Typsich mediterraner Garten mit Bäumen und Sträuchern
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Im Herbst stehen wieder Arbeiten im Garten an - auch in Spanien

Zurück zu den Wurzeln

Garten in Spanien: Wertvolle Tipps und To-Dos für den Herbst

  • Daniela Schlicht
    VonDaniela Schlicht
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Mit dem Herbst in Spanien verlangt der Garten wieder mehr Aufmerksamkeit wie Pflanzen, Zurückschneiden, Düngen und Schützen. Dabei sollten einige Tipps berücksichtigt werden.

Der Herbst zieht nun auch so langsam in Spanien ein. Die Tage werden kürzer, am frühen Morgen hängt manchmal Dunst über dem Land und die Blätter färben sich gelb, orange und rot. Während es in Deutschland jetzt oft ungemütlich wird, ist die dritte Jahreszeit hier an der spanischen Mittelmeerküste eine Freude. Die Sommerhitze ist vorbei, man hat wieder Lust zu wandern, Rad zu fahren – und natürlich im Garten zu arbeiten. Doch was steht dort an? Folgend einige Tipps und To-Dos für den Garten im Herbst. Dazu gehört sicher nicht das Schneiden von einheimischen Palmen mit Motorsägen, wie es in Elche sogar in aller Öffentlichkeit geschehen ist.

Garten im Herbst in Spanien: Stauden, Sträucher und Hecken zurückschneiden

„Wir fangen an, im Herbst die Stauden, Sträucher und Hecken zurückzuschneiden“, sagt der Gärtner Alfonso Andujar, der in und um Dénia Villengärten pflegt. „Im Herbst blühen ja nur noch wenige. Der Oleander (adelfa), der Bignonia-Strauch mit seinen rosafarbenen Trompetenblüten, der rote Zylinderputzer (callistemo), das Wandelröschen (lantana), die in ihrer rot-gelben Variante auch Spanische Fahne heißt, und dann natürlich die Rosen (rosas), die jetzt nach der Sommerhitze eine zweite Blütezeit haben.“

Generell machten die Gärten im Herbst nicht viel Arbeit, sagt er. Da der Winter entlang der spanischen Mittelmeerküste nicht hart sei, fielen Vorbereitungen wie das Abdecken frostempfindlicher Pflanzen weg - anders als bei den Vorkehrungen, die im Herbst in deutschen Gärten zu treffen sind*, wie merkur.de* zusammengefasst hat. „Wer seinen Garten in Spanien im Sommer gut gepflegt hat, hat keine Probleme“, meint Alfonso Andujar. „Wer es allerdings mit dem Gießen nicht so genau genommen hat, muss jetzt verdorrte Stauden ausreißen und vertrocknete Stellen an größeren Pflanzen ausschneiden.“

Ideal um mediterrane Bäume und Büsche zu setzen

Aber keine Bange vor kahlen Stellen in den Beeten. Während un Spanien im heißen, trockenen Sommer möglichst nicht gepflanzt werden sollte, gilt der Herbst allgemein als ideale Jahreszeit, um mediterrane Bäume und mittelgroße Büsche im Garten und auch in Blumentöpfen zu setzen. Auch lassen sich schon im Oktober viele Gewächse gut verpflanzen oder umtopfen. Dazu gehören Nadelhölzer, immergrüne Arten wie Lorbeer (laurel), Olive (olivo), Oleander oder der Erdbeerbaum (arbutus).

Welche saisonale Zierpflanzen an der spanischen Mittelmeerküste wie an der Costa Blanca, Costa Cálida und Costa del Sol jetzt blühen, erklärt Gärtnerin Joaqui Arlandis wie folgt. Und auch Blumenzwiebeln wie Tulpen, Iris, Lilien, Krokusse, Narzissen (tulipan, iris, lirio, crocus, narciso) können nun eingegraben werden, damit sich der Garten im Frühjahr in ein Blütenmeer verwandelt.

  • Chrysanthemen (Crisantemos): Der Herbstklassiker ist in allen Größen und Farben zu haben. Die Palette der Korbblütler reicht von warmen Tönen wie Gelb, Orange oder Dunkelrot bis hin zu kühlen Farben wie Weiß, Rosa oder Violett. Chrysanthemen treiben zwei Monate lang schöne Blüten und überstehen im Schatten auch die spanischen Sommer.
  • Alpenveilchen (Cyclamen): Die typisch deutsche Zimmerpflanze wächst hier in Spanien draußen. Setzt man sie in den Halbschatten und gießt sie nur mäßig, so hat man bis zum Frühjahr Freude an den Blüten. Ob rotblühend oder in Pastelltönen, gewellt oder geflammt – es gedeihen zahlreiche Arten von Alpenveilchen hier an der Küste.
  • Stiefmütterchen (Viola oder auch volkstümlich Pensamientos): Ein Hingucker, der die Beete bis zum Frühling in allen Farben belebt und als Rabatte oder Bodendecker gepflanzt werden kann. Die Blüten sind übrigens essbar. Man kann sie in einen Salat geben. Besonders gut sollen die der Sorte Viola cornuta munden.
  • Erika (Erica oder auch Brezo): Ja, auch in Spanien wird das pflegeleichte, robuste Heidekraut in Weiß, Rosa oder Rot immer beliebter. Man pflanzt die einjährigen Zwergsträucher aber besser an ein schattiges Fleckchen und gießt sie reichlich. Dann überstehen sie sogar die heißen Sommer.
Das robuste Heidekraut Erika wird in Spanien immer beliebter

Bodendecker und Kräuter auschneiden

Jetzt im Herbst sollten im Garten die Lavendel- und Salbeiarten (lavanda y salvia) und auch der Rosmarin (romero) ausgeschnitten werden. Die trockenen Ästchen dieser und anderer Bodendecker wie etwa Mittagsblumen (aizoáceas), Arctotis und Gazanienhybriden sollten in den warmen Herbsttagen weg, damit die Pflanze nicht zu sehr verholzt, von innen neu austreibt und schnell wieder zu ihrer kompakten Form wächst.

Beim Jasmin (jazmín) raten Experten ebenfalls zu einem Auslichtungsschnitt im Herbst und nicht zu einem harten Rückschnitt im Winter. Auch beim Oleander sollte man jetzt möglichst tief über dem Boden die verkahlenden Triebe absägen und keinesfalls im Winter von oben etwa mit einem Rundschnitt Jungtriebe und Blüten abscheren. Bei Oleander- oder Klebsamenhecken (pittosporum) empfiehlt sich eine Breite von nicht mehr als 60 Zentimetern, damit sie nicht von innen verkahlen.

Richtiger Pflanzenschnitt und Schutz

Ein schirmförmiger Pflanzenschnitt bietet sich an, falls das Wachstum durch das Kappen der Krone reguliert werden soll, etwa bei einem Gummibaum oder Ficus. Fruchtbäume schneidet man in der Regel nach dem Abwurf ihres Laubs zurück, also im Winter, Zitrusbäume dagegen nach der Ernte. Beim Obstbaumschnitt schneidet man zwei Kronentypen zurecht, entweder die Pyramiden- oder die Hohl- oder Trichterkrone.

Beim Pyramidenschnitt dreht es sich um einen senkrechten Mitteltrieb und drei Leitäste, die etwa 45 Grad davon abstehen. Die Leitäste werden auf gleicher Höhe auf ein außenstehendes Auge angeschnitten, der Mitteltrieb rund 20 Zentimeter höher. Dieser Grundschnitt gibt dem Baum ein natürliches Aussehen, in Obstplantagen kommen allerdings die Hohl- oder Trichterkronen häufiger vor. Hier gibt es keinen Mitteltrieb, sondern nur drei oder vier Leitäste, die vom Stamm abgehen.

Wenn Bäume und Sträucher im Herbst ihr Laub abgeworfen haben, empfiehlt es sich, Stämme und Äste vor den kommenden Plagen im Frühjahr zu schützen. Gärtner greifen im Herbst und nochmals im Januar zu Insektiziden wie Mineralölemulsionen (Aceite mineral). Eine weitere Bedrohung im Herbst ist der Mehltau – oídio – genannt, der Rosengewächse, Zierpflanzen und das Gemüsebeet befallen kann. Dafür gibt es im Fachhandel spezielle Pflanzenschutzmittel. Wer einen Rasen hat, sollte im Oktober ein letztes Mal vor dem Winter düngen. Die Beregnungsanlage kann man im Oktober zurückstellen und im November – falls er nicht zu trocken ausfällt – ganz abstellen.

Und wie steht es um den Gemüsegarten? Bei Biobauer Andreu Costa in Jesús Pobre genial. An Tomaten-, Paprika- und Auberginenstauden hängen noch die letzten Früchte. Und gleich daneben wartet die frisch gedüngte Erde – in langen Reihen aufgehäuft – auf junge Pflänzchen. „Wer es noch nicht gemacht hat, sollte jetzt unbedingt düngen“, sagt Costa. „Es ist höchste Zeit.“ Er als Biobauer empfiehlt natürlich Mist. „Er enthält Mikroorganismen, die den Boden aktivieren. Es ist wichtig, dass die Erde lebt.“

Im Herbst Blatt- und Knollengemüse pflanzen

Gepflanzt werden im Herbst Blatt- und Knollengemüse wie Grüner Salat (lechuga), Spinat (espinacas), Feldsalat (canónigos) und Rucula, alle Arten von Kohl (col), Zwiebeln (cebolla), Karotten (zanahoria) und Herbstrüben, ab November auch Knoblauch (ajo) oder die spanischen Lauchzwiebeln (ajo tierno). „Wir haben hier eine einheimische sehr ortstypische Rübe, den Nabicol“, erklärt der Spanier. „Sie ist gelb statt weiß und schmeckt sehr intensiv.“ - Nicht zu vergessen: Garbanzos - Die Kichererbse sind in Spaniens Küche omnipräsent. Die beste Zeit für ihren Anbau ist von November bis Anfang Dezember.

Im Herbst können Salate im Garten angepflanzt werden

Erste Ernteerfolge erwartet der Biobauer beim Blatt- und Knollengemüse in sechs Wochen. Bis Weihnachten muss man auf die Erbsen und Saubohnen warten, die Costa nun sät. „Jetzt kommt eine ruhigere Zeit“, sagt er. „Da habe ich Muße, um Obstbäume und -sträucher zurückzuschneiden, sobald sie ihr Laub verloren haben.“ *costanachrichten.com und merkur.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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