Neue Regelung

Ryanair kündigt an: Toilettengang in Flugzeug nur unter einer Bedingung erlaubt

Für die Flüge nach der Corona-Krise hat sich die Airline Ryanair eine neue Regelung einfallen lassen. Der Toilettengang wird nicht mehr ohne Weiteres möglich sein.

  • Urlauber* können sich freuen: Ryanair will ab Juli wieder fast tausend Flüge pro Tag anbieten.
  • Für die ersten Flüge* hat sich die Airline eine neue Regelung überlegt.
  • Wer die Toilette an Bord nutzen möchte, der darf dies zunächst nur unter einer Bedingung tun.

Ryanair: Wer an Bord die Toilette nutzen will, muss vorher fragen

Ryanair hat eine Regelung mitgeteilt: Diese soll für die ersten Flüge nach den Corona-Beschränkungen gelten. "Fluggästen wird auf Anfrage Zugang zu den Toiletten gewährt", teilte Ryanair am Dienstag (12.05.20) laut verschiedener Medienberichte mit.

Lesen Sie hier: Experte prangert an: Lufthansa verhält sich "rechtswidrig" gegenüber Kunden.

Diese zusätzlichen Vorsichtsmaßnahmen ergreift Ryanair an Bord

Ryanair teilt auf der Website mit, dass das Unternehmen "viele der Abläufe über die von den Behörden geforderten Vorschriften hinaus angesprochen" habe. Dazu zähle:

  • Die nächtliche Reinigung wurde erweitert; jeder Flugzeuginnenraum werde mit einem Desinfektionsmittel in Krankenhausqualität behandelt.
  • Die Flotte sei mit äußerst effizienten HEPA-Filtern (High Efficiency Particulate Arrestors) ausgestattet, die Partikel in der Luft bis zur Größe mikroskopisch kleiner Bakterien- und Viruscluster (mit einer Effizienz von besser als 99,99%) entfernen würden.
  • Zudem sollten Passagiere wie Besatzung Mundschutzmasken an Bord tragen.

Lesen Sie hier: "Lupenreiner Rechtsbruch": Lassen Airlines ihre Kunden hängen? Experten mit massiver Kritik.

Ryanair will ab Juli wieder fast tausend Flüge pro Tag anbieten

Der irische Billigflieger Ryanair will sein in der Corona-Krise weitgehend eingestelltes Angebot im Sommer wieder deutlich ausweiten. Vom 1. Juli an sollen pro Tag nahezu tausend Flüge stattfinden, wie die Fluggesellschaft am Dienstag mitteilte. Das entspricht rund 40 Prozent des regulären Angebots an Flügen.

Ryanair zufolge sollen damit 90 Prozent des ursprünglichen Streckennetzes der Fluggesellschaft wieder bedient werden - vorausgesetzt, dass die Einschränkungen für Flugreisen in der EU bis dahin aufgehoben werden und an Flughäfen "effektive Maßnahmen" zum Gesundheitsschutz in Kraft sind.

Es sei "wichtig für unsere Kunden und unsere Leute, dass wir zu einer Art normalem Flugplan zurückkehren", erklärte Ryanair-Geschäftsführer Eddie Wilson. "Nach vier Monaten ist es an der Zeit, Europa wieder zum Fliegen zu bringen, sodass wir Freunde und Familien wieder vereinen können, den Menschen eine Rückkehr zur Arbeit ermöglichen und Europas Tourismusindustrie neustarten."

Zugleich betonte Wilson, dass Ryanair eng mit den Gesundheitsbehörden zusammenarbeiten wolle, um die Einhaltung von Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie sicherzustellen. So sollen sowohl Besatzung als auch Passagiere Gesichtsmasken tragen und sich Temperaturkontrollen unterziehen müssen. Zum Abstandhalten an den Flughäfen und an Bord der Flugzeuge sollen die Fluggäste indes lediglich "ermutigt" werden.

Lesen Sie hier: Ryanair-Chef droht mit drastischem Schritt: "Wenn Mittelsitze leer bleiben, werden wir …".

Die Beschränkungen in der Corona-Krise haben den Flugverkehr international in weiten Teilen zum Erliegen gebracht. Ryanair bietet seit Mitte März nur rund 30 Flüge zwischen Großbritannien, Irland und dem Rest Europas an.

Stark betroffen von den Auswirkungen der Pandemie ist auch die zum Lufthansa-Konzern gehörende Fluglinie Brussels Airlines aus Belgien. Geplant ist deshalb der Abbau von rund 1.000 Stellen, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Das entspricht rund 25 Prozent der Belegschaft.

Wegen der "extrem negativen" Folgen für die finanzielle Situation der Fluggesellschaft und der anhaltend niedrigen Nachfrage nach Flugreisen sei Brussels Airlines gezwungen, "unumgängliche Maßnahmen" zu ergreifen, um das Überleben des Unternehmens zu sichern. Dafür soll die Flotte von 54 auf 38 Maschinen schrumpfen.

Die Fluggesellschaft warte weiterhin auf Hilfen der belgischen Regierung, erklärte Brussels Airlines weiter. Die Verhandlungen darüber dauerten an.

Auch interessant: Flug wegen Coronavirus annulliert? Regeln für Entschädigungen, die Sie jetzt kennen müssen.

Emirates-Flieger sollen vereinzelt abheben - Das erwartet die Passagiere

Emirates hat kürzlich bekannt gegeben, dass die Flieger ab dem 21. Mai 2020 neun Städte von Dubai aus ansteuern - sofern die einzelnen Länder das zulassen. Dazu zählen laut einer Pressemitteilung London, Frankfurt a. M., Paris, Mailand, Madrid, Chicago, Toronto, Sydney und Melbourne.

Von einer Toiletten-Regelung wie bei Ryanair ist zwar nicht die Rede, dennoch legt die Fluggesellschaft einen ausführlichen Sicherheitsplan vor, der die Passagiere und die Crew vor einer Ansteckung schützen soll:

  • Am Flughafen wird mithilfe eines Thermoscanners die Körpertemperatur der Flugreisenden und der Angestellten geprüft.
  • Barrieren sollen dafür sorgen, dass die Gäste und die Angestellten beim Check-In geschützt werden.
  • Passagiere und Angestellte müssen Masken und Handschuhe am Flughafen tragen.
  • Das Flugpersonal wird spezielle Sicherheitskleidung tragen, wie beispielsweise einen Gesichtsschutz.
  • Am Flughafen werden Markierungen angebracht, damit Passagiere den Sicherheitsabstand einhalten.
  • Im Flugzeug bietet Emirates einen speziellen Service an, der die Interaktion zwischen dem Personal und den Passagieren minimieren soll.
  • Magazine und Prospekte werden im Flugzeug nicht zur Verfügung stehen.
  • Das Handgepäck muss gegebenenfalls auf wichtige Gegenstände wie Laptops, eine kleine Handtasche, einen kleinen Koffer und/oder Baby-Utensilien reduziert werden.
  • Spezielle Filteranlagen im Flugzeug sorgen dafür, dass Viren und andere Partikel zu 99.97 Prozent aus der Luft verschwinden.
  • Nach jedem Flug werden die Innenräume der Maschinen gründlich gereinigt.

sca/AFP

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Rubriklistenbild: © picture alliance/Frank Rumpenhorst/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare