Reiseplanung sollte durchdacht sein.
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Reiseplanung sollte durchdacht sein.

Reiseplanung

Reiselust 2020: Wohin sollte ich an welchen Feiertagen verreisen?

Wer günstig verreisen will, der macht einen Kurzurlaub in Europa. Die Anreise schont nicht nur den Geldbeutel – geschickt geplant, spart man sich auch Urlaubstage.

  • Im Jahr 2020 lassen sich viele Feiertage optimal für einen Mini-Trip nutzen.
  • Wer über Ostern, Christi Himmelfahrt oder den Tag der Arbeit wegfährt, der nutzt nicht nur die freien Tage perfekt.
  • Er lernt auch gleich die lokalen Gebräuche seines Reiselandes kennen – und die unterscheiden sich teils ganz gewaltig von den Traditionen in Deutschland.

Ostern: Hexenumzug in Schweden

Dank Karfreitag und Ostermontag ist das Wochenende richtig lang und lässt sich besonders gut in Schweden feiern. Denn dort wird das Fest mit einer speziellen Tradition begangen: Alle kleinen Kinder verkleiden sich am Gründonnerstag als Osterhexe, mit langem Kleid, Schürze und Kopftuch. Dann ziehen sie von Tür zu Tür und verlangen Süßigkeiten oder andere Gaben. Als Dank lassen sie ihre selbstgemalten Osterbilder da.

Diese Tradition, basierend auf der Legende der Hexe Paskkaring, gibt es schon seit mehr als hundert Jahren, wie das Portal Swoodoo berichtet. Laut der Sage taucht die Hexe immer zu Ostern auf und fliegt auf den Berg Blakulla, der dem deutschen Brocken als Hexensammelplatz entspricht. Alle, die zu alt sind, um als kleine Osterhexe durchzugehen, können übrigens trotzdem mitfeiern: Während die Hexe Paskkaring am Ostermontag von Blakulla wieder nach Hause fliegt, werden besonders in Südschweden große Osterfeuer entzündet und die Menschen trinken süßen Ostermost aus Hopfen und Malz.

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Tag der Arbeit: Studentenparty in Finnland

Wer das erste Maiwochenende richtig feiern will, der verbringt es am besten in Finnland. Denn die Finnen begehen das Vappu-Fest, das Fest der Studenten. Sie versammeln sich, tragen ihre Studentenoveralls (Haalarit) und ihre weißen Abiturmützen und feiern die ganze Nacht hindurch in den Mai hinein. Am 1. Mai treffen sich dann Studenten und alle Interessierten in den Parks und picknicken; es gibt traditionell Tippaleipä-Gebäck mit Preiselbeermarmelade oder Munkki (eine Art von Donuts) mit Sima, einem vergorenen Getränk aus Rosinen und Zitronen.

Um 18 Uhr wird schließlich in der Hauptstadt Helsinki die Statue "Havis Amanda" – eine nackte Meerjungfrau – von den Studenten gewaschen und ebenfalls mit einer Mütze versehen. Gerade diese Waschzeremonie sollte man sich nicht entgehen lassen, sie ist der Höhepunkt des Vappu-Festes. Dementsprechend voll wird es auch und man sollte möglichst vor 18 Uhr da sein, um sich einen guten Platz zu sichern.

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Christi Himmelfahrt: Wilde Tänze in Rumänien

Zu Christi Himmelfahrt bietet sich Rumänien als Reiseziel an – denn hier gibt es einige besondere Traditionen. Die Rumänen glauben nämlich, dass an Christi Himmelfahrt die Geister der Toten in den Himmel aufsteigen. Um sich vor ihnen zu schützen, schneiden sie am Abend vor Himmelfahrt Liebstöckel und verteilen ihn im Haus. Am Himmelfahrtstag selber sammeln sie Holunderzweige, zudem schützen sie sich mit Nussblättern gegen die bösen Geister. Dazu nehmen sie ein Festmahl aus süßer Milch, Cozonac-Kuchen (ein Hefestrudel mit Nüssen) und rotgefärbten Eiern ein.

Doch damit noch nicht genug: In der Woche nach Christi Himmelfahrt ziehen in Trachten gekleidete Männergruppen durch die Städte, führen akrobatische Tänze auf und stimmen ein Kriegsgebrüll an – auch damit sollen die Geister ferngehalten werden. Der "Dansul Calusului" gehört seit 2005 sogar zum immateriellen Welterbe der UNESCO. Besonders ausgefeilt lässt er sich in der Walachei bewundern.

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Fronleichnam: Pracht-Prozessionen in Südeuropa

Fronleichnam ist ein offizieller Feiertag in Deutschland. In Italien und Spanien ist er das zwar nicht, dennoch – beziehungsweise genau deshalb – lohnt sich jetzt ein Trip hierhin. Denn die Italiener feiern Fronleichnam am darauffolgenden Sonntag nach: mit großen Prozessionen durch die Städte. Besonders bekannt ist der Umzug in Rom, den der Papst selber anführt. Er zieht vom Vorplatz der Lateranbasilika zur Basilika Santa Maria Maggiore und erteilt dort den Gläubigen den sakramentalen Segen.

Ähnliche Prozessionen gibt es auch in Spanien: In vielen spanischen Städten werden die Straßen und Häuser zudem mit Blütenteppichen geschmückt, besonders berühmt dafür ist das andalusische Örtchen Zahara de la Sierra. Am besten erreicht man die Gemeinde über einen Flug nach Sevilla und von dort aus mit dem Mietwagen. Dabei kann man auch den Naturpark Sierra de Grazalema bewundern, an dessen nördlichem Rand der Ort liegt. Wer nach dieser ganzen Pracht ein wenig lockere Unterhaltung braucht, der sollte sich mit der spanischen Fronleichnam-Tradition "L’ou com balla" beschäftigen: Dabei legen die Menschen ein Ei in einen Brunnen und lassen es auf der Brunnenfontäne tanzen. Warum? Der Brauch stammt aus dem Mittelalter, seine Bedeutung ist nicht überliefert. Macht aber nichts, "L’ou com balla" ist trotzdem spaßig. Unbedingt ausprobieren.

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Weihnachten: Pferdegeister in Wales

An Weihnachten gibt es nicht nur einen, sondern gleich zwei Tage frei – passenderweise gehen die beiden 2020 direkt in ein Wochenende über. Heißt: Die Weihnachtstage bieten sich geradezu an, um zu verreisen und dabei noch andere Feiertagstraditionen kennenzulernen. Sehr schön klappt das beispielsweise in Wales.

Denn dort geht zwischen Weihnachten und Neujahr die "Mari Lwyd", die graue Mähre, herum. Dabei handelt es sich um eine Figur, die einem hageren, geisterhaften Pferd sehr ähnlich sieht – sie wird zusammengebastelt aus einem Pferdeschädel, einem weißen Bettlaken und bunten Verzierungen. "Mari Lwyd" wird dann von den Menschen durch die Dörfer getragen. Sie singen dazu und fordern sich gegenseitig zu Dicht-Wettbewerben heraus. Dazu trinken sie ein sehr alkoholhaltiges Ale, das mit einer ganz speziellen Gewürz- und-Zucker-Mischung angemacht ist. Also, am besten einfach mit den Einheimischen anstoßen, mitsingen und vielleicht ein kleines Gedicht vorbereiten!

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Neujahr: Feuerzauber in Schottland

Und wer Weihnachten sowieso schon in Wales verbringt, der sollte Silvester direkt im nahe gelegenen Schottland feiern. Denn dort findet am letzten Tag des Jahres eines der wichtigsten Feste überhaupt statt: das Hogmanay. Dabei schreiten die Einheimischen mit großen Feuerbällen herum, in Aberdeen wird regelmäßig eine große Parade daraus – dabei schauen bis zu 12.000 Menschen zu.

Zudem gilt das Prinzip des "First Footing": Wer am Neujahrstag als Erster über eine Hausschwelle tritt, muss den Bewohnern etwas mitbringen – nämlich ein Glas Whiskey, ein Stück Kohle, Shortbread sowie Salz oder einen ganz speziellen Früchtekuchen namens "Black Bun". Der besteht aus Zitrone, Mandeln, Zimt und Korinthen und schmeckt köstlich. Besonders bekannt sind die "Black Buns" des Bäckers Alex Dalgetty, der sie in den Dörfern Melrose und Galashiels verkauft. Ein Abstecher zu seiner Bäckerei lohnt sich auf jeden Fall – und er verkauft sie nicht nur am Neujahrstag, sondern auch darüber hinaus.

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