Tram Alicante auf einer Brücke.
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S-Bahn mit Meerblick. Die Tram Alicante will zur Ringbahn werden und bald auch Mutxamel ins Netz nehmen. Ab 2023 soll die Non-Stop-Fahrt von Dénia bis Alicante möglich sein.

Verkehr in Alicante

Tram Alicante: Neue Linien und „bald“ Non-Stop von Dénia nach Alicante

  • Marco Schicker
    VonMarco Schicker
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Die neue Linie 6 soll die Tram Alicante ab 2027 zur Stadtbahn machen, ab 2023 soll es endlich Non-Stop von Alicante bis Dénia gehen, Mutxamel und Krankenhäuser San Vicente und San Juan kommen bis 2025 ans Netz und die Linie 1 führt dann bis zum Bahnhof. Eine Verbindung zum Airport Alicante oder nach Elche bleibt wohl hingegen ein unerfüllbarer Traum.

Alicante – Seit Jahren macht die Tram Alicante vor allem Schlagzeilen durch sich endlos hinziehende Bauarbeiten an der Linie 9 Benidorm-Dénia und dem so nervigen wie zeitraubendem Ersatzverkehr mit Bussen, der viele Autofahrer davon abhält, über einen Umstieg auf die umweltfreundliche Alternative auch nur nachzudenken. Taktung und lange Fahrtzeiten sind weitere Hürden. Die Elektrifizierung, Gleiserneuerung, Adaption der Haltestellen und sündteure Brückenrekonstruktionen gestalteten sich in der Praxis deutlich schwieriger und teurer als am Reißbrett.

Nicht vor 2023: Tram von Alicante nach Dénia ohne Ersatzbusse und Umsteigen

Immerhin: Neben einer wieder durchgehenden Linie 9 (optimistische Planung jetzt: bis Mitte 2023) steht durch die Vereinheitlichungen bald eine verlängerte Linie 1 in Aussicht, so dass die Reisenden dann ohne Umstieg von Alicante bis Dénia mit Meerblick durchfahren könnten. Rund 350 Millionen Euro wird das Projekt das Land Valencia bis dahin gekostet haben, 150 Millionen kosten allein die Viadukt-Brücken Quisi, Algar und Mascarat.

Tram Alicante wird zur S-Bahn: 15 Kilometer durch die Barrios - Anschluss an Eisenbahn

Dass die Linie 9 der Tram Alicante von Benidorm bis Dénia so wenig genutzt wird, hat vor allem mit den Bauarbeiten zu tun. Sind die einmal abgeschlossen, muss die TGV über eine höhere Taktung nachdenken.

Der valencianische Landesentwicklungsminister Arcadi España gab dieser Tage bereits Planungen bis 2027 bekannt. Das kleinste Mosaiksteinchen ist die Verlegung des Endbahnhofs der Linien 1-4 von der Plaza de Luceros im Zentrum von Alicante zum Bahnhof und damit der Anschluss der Tram an den AVE sowie die Cercanías. Hier geht es zwar „nur“ um 800 Meter und eine neue Station, beides ist aber nur unterirdisch zu haben und kostet daher überirdisch anmutende 35 Millionen Euro. Baustart ist 2023, zwei Jahre soll die Fertigstellung dauern.

Noch ambitionierter ist der Plan einer neuen, 15 Kilometer langen Linie 6, die ab 2027 sowohl den Tram/Bahn-Hauptbahnhof mit dem Hospital San Vicente sowie dem Uni- Campus in gleicher Stadt verbinden soll, als auch die Tram Alicante zu einer Ringbahn durch und um die Stadt zu machen. 315 Millionen Euro sind für dieses Großprojekt vorgesehen, die Linie 6 soll dabei unter anderem den Stadtbezirk La Florida und traditionelle Arbeiterviertel wie San Blas, San Augustín, Tómbola, Divina Pastora und Ciudad Jardín ins Liniennetz einbinden.

Tram Alicante: Nach Mutxamel ja, zum Flughafen aber nicht

Und zum dritten: Durch einen Link von der Plaza La Coruña (Linie 5 ab Plaza Mar in Alicante) sowie der Station Costa Blanca (Linie 3) würde zudem ab 2026 die Playa de San Juan mit Stadt und Hospital San Juan de Alicante sowie mit Mutxamel verbunden sein.

Bleiben Wünsche offen? Viele. Immer wieder wurde die Erweiterung der Tram von Alicante nach Elche angesprochen und gewünscht. Diese Linie 7 – oder eine verlängerte Linie 1 – hätte indes nur wirklich Sinn, wenn damit der Anschluss an den Airport Alicante/Elche verbunden wäre, so dass der Flughafen von beiden Großstädten bequem mit der Tram erreichbar wäre. Doch Flughäfen sind Staatsangelegenheit und so scheint eine Cercanía, also Vorortzuglösung über Renfe/Adif wahrscheinlicher als ein Tram-Anschluss, – wenn überhaupt.

Auch in l‘Alfaz del Pi führten Anpassungen der Haltestelle der Tram Alicante zu Unannehmlichkeiten für die Passagiere.

Tram-Betreiber FGV hat zudem angekündigt, Ende des Sommers neue Taktungen auf den Linien zu verkünden. Die (Uni)-Linie 2, die bisher alle 20 Minuten fährt und dabei große Teile der Nordstadt bedient, ist häufig überfüllt. Doch auch die Linie 1, vor allem wenn sie wieder durchfährt, müsste künftig auch im Sommer deutlich häufiger als nur alle halbe Stunde fahren. Denn hier kreuzen sich im Sommer Arbeiter und Angestellten mit Touristen.

Autofahrer mit Expresslinie auf die Tram locken

Es gab schon einmal die Idee, durch Einführung einer Expresslinie, die die ganzen kleinen Buchten, Calas und Urbi-Stationen der Linie 1 zu Gunsten der großen Knotenpunkte überspringt, die Fahrzeit zwischen Alicante und Benidorm von derzeit einer Stunde und 20 Minuten auf rund 50 Minuten zu verkürzen. Doch das ist „operatives Aufgabengebiet“ von FGV, erklärte der Landesvertreter, „und fällt nicht in unser Gebiet der strategischen Planung“.

Im Juni 2021 nutzten 775.000 Fahrgäste die Tram Alicante, 280.000 mehr als im (Corona-)Juni 2020. 314.150 entfielen auf die Linie 2 (San Vicente), gefolgt von 160.000 auf der Linie 3 (El Campello). 126.500 nutzten die Linie 1, die vor Beginn der Arbeiten die am stärksten frequentierte war.

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