. Unterdessen sind mehrere spanische Regionen in Deutschland keine Risikogebiete mehr.

Update, 23. März: Die Reisewarnung für Mallorca ist zwar ebenso wie die für Valencia, Murcia, Kastilien La Mancha, Extremadura, La Rioja und - neu - Galicien weiterhin aufgehoben. Allerdings will Deutschland eine allgemeine Corona-Testpflicht für Mallorca-Urlauber und alle Reise-Rückkehrer aus dem Ausland einführen, unabhängig davon, ob sie sich in einem Risikogebiet aufgehalten haben oder nicht.

Spanien-Urlaub über Ostern: Deutsche buchen Mallorca-Urlaub

Update, 15. März: Die Aktualisierung der Risikogebiete in Deutschland vereinfacht das Reisen aus einigen spanischen Regionen. Unterdessen haben die Deutschen sofort auf die Aufhebung der Reisewarnung für Mallorca reagiert: Die Buchungen für die Balearen-Insel stiegen sprunghaft an. Eurowings etwa verkündigte schon am Sonntag, dass alle Flüge nach Mallorca binnen Stunden ausverkauft gewesen seien. Man werde 300 zusätzliche Flüge für die Osterferien anbieten.

Update, 12. März, 13.30 Uhr: Wegen stark sinkender Corona-Infektionszahlen hebt die Bundesregierung Deutschland die Reisebeschränkungen für Mallorca und für Valencia auf. Die Balearen und einige Festlandsregionen gelten nicht mehr als Risikogebiete, wie das Robert Koch-Institut mitteilt. Damit verbunden ist auch die Aufhebung der Reisewarnung des Auswärtigen Amts. Das bedeutet: Wer aus diesen spanischen Regionen nach Deutschland reist, muss in Deutschland keine Quarantäne mehr einhalten, auch die Testpflicht entfällt. Auf dem Festland sind die Küstenregionen Valencia und Murcia mit beliebten Urlaubszielen wie Benidorm, Calpe, Jávea und Dénia ab Sonntag, 14. März, „risikofrei“, außerdem im Landesinneren die Extremadura, La Rioja und Kastilien-La Mancha. Im Gegensatz zu den Balearen hat die spanische Regierung die Festlands-Regionen abgeriegelt – der Reiseverkehr zwischen diesen Regionen ist nicht möglich.

Nach der Aufhebung der Beschränkungen für die Balearen will der größte Reiseanbieter Tui den Beginn der Ostersaison auf Mallorca vorziehen. Statt wie zunächst geplant ab 27. März sollen nun schon am Sonntag, 21. März, Flüge auf die Insel von Hannover, Frankfurt und Düsseldorf aus starten. Das Unternehmen erwartet eine entsprechende Nachfrage, wenn sich Urlauber nach der Rückkehr nach Deutschland nicht mehr in Quarantäne begeben müssen. Erste große Hotels auf Mallorca sollen ab dem nächsten Wochenende ebenfalls den Betrieb aufnehmen, kündigt Tui an. Für die Kanarischen Inseln bleibe es vorerst dabei, dass die bestehenden Angebote trotz Reisewarnung weiterlaufen sollen. Hier könnten Kunden bei Bedarf kostenlos umbuchen oder stornieren. Man hoffe aber, dass auch dieses klassische Osterferien-Ziel angesichts der geltenden Hygienevorschriften und -konzepte weiter genutzt werde.

Spanien-Urlaub über Ostern: Strenge Corona-Regeln bleiben

Update, 11. März: Nach dem Treffen der Landesgesundheitsminister und der Zentralregierung stehen die Corona-Auflagen für die Osterferien vom 26. März bis 9. April in Spanien fest. Darin sind auch Regeln festgelegt, die den Urlaub betreffen. Die Auflagen gelten nicht nur über Ostern, sondern auch über das Brücken-Wochenende um San José vom 17. bis 21. März:

  • Maximal vier Personen können sich in öffentlichen, geschlossenen Räumen treffen. Maximal sechs Personen im Freien. Im privaten Raum dürfen nur die Mitglieder eines Haushalts zusammenkommen.
  • Die einzelnen Regionen bleiben abgeriegelt, die Fahrt von einer Region in eine andere ohne triftigen Grund ist untersagt. Ausnahmen gibt es für die Balearen und die Kanaren: Balearen-Bewohner dürfen auf die Kanaren fliegen und andersherum.
  • Die nächtliche Ausgangssperre tritt um spätestens 23 Uhr in Kraft und endet um 6 Uhr.

Erstmeldung, 9. März: Palma de Mallorca (mit dpa) – Ostern steht vor der Tür und damit eigentlich der Auftakt der Urlaubs-Saison – wenn denn Corona nicht wäre. Am morgigen Mittwoch, 10. März, beraten in Spanien die Gesundheitsminister der einzelnen Regionen und die Zentralregierung über die möglichst einheitlichen Auflagen, die während der Karwoche gelten und unter anderem auch das Reisen regeln sollen. Unterdessen läuft in Berlin die Reisemesse ITB, dieses Jahr natürlich rein virtuell. Tui hat im Rahmen der Messe angekündigt, über Ostern wieder Urlauber nach Mallorca zu bringen.

Spanien-Urlaub über Ostern: Tui hält Mallorca für sicher

„Die Hotellerie hat sich intensiv vorbereitet, sicheren und verantwortungsvollen Urlaub anzubieten“, sagte Tui-Deutschland-Chef Marek Andryszak am Montag vor dem ITB-Start. Präzise Hygienekonzepte gäben Zuversicht, die Abstimmung mit den Behörden sei eng. Daher wolle man den Kunden „Oster-Urlaub auf Mallorca ermöglichen“, so der Manager. Spaniens Regierung drückt dagegen in Sachen Reisen weiterhin auf die Bremse. Gesundheitsministerin Carolina Darias erinnerte am Montag in einem Radio-Interview daran, dass zwei Faktoren großen Einfluss auf die Corona-Inzidenz hätten: Die Bewegungsfreiheit und soziale Kontakte. „Alle Maßnahmen, auf die wir uns einigen können, die die Bewegungsfreiheit und die sozialen Kontakte einschränken, gehen gegen das Virus, für die Gesundheit und für das Retten von Leben“, betonte Darias im Vorfeld des Treffens mit den Landesgesundheitsministern, bei denen über die Corona-Auflagen zu Ostern verhandelt wird. Sprich: Reisen über Ostern sind in Spanien nicht erwünscht.

Doch zugeschnitten sind die Corona-Auflagen vor allem auf die eigenen Bürger, auf all die Spanier aus dem Inland, die über Ostern gern an die Küsten in ihre Ferienwohnungen etwa an der Costa Blanca, Costa Cálida oder Costa del Sol fahren. Denn: Anders als in Deutschland dürfen Hotels in Spanien grundsätzlich öffnen, und auch die Einreise aus dem Ausland ist zwar Corona-bedingt kompliziert, aber nicht verboten. In Spanien müssen Touristen aus dem Ausland außerdem keine Quarantäne einhalten, lediglich ein negativer Corona-Test ist für die Einreise nach Spanien erforderlich. Und so setzt Tui nicht nur auf Oster-Urlaub auf Mallorca, sondern vor allem auch auf das Sommer-Geschäft: „Mallorca wird eines der vorrangigen Ziele im Sommer sein“, versicherte Tui-Vorstand Sebastian Ebel bei einem Treffen mit der balearischen Ministerpräsidentin Francina Amengol in Palma.

Spanien-Urlaub über Ostern: Reisen aufs Festland müssen noch warten

Nach Aufhebung der Reisebeschränkungen sei ein sofortiger Anstieg der Buchungen zu erwarten - und Tui sei bereit, darauf zu reagieren, so Ebel. Derzeit zählt ganz Spanien – einschließlich Mallorca und den restlichen Balearen sowie den Kanaren – in Deutschland als Risikogebiet, aber immerhin nicht mehr als Hochinzidenzgebiet. Die Corona-Zahlen sinken in Spanien weiterhin, derzeit liegt die 14-Tages-Inzidenz im Landesschnitt bei 142, auf sieben Tage bei 63. Auf den Balearen ist sie noch niedriger, hier melden die Behörden 21 Corona-Fälle auf 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen – weit unter den Werten der meisten deutschen Bundesländer. Tui hofft deshalb auf eine Aufhebung der Reisewarnung, eventuell noch „in der laufenden Woche“.

Tui will einen Spanien-Urlaub über Ostern wieder ermöglichen und plant Reisen nach Mallorca.

Mit Reise-Angeboten auf das spanische Festland will Tui unterdessen noch bis nach Ostern warten. Die Prognosen, laut denen viele Spanien-Urlauber dieses Jahr wegen der strengen Corona-Regeln vor Ort auf Griechenland oder die Türkei ausweichen können, bestätigt Tui unterdessen nicht: Spanien bleibe mit Blick auf die aktuellen Buchungen der größte Markt, hieß es. Allerdings könnte sich das noch ändern, sagte Andryszak.

Urlaub über Ostern: Ausländer ja, Spanier nein?

In Spanien regt sich unterdessen Unmut darüber, dass ausländische Touristen einreisen dürfen, Spanier sich aber auch über Ostern nicht zwischen den einzelnen Regionen bewegen dürfen. Am Montag fragten Journalisten den spanischen Chef des Corona-Krisenstabs, Fernando Simón, danach: „Wie würden Sie einem Spanier erklären, dass er nicht zu seinem Ferienhaus fahren darf, während aber ein Ausländer herkommen kann, um in Spanien Urlaub zu machen?“ Das sei „nicht so einfach zu erklären“, antwortete Simón. „Wenn ein Engländer kommt, ist das nicht dasselbe, wie wenn 20.000 Personen von einer Stadt in die nächste fahren“, lautete sein Vergleich.  Außerdem könne auch „nicht einfach jeder Tourist nach Spanien reisen“, meinte Simón im Hinblick auf die Testpflicht für Reisende. So oder so kämen Touristen aus dem Ausland derzeit eh nur vereinzelt.

Rubriklistenbild: © Peter Steffen/dpa

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