Eine Frau bekommt eine Spritze in den Oberarm
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Die Corona-Impfung läuft in Spanien über das öffentliche Gesundheitswesen. Deshalb fallen viele Deutsche und andere Ausländer durchs Raster.

Ausländer fallen durchs Raster

Corona-Impfung für Deutsche in Spanien: Infos für Privatpatienten

  • vonAnne Thesing
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  • Judith Finsterbusch
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Spanien hat mit der Corona-Impfung begonnen. Doch viele Deutsche und andere Ausländer fallen momentan im staatlichen Impfplan durchs Raster.

Benissa - Wie in ganz Europa hat auch in Spanien am 27. Dezember die große Corona-Impfung begonnen. Priorität haben bei der Covid-Impfung zunächst Senioren, die in Altersheimen leben und das entsprechende Personal. Die valencianische Landesregierung etwa rechnet damit, dass Anfang kommender Woche, also ab 11. Januar, die erste Runde der Impfkampagne in den Seniorenzentren abgeschlossen sein wird. Doch wie geht es dann weiter? Und was ist mit Deutschen, die in Spanien leben, aber privat versichert sind?

Deutsche in Spanien: Corona-Impfung erst für Risikogruppen

Als nächste Personengruppe bekommen zunächst die Angestellten im Gesundheitswesen die Corona-Impfung. Ab dem 21. Januar sollen dann in der Region Valencia parallel auch die Senioren und Angestellten aus den Altersheimen ihre zweite Impfdosis bekommen. Valencia etwa bekommt wöchentlich 30.000 Pfizer-Impfdosen, sobald die ersten Risikogruppen geimpft sind, beginnt die Impfkampagne gestaffelt für den Rest der Bevölkerung - also theoretisch auch für Deutsche und andere Ausländer in Spanien. Frühestens ab März rechnet das spanische Gesundheitswesen damit - ein Hoffnungsschimmer, während die Corona-Zahlen in Spanien Anlass zur Sorge geben.

Problematisch wird die Corona-Impfung bei Patienten, die in Spanien keinen Zugang zum öffentlichen Gesundheitssystem haben - darunter auch viele Deutsche und andere Ausländer. „Viele haben keine SIP-Karte“, schreibt der Arzt Max Meertens von der Privatklinik Clínica Benissa an der Costa Blanca in einer Pressemitteilung. „Nicht, weil sie nicht wollen, sondern einfach, weil sie Einkünfte in ihrem Heimatland haben oder aus anderen Gründen nicht in der ‚Seguridad Social‘ gemeldet sind.“ Stattdessen seien die meisten privat versichert.

Deutsche in Spanien fallen durchs Raster der Corona-Impfung

Das Problem: Der staatliche Impfplan gegen Covid-19 berücksichtige diese Personengruppe der reinen Privatpatienten, zu denen oft Risikopatienten zählen, nicht. Viele Deutsche und andere Ausländer fallen in Spanien nach derzeitigem Stand also durchs Raster. „Wir Ärzte und Mitarbeiter des privaten Sektors werden überrannt von Impf-Anfragen aus dieser Personengruppe.“ Alle wären bereit, für die Corona-Impfung zu zahlen, doch sie hätten schlichtweg keinen Zugang. Was nicht nur ihnen selbst schade: „Der Erfolg der Impfkampagne hängt davon ab, die maximale Zahl von Personen zu impfen, vor allem Risikopatienten“.

Um auf das Problem aufmerksam zu machen, hat sich die Clínica Benissa in einem Schreiben an Verantwortliche des Gesundheitswesens, darunter die valencianische Gesundheitsministerin Ana Barceló, gewandt. Mit der Bitte, auch die Personengruppe der Deutschen und anderen Ausländer, die in Spanien leben, bei der Corona-Impfung zu berücksichtigen, „die das Recht und den Zugang zu den gleichen Mitteln haben sollten wie jeder spanische Bürger“. In dem Schreiben bietet die Klinik auch ihre Zusammenarbeit an und erklärt sich bereit, Räume, Infrastruktur und Personal zur Verfügung zu stellen.

Corona-Impfung: Informationen zur Kampagne in Spanien

Unterdessen hat das spanische Gesundheitsministerium eine Internetseite rund um das Thema Corona-Impfung in Spanien erstellt. Wichtig für alle Deutschen und andere Ausländer, die im spanischen Gesundheitssystem registriert sind: Die Impfung organisiert die jeweilige Landes-Gesundheitsbehörde. Diese setzt sich mit den Patienten in Verbindung, um die Impfung anzubieten und einen Termin dafür zu vergeben. Es ist nicht nötig, selbst beim Gesundheitszentrum anzurufen.

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