Ein medizinischer Angestellter entnimmt eine Probe aus dem Nasenraum bei einem Patienten.
+
Bei der Probenentnahme gibt es keinen Unterschied zwischen TMA-Test und PCR.

Corona-Tests im Vergleich

TMA-Test für Spanien-Reisen: Verfahren, Kosten und Unterschiede zum PCR

  • Judith Finsterbusch
    vonJudith Finsterbusch
    schließen

Spanien erkennt bei der Einreise auch den TMA-Test an. Im Gegensatz zum PCR ist Touristen das Verfahren oft unbekannt. Ein Vorteil sind die Kosten.

Update, 6. Juni: Ab 7. Juni lockert Spanien seine Einreisebestimmungen. Geimpfte und Genesene brauchen dann keinen negativen Corona-Test mehr. Wer weder geimpft ist noch eine Covid-19-Erkrankung überstanden hat, benötigt weiterhin einen Test für die Einreise nach Spanien. Allerdings erkennt Spanien jetzt neben LAMP, TMA- und PCR-Tests auch Antigen-Tests an.

Erstmeldung, 28. April: Spanien ist bei den Anforderungen an die Corona-Tests, die von Reisenden verlangt werden, besonders streng. Gültig sind hier nur PCR-, LAMP- und TMA-Tests, Antigen-Tests dagegen sind für die Einreise nicht ausreichend. Während die Verfahren PCR und LAMP zum Nachweis einer Corona-Infektion auch in anderen Ländern recht geläufig sind, ist das TMA-Verfahren weniger bekannt. Was also ist ein TMA-Test?

TMA-Test: Was ist das?

TMA steht für Transcription Mediated Amplification, es handelt sich um einen Molekular-Test, den das spanische Unternehmen Grifols entwickelt hat, um Sars-CoV-2 in Plasma, Blut oder Proben aus den Atemwegen nachweisen zu können. Die Probenentnahme ähnelt der für PCR-Tests: Ein langes Wattestäbchen wird in die Nase eingeführt. Auch die Zuverlässigkeit ist ebenso groß wie bei einem PCR-Test – ein Grund, weshalb Spanien den TMA-Test für die Einreise anerkennt.

Die entnommene Probe wird vollautomatisch von einem Apparat analysiert, den derselbe Hersteller vertreibt, der auch das Testverfahren entwickelt hat. Ein entscheidender Vorteil beim TMA-Verfahren gegenüber dem „großen Bruder“ PCR-Test ist, dass das Ergebnis binnen weniger Stunden vorliegt, meist etwa nach drei oder vier Stunden. Beim PCR-Test, den Touristen in Spanien in privaten Kliniken durchführen lassen können, sind mindestens 24 Stunden üblich.

TMA-Test für Spanien-Einreise: Unterschiede zum PCR-Verfahren

Während der Patient selbst den Unterschied zwischen TMA- und PCR-Test bei der Probenentnahme nicht bemerken dürfte, verläuft die Untersuchung der Probe durchaus unterschiedlich. Zwar stellen beide Verfahren anhand der entnommenen Probe fest, ob genetisches Material von Sars-CoV-2 darin enthalten ist. Beim PCR-Test muss dazu jedoch zunächst die RNA vom Coronavirus in DNA umgeschrieben werden. Das TMA-Verfahren dagegen kann auf Anhieb RNA nachweisen und vervielfältigen. Somit spart sich das Verfahren einen Schritt und das Ergebnis liegt schneller vor. Auch die Kosten für einen TMA-Test sind mit rund 80 Euro meist etwas geringer als bei einem PCR-Test, der in Spanien im Schnitt um die 100 Euro kostet.

Sowohl das PCR- als auch das TMA-Verfahren gelten als sehr zuverlässig, da sie das genetische Material des Virus nachweisen – also die Momentaufnahme einer akut vorliegenden Infektion aufzeigen, wenn diese denn besteht. Ein Antigen-Test dagegen, der in anderen Ländern als Spanien sehr wohl für die Einreise ausreicht, kann auch noch positiv ausfallen, wenn die Corona-Infektion bereits überstanden ist. Ein Vorteil des Antigen-Tests ist, dass er um einiges günstiger ist als die PCR- und TMA-Proben.

TMA-Test ist in Spanien einer von drei anerkannten für die Einreise

In Spanien müssen derzeit alle Flugreisenden aus Risikogebieten einen negativen PCR-, LAMP- oder TMA-Test vorlegen können, der maximal 72 Stunden zuvor durchgeführt wurde. Sowohl Deutschland als auch Österreich und die Schweiz stehen aktuell in Spanien auf der Liste der Corona-Risikoländer. Auch bei der Einreise über Land verlangt Spanien neuerdings einen negativen Test an der spanisch-französischen Grenze, weil die Inzidenz im Nachbarland extrem hoch ist. Das Testergebnis muss in jedem Fall auf Spanisch, Deutsch, Englisch oder Französisch vorliegen, ausgenommen von der Testpflicht sind Kinder unter sechs Jahren.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare