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Garten in Spanien: Eigenes Gemüse anbauen - Ein Trend im Überblick

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Von: Daniela Schlicht

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Gemüse-Setzlinge in einem Aussaatbehälter
Raus ins Freie! Gemüse-Setzlinge behaupten sich bei der ersten Pflanzaktion im eigenen Garten ganz gut. © Pixabay

In Spanien bleiben die Nachfrage nach einem eigenen Garten und damit auch die ersten Versuche, selbst Nutzpflanzen wie Gemüse anzubauen, weiter im Trend. Ein Überblick über einige Gemüsesorten, die in der Regel leicht zu handhaben, produktiv und vielfältig anwendbar sind, kann für Einsteiger ganz hilfreich sein.

In Spanien bleibt die Nachfrage nach Garten ungebrochen und damit auch der Trend des eigenen Anbaus von Gemüse. Lockdown-Maßnahmen während der Corona-Pandemie, die Gefahr einer Stagflation – also einer Kombination von Inflation und wirtschaftlicher Stagnation – am Horizont sowie steigendes Umwelt- beziehungsweise Naturbewusstsein sind die hauptsächlichen Auslöser dieser Nachfrage. Für Garten-Einsteiger, die nicht nur dekorative Blumen anpflanzen, sondern auch „ernten“ wollen, stellt sich die Frage, womit anfangen. Folgend werden einige Gemüsesorten vorgestellt, die in der Regel leicht zu handhaben, produktiv, vielfältig anwendbar und darüber hinaus auch gesund sind. Für diejenigen, die nicht selber Hand anlegen wollen, gibt es interessante Alternativen wie die, sich Bio-Gemüse direkt vom Acker zu kaufen.

Anbau von Gemüse in Spanien: Blattsalate

Beim Anbau von Gemüse in Spanien dürfen Blattsalate (lechugas) nicht fehlen. Blattsalate sind kalorienarm und reich an Nährstoffen – vor allem an Folsäure – und Wasser (bis 95 Prozent). Die Folsäure gehört zur Gruppe der B-Vitamine, ist besonders an Stoffwechselprozessen beteiligt und folglich wichtig für alle Zellteilungs- und Wachstumsprozesse. Gerade in der Schwangerschaft spielt sie eine zentrale Rolle. Blattsalate schmecken als Salat und sind nebenbei auch eine willkommene Zutat etwa für Burger, belegte Brote oder Sandwiches.

Gärtner in Spanien haben beim Gemüseanbau Glück. So zum Beispiel können sie normalerweise ihren Salat zu zwei Jahreszeiten im Garten anpflanzen: im Frühjahr und im Herbst. Wer das ganze Jahr über anpflanzen will, benötigt ein Gewächshaus. Beim Einpflanzen der Blattsalatsetzlinge sollte ein Abstand von etwa 20 bis 25 Zentimetern eingehalten werden. Vor dem Einsetzen im Pflanzloch etwas Regenwurmhumus (humus de lombriz) mit Erde vermischen. Blattsalate mögen übrigens die Gesellschaft von unter anderem Tomaten.

Salatblätter angerichtet mit Oliven und Fetakäsewürfel.
Blattsalate lassen sich in sämtlichen Variationen, je nach Gusto, anrichten. © Pixabay

Wenn der Salat eine gute Größe erreicht und einen Kopf gebildet hat, kann er geerntet werden, indem er mit einem Messer nah am Boden abgeschnitten wird. Tipp: Aus dem Strunk kann wieder ein neuer Salat nachwachsen, wenn vielleicht auch etwas kleiner. Für diesen Zweck einfach mit einem Messer ein Kreuz in die Abschnittsfläche des Strunks ritzen.

Um länger etwas vom Blattsalat zu haben, gibt es einen weiteren Trick: Der Salat bleibt, wie er ist; entfernt werden lediglich die äußeren Salatblätter. Dafür die Außenblätter mit der Hand nach unten ziehen, bis es „Klack“ macht und dann das Blatt zur Seite ziehen, damit es sich von der Gemüsepflanze löst. Die Abbruchstellen vernarben mit der Zeit und das Beste: die Pflanze kann weiter wachsen. Idealerweise sollten Hobbygärtner über mehrere Salatpflanzen verfügen, damit allein durch das Abbrechen der Außenblätter ein leckerer Salat zusammengestellt und angerichtet werden kann. Normalerweise sind sechs bis acht Pflanzen ausreichend, um alle zwei bis drei Tage Blätter für einen leckeren und ganz sicher frischen Salat „ernten“ zu können.

Anbau von Gemüse: Karotten

Die ideale Pflanzzeit für Karotten im Garten ist zwischen April und Juli, vorzugsweise als Direktsaat statt vorgezogen. Die Samen sollten vor der Aussaat, die an einem sonnigen Standort erfolgen sollte, etwa zwei Stunden in Wasser eingeweicht oder mit feuchtem Sand vermischt werden. Als Wurzelgemüse brauchen Karotten für den Anbau beziehungsweise für das Heranwachsen vor allem Phosphat und Kalium – auch hier eignet sich der Regenwurmhumus (humus de lombriz) wieder bestens. Achtung, Lehmböden oder steiniger Boden sind für das Wurzelgemüse weniger geeignet; leicht und feinkörnig sollte er schon sein. Die Samen ausstreuen und anschließend mit organischem Material wie Humus, Kompost, Torf leicht bedecken.

Der Wurzelkopf von Karotten schaut aus der Erde heraus.
Wenn der Wurzelkopf der Karotte herausschaut, kann sie geerntet werden. © Pixabay

Karotten benötigen zur Keimung ungefähr zwei bis vier Wochen. Währenddessen braucht es einen konstant feuchten Boden. Als Garten-Nachbarn eignen sich unter anderem Zwiebeln, Knoblauch oder Lauch. Übrigens: Der Geruch der Zwiebelgewächse hilft die Möhrenfliege fern zu halten. Ernten kann man die Karotte dann, wenn die Knolle schon etwas aus dem Boden schaut. Ob roh oder gekocht, Karotten schmecken als Gemüse einfach gut. In puncto Gesundheit ist besonders der hohe Anteil an Vitamin A und das Carotinoid Lutein hervorzuheben. Letzteres ist bekanntlich förderlich für das Wohl der Augen.

Anbau von Gemüse: Gurken

Im Allgemeinen mögen Gurken ein sonniges Plätzchen für den Anbau im Garten, um als Gemüse prachtvoll gedeihen zu können. Die vorgezogenen Gurken-Setzlinge beanspruchen einen lockeren und nährstoffreichen Boden und sollten in einem Abstand von 80 bis 100 Zentimetern eingepflanzt werden. In jedes Pflanzloch etwa zwei Handvoll Regenwurmhumus (humus de lombriz) geben und das Pflänzchen bis etwa zu den ersten sichtbaren Blätter einsetzen. Nach dem Einpflanzen gießen.

Überhaupt mögen Gurken Wasser für den Anbau. Der Boden sollte immer feucht gehalten werden. Tipp: die Erde mit einer Schicht Mulch (aus beispielsweise Stroh, Kompost, Grünabfällen, Rasenschnitt, Baumrindestücken) bedecken. Das hilft, den Boden vor Witterungseinflüssen wie Wind, Regen und Kälte zu schützen und verhindert, dass im Boden gespeichertes Wasser bei Sonne zu rasch verdunstet. Stimmen die Bedingungen, sind Gurken sehr produktiv. Vier bis sechs Pflanzen sollten für einen Vier-Personen-Haushalt genügen.

Eingelegte Gurken in Gläsern und weitere Gurken, die darauf warten, in sterilen Einmachgläsern dingfest gemacht zu werden.
Gurken schmecken nicht nur frisch, sondern lassen sich auch bestens als Vorrat einlegen. © Pixabay

Kennzeichnend für Gurken ist, dass sie kalorienarm, aber nährstoff- und wasserreich (96 Prozent Wasser) sind. Die meisten Vitamine sitzen in der Schale. Ein enormer Vorteil ist, dass Gurken sich hervorragend zum Einlegen eignen und für die Vorratskammer dingfest gemacht werden können. Übrigens: Nicht nur im Gurkensalat und zum Einmachen eignet sich Dill gut, sondern auch als Nachbarpflanze im Garten-Beet.

Anbau von Gemüse: Tomaten

Die Tomaten zählen zu den Fruchtgemüsen. Der Grund: Wie Gemüse müssen sie jedes Jahr neu im Garten angepflanzt werden und wie beim Obst entsteht aus der Blüte die Frucht. Die besten Jahreszeiten für den Anbau sind das Frühjahr und der Sommer. Auch Tomaten mögen einen nährstoffreichen Boden. Von daher empfiehlt es sich, in das Pflanzloch eine Handvoll Regenwurmhumus (humus de lombriz) zu streuen. Dann etwas Erde darauf, damit die Wurzeln der Jungpflanze nicht in direkten Kontakt mit dem Humus kommen. Das Pflänzchen, wie bei der Gurke, bis etwa zu den ersten Blättern einsetzen. Die Tomaten sollten in einem Abstand von etwa 40 Zentimeter zueinander im Garten eingepflanzt werden.

Grün-rote Tomaten hängen an einem Tomatenstrang.
Tomaten gehören weltweit zum beliebtesten Gemüse und sollten in keinem Garten fehlen. © Pixabay

Wie die Gurken mögen Tomaten Sonne und einen feuchten Boden, weshalb auch hier Mulchen Sinn macht. Je nach Sorte können sie sehr lang – 150 Zentimeter und mehr – werden. Da sie alleine zu schwach sind, um aufrecht zu wachsen, ist es ratsam, sie locker an einen robusten Stab anzubinden. Als Nachbarn der Tomaten eignen sich unter anderem Zwiebeln und Basilikum.

Hervorstechend ist bei Tomaten vor allem der sekundäre Pflanzenstoff Lykopin. Mit diesem Farbstoff schützt die Gemüsepflanze ihr Erbgut vor der schädlichen Sonnenstrahlung. Beim Menschen soll es unter anderem bestimmten Krebsarten und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen. Tipp: Der intensive Geruch der Tomatenpflanzen soll Mücken fernhalten. Von daher eignen sich ein paar der Pflanzen für den Blumenkasten auf Balkon oder Terrasse statt nur im Garten.

Anbau von Gemüse: Zwiebeln

Zwiebeln aus Samen zu ziehen, dauert sehr lange. Von daher gibt es in Gärtnereien - in Spanien als „viveros“ bekannt - oft Setzlinge beziehungsweise Steckzwiebeln/Jungzwiebeln im Bund zum Kaufen. Diese eignen sich für Einsteiger für den Anbau im Garten besser.

Ein Bund roter Jungzwiebeln.
Für den Anbau im Garten eignen sich Zwiebel-Setzlinge für Einsteiger besser. © Pixabay

Zwiebeln benötigen, wie das meiste Gemüse, einen sonnigen Standort im Garten, Temperaturen idealerweise nicht unter 15 Grad sowie einen humus- und nährstoffreichen Boden mit einem guten Wasserhaltevermögen. Vor dem Einpflanzen wird geraten, ein Drittel der Stängel abzuschneiden, denn dann sollen sie laut dem spanischen YouTube-Kanal „La Huertina de Toni“ kräftiger heranwachsen. Die Jungzwiebeln werden in eine fünf bis sechs Zentimeter tiefe Rille oder Loch, in einem Abstand von etwa 20 Zentimetern zueinander gesetzt. Das Gute: Zwiebeln brauchen nicht viel Wasser. Wenn die Knolle an der Oberfläche sichtbar wird, reicht ein- bis zweimal pro Woche ein moderates Bewässern.

Was wäre die Küche ohne die Zwiebel? Aber nicht nur als leckerer Geschmacksgeber ist sie ein Powergemüse, sondern auch für die Gesundheit. Die Schwefel-Verbindungen wirken antibakteriell. Der hohe Anteil an Vitamin C pusht das Immunsystem. Stichwörter sind auch Blutzucker und Cholesterin. Für Personen, die von Diabetes oder Prädiabetes betroffen sind, kann der Verzehr von Zwiebeln dabei helfen, den Blutzuckerspiegel unter Kontrolle zu bekommen.

Übrigens: Ein Blick auf unseren „Gartenkalender Spanien: Gartenarbeit für jeden Monat“ lohnt sich für jeden Hobbygärtner in Spanien, zum Beispiel an der Costa Blanca.

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