Verkehrsregeln in Spanien

Auto fahren in Spanien: Die wichtigsten Verkehrsregeln für Touristen

  • vonStella Kirchner
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Auto fahren in Spanien stellt für viele Touristen eine große Herausforderung dar. Hohe Strafen, undurchsichtige Parkregeln und unbekannte Verkehrszeichen verunsichern. 

  • Auto fahren in Spanien ist ab einem Alter von 18 Jahren erlaubt.
  • Touristen müssen wegen Corona besondere Regeln beachten, wenn sie mit dem Auto über die Grenze fahren.
  • Autofahrer dürfen in Spanien innerorts 50 km/h fahren, auf Landstraßen maximal 90 km/h und auf der Autobahn sind 120 km/h beim Auto fahren erlaubt.

Alicante - Autofahrer in Spanien haben einiges zu beachten. Saftige Geldstrafen lauern beinahe an jeder Ecke: Schon Kleinigkeiten wie Essen oder Wasser trinken am Steuer können bei besonders strengen Verkehrspolizisten bis zu 100 Euro kosten. Insgesamt merkt ein Tourist schnell, dass es in Spanien beim Auto fahren ein wenig anders zugeht als in der deutschen Heimat. Plötzlich ist das Auto abgeschleppt, obwohl man doch nur kurz auf dem blauen Streifen geparkt hat, oder man wird angehupt, weil man gewisse Regeln nicht verinnerlicht hat.

SpanienLand
Bevölkerung46,94 Millionen (2019) (Eurostat)
HauptstadtMadrid
Vorwahl +34

Auto fahren in Spanien: Bußgeldkatalog mit hohen Strafen für Verkehrssünder

Oder man wird gar von der Polizei angehalten, die verkündet, man besäße gar keinen gültigen Führerschein, um in Spanien Auto zu fahren. Dabei hat man doch den Lappen aus Deutschland mitgenommen, bevor man sich für mehrere Monate in seinem Ferienhaus niedergelassen hat. Ganz aktuell kommt wegen des Coronavirus noch eine Maskenpflicht im Auto hinzu, sollte man sich mit Personen im Fahrzeug befinden, die nicht im selben Haushalt wohnen. Darüber hinaus zieht Corona noch besondere Ein- und Ausreiseformalitäten für Spanien nach sich. Die geschilderten und viele weitere Situationen lassen sich vermeiden, wenn man die spanischen Verkehrsregeln und Besonderheiten kennt.

Auto fahren in Spanien: Wie alt muss ein Fahrer mindestens sein?

In Spanien muss ein Fahrer mindestens 18 Jahre alt sein, um ein Auto zu fahren. Ein begleitetes Fahren für 17-Jährige wie in Deutschland gibt es nicht.

Auto fahren in Spanien: Gelten verschärfte Regeln wegen Corona?

Spanien hat seine Regeln zum Auto fahren nicht nennenswert wegen der Coronavirus-Pandemie geändert. Touristen könnten aber eventuell von einer Maskenpflicht betroffen sein, sofern sie mit anderen Menschen verreisen, die nicht im selben Haushalt wohnen. Das ist durch eine Ausweiskontrolle nachzuweisen.

Deutschland, Österreich und die Schweiz haben aber sehr wohl ihre Regeln für Spanienreisende geändert, die mit dem Auto fahren. Wer Urlaub in Madrid, dem Baskenland, Katalonien, Aragon oder Navarra gemacht hat, muss sich auf das Sars-CoV-2 testen lassen und eventuell - je nach Bundesland - in häusliche Quarantäne begeben. Die Costa Blanca ist noch nicht betroffen. Österreich und die Schweiz haben das gesamte spanische Festland zu Covid-19-Risikogebieten erklärt, was in Österreich eine Testpflicht nach sich zieht und in der Schweiz eine Quarantänepflicht. Für Mallorca und die übrigen Balearen sowie die Kanaren hat kein Land Beschränkungen ausgesprochen.

Auto fahren in Spanien: Wo darf man parken?

In den Beschwerden von ausländischen Touristen über das Auto fahren in Spanien nimmt das Parken oft eine Spitzenposition ein. Scheinbar wahllos stellen die Spanier ihre Autos auf den Straßen ab – manchmal auch gern in zweiter oder dritter Reihe. Doch nachmachen sollte man das am besten nicht, denn der Abschleppdienst, die Grúa, ist sehr aktiv. Je nach Gemeinde kostet dieser ungebetene Dienst schnell ab 150 Euro aufwärts.

Doch auch, wenn es nicht bis zum Abschleppen kommt, können hohe Strafen fällig werden, die meisten beginnen bei 50 Euro. In der Innenstadt kommt es für diese Regeln vor allem auf die Farbe an: Auf weißen Flächen kann ohne Einschränkung geparkt werden, gelbe Markierungen und gezackte Linien auf dem Boden zeigen ein Parkverbot an und an blau markierten Abschnitten darf das Auto nur begrenzt abgestellt werden. Die Begrenzung kann zeitlich sein, in dem Fall wird eine Parkscheibe benötigt. Häufiger muss jedoch ein Parkschein gelöst werden. In einigen Gemeinden gibt es zusätzlich zu den blauen Flächen auch noch orangefarbene Plätze. Diese sind für Anwohner und Kurzzeitparker vorgesehen. Als Anwohner können nur Autofahrer mit einem in Spanien angemeldeten Kraftfahrzeugs registriert werden.

Autofahren in Spanien: Kreisverkehre haben oft mehr als eine Fahrspur.

Sollte man sich in einer Straße befinden, in der es sowohl einen orangen als auch einen blauen Bereich gibt, ist es wichtig, beim Lösen des Parkscheins genau darauf zu achten, den richtigen Tarif auszuwählen. An Parkscheinautomaten in Alicantes Stadtzentrum kann zum Beispiel im Hauptmenü zwischen „Zona Azul“ (blaue Zone) oder „Zona Naranja“ (orange Zone) ausgewählt werden. In einigen Gemeinden wie zum Beispiel Benidorm wird für das Lösen eines Tickets zusätzlich das Autokennzeichen benötigt.

Die Parkzonen im Schnellüberblick:

Weiße ZoneKostenlose Parkplätze
Blaue ZoneParkschein oder Parkscheibe (seltener)
Orangene ZoneAnwohnerparkplätze, für Touristen teuer
Gelbe ZackenParkverbot, entweder absolutes oder eingeschränktes

Auto fahren in Spanien: Parkschein mit App bezahlen

Wer einmal kein Bargeld bei sich trägt, kann in einigen Gemeinden auch mit Kreditkarte bezahlen. Immer häufiger sind auch mobile Zahlungen möglich. In Alicante, Benidorm, Villena, Albacete und weiteren Orten in ganz Spanien kann beispielsweise die App Movilt zur Bezahlung genutzt werden. Diese steht für Android-Handys im Google Play Store und für iPhones im App-Store zum Download bereit. Die Mobilanwendung lässt sich auch auf Englisch umstellen. Dafür einfach den Reiter „Configuración“ drücken und bei „Idioma“ Englisch (Inglés) auswählen. Eine Umstellung ins Deutsche ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht möglich.

Nach dem Herunterladen muss das Auto mit Angaben zum Fahrzeug – es reichen Marke, Modell und eventuell noch Farbe – und dem Kennzeichen im Format HHAB1234 eingegeben werden. Es sollten keine Striche oder zusätzlichen Buchstaben wie zum Beispiel das „D“ für Deutschland oder „E“ für Spanien auftauchen, da der Kontrolleur das Kennzeichen so unter Umständen nicht im System findet. Danach gibt man die Kreditkartennummer ein, über die die Abrechnung stattfinden soll. Zuletzt wird die Stadt ausgewählt, in der das Fahrzeug geparkt wird. Danach erscheint eine Karte dieser Gemeinde. Wenn man GPS aktiviert, zeigt das Gerät sofort die Straße an, in der man sich befindet. Wer den Zugriff auf den Standort verweigert, kann aber auch manuell nach Straßen suchen. Die App zeigt die Gebiete nun blau, orange oder weiß an, je nachdem welcher Parkpreis gilt und ob ein Parkschein nötig ist.

Um zu zahlen, geht man einfach auf den Button „Siguiente“, dann erscheint eine Leiste, in der man die gewünschte Zeit einstellen kann. Höchstparkdauer und Preise variieren von Gemeinde zu Gemeinde, was aber von der App automatisch angepasst wird. Um das Ticket endgültig zu bezahlen, drückt man „Confirmar pago“. Dann erscheint eine Uhr, die anzeigt, wie lange das virtuelle Ticket noch gültig ist.

Verkehrsregeln Spanien: Park-Knöllchen kann umgetauscht werden

Parkstrafen können in Spanien schnell sehr hoch ausfallen. In der blauen Zone gibt es jedoch eine Besonderheit. Kontrolliert und betrieben werden diese Bereiche von Konzessionären, die von den Rathäusern engagiert werden. Diese Kontrolleure sind aber nicht dafür autorisiert, eine „multa“ auszustellen. Dies ist der Ortspolizei vorbehalten. Eine „denuncia“ hingegen ist rechtlich gesehen ein Strafzettel, der von Dritten ausgestellt wird, nämlich von der „ORA“, im Prinzip eine Art Ordnungsamt, das von einem Konzessionär betrieben wird. Sobald das Fahrzeug länger falsch parkt oder abgeschleppt werden soll, muss die Ortspolizei kommen und eine „multa“ unterschreiben. Da wird das Auto fahren im Urlaub schnell teuer.

Auto fahren in Spanien: Für die blauen Parkplätze müssen Autofahrer bezahlen.

Regelmäßig kommt es spanienweit zu Gerichtsprozessen von Autofahrern gegen die Kontrolleure der Konzessionäre, weil beispielsweise die Kennzeichnung der Zona Azul mangelhaft war, die Strafzettel nicht den gesetzlichen Anforderungen entsprachen oder ähnliches. Aufgrund dieser Erfahrungen zeigen einige Gemeinden eine gewisse Kulanz mit den Autofahrern und bieten die Möglichkeit, am Parkautomaten gegen eine Gebühr von ein paar Euro die „denuncia“ zu annullieren – über Moviltik kann der Vorgang auch auf Englisch mit dem Handy durchgeführt werden. In jedem Fall muss die Annullierung aber zeitig passieren, Benidorm räumt beispielsweise eine halbe Stunde nach Ausstellung des Strafzettels ein, Alicante gewährt 90 Minuten. Wer erst später erscheint, muss die „denuncia“ bezahlen. Im Falle eines Fehlverhaltens des Kontrolleurs kann der Tourist im zuständigen Rathaus unter der Vorlage von einem Parkschein inklusive Kennzeichen und Zeiten oder der Rechnung von Moviltik den Strafzettel und gegebenenfalls auch das Abschleppen widerrufen werden. Dieser Vorgang ist komplizierter, wenn die Gebühr schon gezahlt ist.

Auto fahren in Spanien: Bugeldkatalog für zu schnelles Fahren und Alkohol am Steuer

Bei den richtigen „multas“ – ob fürs Parken, zu schnelles Auto fahren oder Alkohol am Steuer – kommt ein Autofahrer hingegen weniger glimpflich davon. Besonders teuer wird es, wenn man nicht innerhalb von 20 Tagen bezahlt, denn der spanische Staat bietet vorher einen „Rabatt“ von 50 Prozent. Wer später bezahlt, muss mit den folgenden Strafzettel-Forderungen rechnen:

20 Kilometer pro Stunde zu schnellAb 100 Euro
50 Kilometer pro Stunde zu schnellAb 600 Euro
Alkohol am SteuerAb 500 Euro
Handy am SteuerAb 200 Euro

Bezahlt man also erst nach einem Monat werden nach dem Blitzer statt 50 nun 100 Euro fällig. Der ADAC bietet einen „Bußgeldrechner“ an, mit dem Autofahrer ausrechnen können, wie viel ihnen der spanische Staat womöglich für das Blitzerfoto oder das Auto fahren mit Handy am Steuer abziehen könnte.

Auto fahren in Spanien: Wie schnell darf man in Spanien und auf Mallorca fahren?

Um dem aus dem Weg zu gehen, ist zu beachten, dass die spanischen Geschwindigkeitsbegrenzungen ein wenig unter den deutschen liegen. Auf Landstraßen – egal, ob ein- oder zweispurig – liegt das Limit, wenn nicht anders angegeben, bei 90 Kilometern pro Stunde für Autos und Motorräder, 80 für Lkw. An einzelnen Stellen wie zum Beispiel dem N-332-Abschnitt bei Benidorm, wo man mit dem Auto 100 fahren darf, wird die Ausnahme durch eine klare Beschilderung angezeigt. Auf Autobahnen gilt ein Maximum von 120 Stundenkilometer, für Lkw 90. Mallorca und andere Inseln machen keine Ausnahmen.

Innerorts50 km/h
Land- und Bundesstraßen90 km/h
Autobahn120 km/h

Um nicht geblitzt zu werden, ist die „Siebener“-Daumenregel nützlich. Bis 100 km/h wird immer ab einer Tempoüberschreitung von sieben km/h geblitzt und ab 100 gilt eine Toleranz von sieben Prozent. Wer also 86 statt 80 fährt, bekommt noch keine Strafe. Eine Gefahr lauert auch in Navigationsgeräten zum Auto fahren und Programmen wie Google Maps, die vor Radarfallen warnen. Sollte bei einer Verkehrskontrolle herauskommen, dass ein Fahrer eine solche Warnfunktion nutzt, kann ein Bußgeld im dreistelligen Bereich fällig werden. In der Praxis dürfte es aber selten kontrolliert werden.

Auto fahren in Spanien: Wie viel Alkohol darf ein Autofahrer im Blut haben?

FahranfängerMaximal 0,15 Milligramm pro Liter
Fahrer mit mindestens zwei Jahren ErfahrungMaximal 0,25 Milligramm pro Liter

Häufiger kontrolliert wird hingegen der Blutalkoholwert. Dabei gilt für alle Fahrer, die ihren Führerschein länger als zwei Jahre besitzen eine Grenze von 0,5 Gramm pro Liter Blut (0,25 Milligramm pro Liter ausgeatmeter Luft) und für Anfänger 0,3 Gramm pro Liter Blut (0,15 Milligramm pro Liter ausgeatmeter Luft). Ein Test an Ort und Stelle ist nicht verpflichtend, sollte der Polizist aber Signale für einen hohen Blutalkoholwert an der Fahrweise festgemacht haben, kann er den Fahrer in ein Krankenhaus überführen lassen, damit dort ein Bluttest vorgenommen wird. In jedem Fall muss der Beamte sich identifizieren und darlegen, welche konkreten Anzeichen es für Alkoholisierung gegeben hat. Nach einem Unfall ist das Pusten üblich und Pflicht.

Auto fahren in Spanien: Regeln der Kreisverkehre

Häufig kracht es auch an Kreisverkehren. Das liegt nicht zuletzt an den verschiedenen Mythen, die sich um diese in Spanien omnipräsente Verkehrsführung ranken. Im Gegensatz zu Deutschland gibt es häufig mehrere Spuren. Generell hat dabei erst einmal das Fahrzeug Vorfahrt, das sich im Zirkel befindet. Innerhalb des Zirkels hat die äußere Spur Vorfahrt. Gerade innerhalb des Kreisels ist es oft aber nicht ratsam, auf seine eigene Vorfahrt zu bestehen, weil viele spanische Autofahrer denken, dass innen fahrende Autos Vorfahrt haben. Um den Verkehrsfluss zu erleichtern, wählt man die eigene Spur am besten danach aus, wo man hinfahren möchte: Wer nach rechts abbiegen oder geradeaus fahren möchte, sollte die äußere Spur nehmen, wer nach links fahren oder die Richtung ändern möchte, sollte innen fahren. Diese Orientierung ist aber in keinem Fall verpflichtend. Auch Linksabbieger dürfen die äußere Spur benutzen, die zum Rausfahren oft angenehmer ist. Auch die Runden im Kreis sind nicht beschränkt.

Ein weiterer Verkehrsmythos ist, es gäbe in Spanien die Regel „Rechts vor Links“ nicht. Tatsächlich wird der Großteil der Straßen von Ampeln oder Verkehrszeichen geregelt. In Urbanisationen hat sich die Regel eingebürgert, es gäbe eine Hauptstraße (Calle Principal), die vor kleineren Vorfahrt hat. Dieser Umstand lässt sich darauf zurückführen, dass – nicht nur nach spanischem Verkehrsrecht – asphaltierte Straßen immer vor unbefestigten Straßen Vorfahrt haben. Ein deutscher Autofahrer sollte sich in jedem Fall darauf einstellen, dass den Spaniern „Rechts vor Links“ oft kein Begriff ist und lieber Augen und dem gesunden Menschenverstand trauen als der Regel.

Autofahren in Spanien: Welche Verkehrsschilder anders als in Deutschland sind

Ein ungewohntes Verkehrszeichen ist die „Zona exclusiva para residentes“ (Anwohnerstraße). Anders als „Anliegerstraßen“ in Deutschland dürfen nur Fahrzeuge in diese Straßen reinfahren, die in eine „Residenten-Kartei“ eingetragen worden sind. Häufig scannen Kameras diese Bereiche und identifizieren umgehend Fahrzeuge, die keine Erlaubnis für die Straße besitzen. Das kann eine beträchtliche Strafe nach sich ziehen. Eine solche Straße erkennt man an häufig an einer grünen Fahrbahnmarkierung. In Madrid und Barcelona gibt es neben solchen Anwohnerzonen auch noch Umweltzonen. Die Einfahrt in diese Gebiete ist nur mit einer spanischen Umweltplakette möglich, die nur an Autos mit spanischen Kennzeichen vergeben werden. Die vier Umweltklassen sind 0 (E-Autos), Eco (Hybrid), C (grün) und B (gelb) für PKW mit Verbrennungsmotor. Sie können im Büro der Dirección General de Tráfico (DGT) beantragt werden.

Viel Unsicherheit besteht auch im Fall eines Unfalls in Spanien. Das Verkehrsamt, die Dirección General de Tráfico, empfiehlt in jedem Fall bei einem Blechschaden eine „freundschaftliche Einigung (declaración amistosa). Darin können die Unfallparteien selbstständig ihre Daten eintragen und den Unfallhergang schildern. Es muss von beiden Seiten unterschrieben sein. Bei einem schwerwiegenderen Unfall oder Uneinigkeit bezüglich des Hergangs, müssen hingegen die Guardia Civil (Tel. 062) oder Policía Nacional angerufen werden, damit diese die Situation schlichten. Bei Personenschäden muss der Notruf 112 angerufen werden. Obwohl ein Autofahrer nicht zwangsläufig einen Verbandskasten mitführen muss, ist er verpflichtet zu helfen. Untätige können mit einer Geldbuße bestraft werden.

Autofahren in Spanien: Was ist Pflicht?

Im Fahrzeug müssen eine Warnweste und zwei Warndreiecke vorhanden sein. Darüber hinaus sind beim Auto fahren einige Papiere mitzuführen, die nach einem Unfall oder bei einer zufälligen Polizeikontrolle inspiziert werden: die Anmeldebescheinigung des Autos (Permiso de circulación), das TÜV-Zertifikat (Tarjeta de Inspección Técnica von der ITV) und den Führerschein. Gelegentlich wird auch ein Nachweis über die KFZ-Steuer erfragt, dieser muss sich aber nicht zwangsläufig im Fahrzeug befinden. Das Fehlen eines einzelnen Dokuments kostet zehn Euro Strafe. Sollten die Papiere sich nicht mehr im Auto befinden, muss bei der Jefatura de Tráfico gemeldet werden, dass die Dokumente verlorengegangen sind oder gestohlen wurden.

Auto fahren in Spanien: Wer Resident ist oder länger als 180 Tage in Spanien verbringt, muss sein Fahrzeug anmelden.

Der Fahrer ist dafür verantwortlich, dass sich alle Unterlagen im Auto befinden, selbst wenn er nicht der Halter ist. Diese Dokumente beziehen sich auf in Spanien angemeldete Fahrzeuge mit einem spanischen Kennzeichen. Deutsche Autos, die nicht länger als sechs Monate am Stück in Spanien genutzt werden, brauchen nur die deutschen Dokumente. Wer längere Zeit in Spanien Auto fährt, sollte sich dringend um eine Anmeldung des Fahrzeugs in Spanien bemühen, da unter Umständen auch Versicherungsansprüche der deutschen KFZ-Versicherung erlöschen, wenn das Fahrzeug überwiegend in Spanien genutzt wird. Einen Versicherungsnachweis sollte jeder Fahrer mitführen. Auch beim Führerschein ist eine Ummeldung häufig nötig. Der seit 2013 in Deutschland ausgestellte europäische Führerschein ist 15 Jahre gültig und gilt auch für Deutsche in Spanien. Als eingetragener Resident muss der „Lappen“ aber unbedingt gegen einen spanischen eingetauscht werden. Das Dokument stellt ebenfalls die DGT aus.

Bei Unsicherheiten zu den bürokratischen Besonderheiten der Anmeldung empfiehlt es sich, sich bei der Dirección General de Tráfico oder einer Gestoría zu informieren. Bezüglich der Verkehrsregeln sollte man sich nicht darauf verlassen, dass Verstöße nicht geahndet werden, nur weil viele Spanier nach ihren eigenen Verkehrsregeln auf den Straßen unterwegs sind.

Rubriklistenbild: © Ángel García

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