Ein Rentner geht in Badeshorts und gestreiftem T-Shirt entlang am Strand von Tamariz Beach in Estoril.
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Ein Mann weigert sich, das gebuchte Ferienhaus zu verlassen. (Symbolbild)

Corona-Pandemie

Urlauber nistet sich in Ferienhaus ein – Vermieterin vor finanziellem Ruin

Ein Mann in Großbritannien macht sich eine Corona-Gesetzesänderung zunutze, um ein Ferienhaus zu besetzen. Die Vermieterin steht jetzt vor dem finanziellen Ruin.

Eigentlich wollte der Urlauber nur zwei Wochen in dem Haus im englischen Gloucestershire bleiben. Nun besetzt er es jedoch schon seit über drei Monaten. Die Vermieterin Micki H., eine alleinerziehende Mutter, ist am Verzweifeln. Denn eigentlich handelt es sich bei der Bleibe um ihren Hauptwohnsitz, den sie nur an Urlauber vermietet, wenn sie gerade beruflich in London ist. Doch der 61-jährige Marty B. weigert sich nun, das Haus wieder zu verlassen. Dabei zahlt er nicht einmal einen Cent Miete.

Urlauber will Ferienhaus in Corona-Zeiten nicht mehr verlassen: „Ich gehe nirgendwo hin“

Der Albtraum begann im Herbst letzten Jahres, als der 61-Jährige nach seinem geplanten zweiwöchigen Aufenthalt, um eine Verlängerung der Buchung* bat. Dafür verlangte Micki H. jedoch die Heimatadresse, den Personalausweis und Referenzen – was sie niemals bekam, wie die britische Daily Mail berichtet. Stattdessen überwies er ihr ein Pfund auf das Bankkonto und gab ihr 1.300 Pfund in bar als „Zeichen des guten Willens“. Seither hat die alleinerziehende Mutter aber kein Geld mehr gesehen – was fatal für sie enden könnte. Sie ist nämlich auf die Mieteinnahmen angewiesen, da sie die Hypothek für das 800.000 Pfund (ca. 915.000 Euro) teure Haus noch nicht abbezahlt hat.

Doch der „Urlauber“ lässt sich nicht so leicht aus dem Haus vertreiben. „Ich gehe nirgendwo hin“, soll er selbst gesagt haben. Der 61-Jährige macht sich nämlich eine Gesetzeslücke zunutze, die aufgrund der Corona-Pandemie entstanden ist. Er behauptet, ein Mieter von Micki H. zu sein, sodass er der sechsmonatigen Kündigungsfrist unterliegt. Die britische Regierung hatte diese während der Pandemie verlängert, um Mieter zu schützen, die durch die Krise in finanzielle Schwierigkeiten gekommen sind. Den Mann allerdings auf juristischem Weg aus dem Haus zu bekommen, würde sich über Monate ziehen und wäre deutlich teurer. Das britische Rechtssystem arbeitet aufgrund der Corona-Pandemie langsamer als sonst.

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Von wegen Urlaub: Mann nutzt Corona-Pandemie mit dreister Masche aus

„Ich bin so gestresst, ich kann nicht schlafen“, sagte Micki H. der Daily Mail. „Wenn er nicht wäre, würden wir jetzt in diesem Haus wohnen und hätten Weihnachten und Silvester dort verbracht.“ Stattdessen soll sie von Marty B. bedroht worden sein. Ihre Anrufe nimmt er nicht mehr an. Obendrein soll er die Polizei mehrmals wegen ihrer „Belästigungen“ gerufen haben. „Ich weiß nicht, ob ich mich in diesem Haus jemals wieder sicher fühlen werde“, so die alleinerziehende Mutter. „Ich kann nicht aufhören, an all die persönlichen Gegenstände zu denken, die da drin sind.“

Dass der 61-Jährige die Miete verweigert, weil er kein Geld hat, bezweifelt die Frau: „Es geht hier nicht um jemanden, der nicht zahlen kann“. Marty B. selbst behauptet nämlich, ein Multi-Millionär zu sein. Zudem schickte er der Vermieterin Screenshots von Gesetzestexten der Regierung, um ihr klar zu machen, dass er sie nicht so leicht aus dem Haus bekommt. „Er weiß genau, was er tut.“ (fk) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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