Passagiere besteigen einen Easy-Jet-Flieger in Mallorca.
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Flugreisen von und nach Spanien könnten wegen Streiks 2022 beschwerlich werden.

Urlaub in Spanien

Streik auch bei EasyJet Spanien im Juli 2022: Ryanair-Streik nun in mehreren Ländern

  • Marco Schicker
    VonMarco Schicker
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Auch das Kabinenpersonal von EasyJet in Spanien will streiken. Neun Tage im Juli sind angesetzt, manche decken sich mit dem angekündigten Ryanair-Streik. Betroffen sind Flüge von und nach Barcelona, Málaga und Palma de Mallorca.

Palma de Mallorca/Málaga - Der Start der Urlaubssaison in Spanien wird immer holpriger. Zu dem wachsenden Chaos an den Flughäfen in Spanien, wie an vielen Airports in Europa, gesellt sich, wie berichtet, ein Streik der Kabinencrews von Ryanair in Spanien an mindestens sechs Tagen ab 24. Juni bis in den Juli und nun haben auch noch die 450 Flugbegleiter von EasyJet Spanien ihrerseits einen Streik angekündigt.

Streik bei EasyJet an neun Tagen im Juli 2022: Málaga, Mallorca und Barcelona betroffen

EasyJet fliegt spanische Ziele vor allem aus Großbritannien an, hat aber auch Verbindungen aus Deutschland, Frankreich und Osteuropa im Programm. Der Streik des Kabinenpersonals von EasyJet soll an neun Tagen im Juli 2022 stattfinden, am 1., 2., 3. Juli, sodann der 15., 16. und 17. Juli und nochmals am 29., 30. und 31. Juli, also mitten in der Hochsaison. Die Streiks sind, wie bei Ryanair, auf je 24 Stunden angesetzt und sollen alle drei Basen von EasyJet in Spanien betreffen, also die Flughäfen Barcelona El Prat, Palma de Mallorca und Málaga.

Der Vertreter der Gewerkschaft USO in Málaga erklärt: Unsere "450 Mitarbeiter der Kabinencrews in Spanien haben derzeit ein Grundgehalt von 950 Euro, das sind 850 Euro weniger als das Grundgehalt in Frankreich oder Deutschland.". Das Management habe - und das scheint die gleiche Situation wie bei Ryanair zu sein - die Verhandlungen über einen Kollektivvertrag aber "blockiert", so der Gewerkschafter. Der einzige Unterschied: Bei EasyJet kämpfen sie um einen besseren Kollektivvertrag, bei Ryanair um überhaupt den ersten.

Flugausfälle durch Streiks bei Ryanair und EasyJet in Spanien

USO fordert neben höheren Löhnen auch eine Lohngarantie, bis dato gebe es nämlich Abzüge, wenn bestimmte Flugstunden nicht erreicht würden, außerdem soll eine Inflationsanpassung verankert werden, Schulungen als volle Arbeitszeit abgerechnet werden, bessere Ruheregelungen und eine mindestens jährliche komplette Erneuerung der Bordanzüge, einschließlich des Schuhwerks.

EasyJet-Personal schließt sich dem Ryanair-Streik in Spanien an.

Das Management von EasyJet reagiert ähnlich wie jenes von Ryanair und zeigt sich "enttäuscht von der Entscheidung der Personalvertreter, gerade jetzt, in einem so kritischen Moment für die Luftfahrtindustrie" einen Streik anzusetzen. Man wolle weiter verhandeln, und habe doch schon "bemerkenswerte Fortschritte" gemacht.

Man könne für die Streiktage "Flugausfälle nicht ausschließen", behalte aber vorerst "alle Flüge von und nach Mallorca, Barcelona und Málaga plangemäß bei", Änderungen würden dann kurzfristig mitgeteilt, bei Flugausfällen oder maßgeblichen Verspätungen seien kostenlose Umbuchungen oder Ersatzflüge am Schalter oder auf der Webseite von EasyJet Spanien (vom Gesetz) vorgesehen, Ausfallkompensationen sind aber bei regulär angemeldeten Streiks nicht vorgesehen, wenn die Fluglinie Ausfälle "rechtzeitig" kommuniziert. Welche Entschädigungen Fluggästen grundsätzlich bei verspäteten oder stornierten Flügen zustehen, erklärt bw24.de.

Der Streik bei Ryanair in Spanien breitet sich indes auf andere Länder an. Auch die Ryanair-Kollegen in Belgien, Portugal, Frankreich und Italien wollen Ende Juni mit Arbeitsniederlegungen auf ihre prekären Verhältnisse aufmerksam machen. Eine jüngste Verhandlungsrunde zwischen der irischen Airline und den Gewerkschaften scheiterte.

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