Zwei Menschen gehen an einem Schaufenster vorbei, in dem ein Plakat mit Rabatten zum Black Friday wirbt.
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Der Black Friday lockt mit Rabatten. In Spanien warnen Experten vor falschen Schnäppchen.

Rabatt-Aktion im Handel

Black Friday in Spanien: Vebraucherschützer warnen vor falschen Schnäppchen

  • Judith Finsterbusch
    VonJudith Finsterbusch
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Auch in Spanien wirbt der Black Friday 2021 mit jeder Menge Rabatten. Doch was ist dran an den Schnäppchen? Verbraucherschutz-Experten geben Tipps.

Madrid - Längst hat sich auch in Spanien der Black Friday eingebürgert: Am letzten Freitag im November werben Einzelhandel und allen voran die großen Ketten mit Rabatten, Prozenten, Schnäppchen – trotz der befürchteten Liefer-Engpässe und leeren Regalen zum Jahresende. Dieses Jahr fällt der Black Friday auf kommenden Freitag, 26. November. Ein idealer Zeitpunkt, um vor dem Weihnachts-Stress günstig Geschenke zu kaufen – oder doch nicht? Verbraucherschützer in Spanien warnen wie jedes Jahr vor Schnäppchen, die nur als solche verkleidet sind.

Black Friday in Spanien: Vorsicht vor der Schnäppchen-Falle

Spaniens führende Verbraucherschutzorganisation OCU etwa warnt davor, sich von den roten Rabatt-Prozenten auf dem schwarzen Black-Friday-Hintergrund zu spontanen Käufen verleiten zu lassen. Die Experten der spanischen Organisation beobachten seit Jahren in den Wochen vor dem Black Friday die Preis-Entwicklung bei beliebten Produkten, um zu schauen, ob diese Artikel dann am Black Friday wirklich günstiger sind. Das Ergebnis ist ernüchternd.

2020, so OCU, waren nur 19 Prozent der beobachteten Artikel zum Black Friday in Spanien wirklich heruntergesetzt. 28 Prozent dagegen waren gar teurer als zuvor. Oft wenden die Händler eine Strategie an, bei der der Kunde am Ende weder mehr noch weniger zahlt: Kurz vor dem Black Friday heben die Geschäfte den Preis eines bestimmten Produkts an, und pünktlich zu der Rabatt-Aktion, die in vielen Geschäften mittlerweile zu einer „Black Week“, also zu einer ganzen Schnäppchen-Woche angewachsen ist, „senken“ sie vermeintlich den Preis, der im Endeffekt dann genauso hoch ist wie in den Monaten zuvor.     

Black Friday in Spanien: Experten beobachten Preisentwicklung

Auch 2021 beobachten die Verbraucherschützer wieder die vermeintlichen Schnäppchen zum Black Friday in Spanien. Einen Monat vor dem 26. November haben die Experten von OCU damit begonnen, besonders beliebte Produkte in führenden Geschäften zu beobachten - sowohl in den Läden als auch in den jeweiligen Online-Shops. Täglich notieren die Experten den Preis von 28.000 Produkten aus 85 Geschäften.

Gleichzeitig gibt OCU Kunden Tipps mit auf den Weg, worauf Verbraucher bei Käufen zum Black Friday - und den Rest des Jahres - in Spanien achten sollten.

10 Tipps für den Black Friday

  • 1)     Vergleichen heißt sparen: Je mehr Angebote in verschiedenen Geschäften verglichen werden, desto besser können sich Kunden einen Überblick verschaffen.
  • 2)     Auf dem Preisschild muss der bisherige Preis ausgewiesen sein. Ist das nicht der Fall und es wird einfach nur der aktuelle Preis als Rabatt angepriesen, handelt es sich meist um ein falsches Angebot.
  • 3)     Kunden sollten sich immer vorab informieren, welche Regeln das Geschäft bezüglich Bezahlung, Umtausch und Rückgabe hat.
  • 4)     Wenn das Geschäft während der Black-Friday-Aktionen geänderte Bedingungen bezüglich Bezahlung, Umtausch und Rückgaberecht hat, müssen diese aufgeführt sein.
  • 5)     Bei Internet-Käufen hat der Kunde 14 Tage Rückgaberecht.
  • 6)     Bei Käufen in Geschäften, ist der Händler nicht verpflichtet, Produkte umzutauschen, es sei denn, der Artikel ist defekt.
  • 7)     Kunden sollten sich bei Online-Käufen immer versichern, dass der Shop eine Garantie auf die Produkte gibt.
  • 8)     Bei Online-Käufen sollten Kunden per Paypal bezahlen oder mit Kreditkarte. Von einer Vorab-Zahlung per Überweisung ratet OCU ab.
  • 9)     Immer den Kassenbon oder die Rechnung aufheben. Sie dienen als Nachweis für jede Art von Reklamation.
  • 10)  Die Rechte der Kunden werden bei Rabatt-Aktionen nicht heruntergesetzt: Das gekaufte Produkt muss beim Black Friday dieselbe Qualität und dieselbe Garantie haben wie zu jeder anderen Jahreszeit. Im Zweifelsfall können Kunden in Spanien immer das Beschwerdeformular, die sogenannte hoja de reclamaciones, verlangen.

Großteil der Spanier will Black Friday zum Shoppen nutzen

OCU hat parallel zu der Preisbeobachtung in Spanien eine Umfrage zum Black Friday durchgeführt. Dazu haben die Verbraucherschützer 1.002 Personen zu ihrer Kaufabsicht befragt. Das Ergebnis: 77 Prozent der Befragten gaben an, den Black Friday für Käufe nutzen zu wollen – allen voran Männer unter 55 Jahren. 2020 waren nur 30 Prozent der Befragten bereit, im Rahmen der Rabatt-Aktion shoppen zu gehen. 208 Euro wollen die Spanier im Schnitt ausgeben, 2020 waren es 167.

Am gefragtesten sind dieses Jahr zum Black Friday in Spanien Produkte aus dem Bereich Mode, Schuhe und Accessoires bei 65 Prozent der Befragten. Es folgen Elektroartikel mit 50 Prozent, Spielzeug (30 Prozent) und kleine Haushaltsgeräte (25 Prozent). Der Einzelhandel wird übrigens kaum vom Black Friday profitieren: Nur 15 Prozent der Spanier will nur in Geschäften vor Ort kaufen, 35 Prozent plant dagegen ausschließlich Online-Einkäufe, 30 Prozent zieht Online-Shops zumindest vor. 21 Prozent will zur Hälte im Internet und zur Hälfte in Geschäften auf Schnäppchen-Jagd gehen.

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