Scheitholz Brennholz
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Viele Häuser in Spanien heizen mit Brennholz

Holz für den Kamin

Heizen in Spanien: Orangenholz statt deutsche Eiche

  • vonSusanne Eckert
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  • Daniela Schlicht
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An den kalten Wintertagen heizen in Spanien viele Haushalte mit dem Kamin. Welches Holz eignet sich am besten? Wie sieht es mit der Lagerung aus?

  • In Spanien heizen viele Haushalte mit Kamin und Ofen.
  • Kiefern- und Orangenholz eignen sich bestens für die Anfangsphase eines guten Feuers.
  • Brennwert und Trockenheit sind ausschlaggebend.

El Verger/Pego - Auch nach Spanien kann es an so manchen Tagen im Winter ziemlich kalten werden und es ist Heizen angesagt. Allerdings, weil es nicht so frostig wie in Mittel- oder Nordeuropa ist, entscheiden sich viele Hauseigentümer für einen Kamin oder Ofen, um eine Zentralheizung – zumindest in der Übergangszeit – zu ersetzen. Doch in Deutschland beliebte Holzsorten wie Buche oder Birke sucht man in Spanien meist vergebens. Stattdessen sind hier an der Küste oft Steineiche, Kiefer, Oliven-, und Orangenholz im Angebot.

Heizen in Spanien: Welches Holz brennt am besten?

Um zu wissen, welches Holz in Spanien zum Heizen am besten brennt, muss man zwischen „gut“ und „lange“ unterscheiden: Gut brennen Nadelhölzer, lange brennen Laubhölzer – und da wiederum gilt, je langsamer ein Laubbaum wächst, desto höher ist auch sein Brennwert. Die Steineiche hat zum Beispiel einen Brennwert von rund 4.550 Kilokalorien pro Kilogramm, beim Olivenholz sind es etwa 4.680 Kilokalorien pro Kilogramm, trockenes Kiefernholz liegt noch bei rund 4.500 Kilokalorien pro Kilogramm.

Im Notfall kann man kleine Mengen Brennholz an einer Tankstelle, in einem Baumarkt oder Supermarkt kaufen. Doch wer seine Vorräte langfristig auffüllen möchte, und keinen Plantagenbesitzer kennt, der ihn in der Rückschnittzeit günstig mit Brennholz versorgt, sollte sich an einen spezialisierten Holzhändler wenden. Und dabei stehen einem nicht nur örtliche Unternehmen zur Verfügung – die können nämlich in Touristenorten ganz schön teuer sein. Auch Brennholz fürs Heizen kann man online bestellen. Auf Amazon und Ebay bieten Händler auch große Mengen Scheite frei Haus an.

Gute Holzhändler in Spanien verkaufen meist per Kubikmeter.jpg

Heizen an der Costa Blanca: Orange leicht entflammbar

Leñas Frau, das Unternehmen des Holzhändlers Fernando Frau, steht seit 20 Jahren im Hinterland der Costa Blanca, an der Straße von El Vergel nach Pego. Er liefert die Scheite aber auch an die Küste. „Von Gandía bis Calp“, erklärt er. Der Familienbetrieb biete verschiedene Holzsorten mit unterschiedlichen Brennwerten an. „Unter anderem Steineiche, Eiche, Olive und Orangenholz.“ Orange oder auch Kiefernholz seien leicht entflammbar und damit eher für die Anfangsphase eines guten Feuers geeignet. „Wenn es Fahrt aufnimmt und man möchte, dass es lange brennt, legt man Olive, Eiche oder Steineiche nach.“

Das Holz zum Heizen der Firma Leñas Frau kommt aus ganz Spanien. Die Eiche stammt aus den Gegenden um Salamanca oder Barcelona, das Olivenholz und die Steineiche aus Andalusien oder Katalonien. „Die Steineiche kommt zum Beispiel aus einem Naturpark in Katalonien, wo diese Bäume aus forstwirtschaftlichen Gründen ausgedünnt werden“, berichtet der Spanier.

Was hält er von den Gerüchten, wonach einige Händler, die das Holz pro Kilo verkaufen, Wasser auf die Scheite schütten, damit sie schwerer werden? „Das kann ich mir nicht vorstellen“, sagt Fernando Frau. „Da schädigen sich diese Händler ja selbst. Der Kunde merkt bald, dass das Holz nicht trocken ist und kauft nie mehr bei diesem Unternehmen.“ Um gar nicht erst in diesen Verdacht zu geraten, verkauft Frau sein Holz per Kubikmeter. „Dabei entspricht ein Kubikmeter je nach Holzsorte ungefähr 450 bis 500 Kilogramm, je nachdem wie trocken es schon ist“, sagt der Spanier.

Feuerholz in Spanien schnell perfekt trocken

Feuerholz sei in Spanien schon nach acht Monaten trocken, während es in Deutschland in der Regel zwei Jahre lang lagere. „Wir haben hier sehr viele Sonnenstunden und im Hochsommer ist es sehr heiß, da verschwindet die Feuchtigkeit viel schneller“, sagt der Händler. Brennholz sollte nur noch eine Restfeuchte von rund 20 Prozent aufweisen. Sonst entwickelt es viel Rauch, wenig Wärme und verrußt zudem den Kamin. Aber wie erkennt man trockenes Feuerholz? Zum einen kann man überprüfen, ob an den Schnittstellen kleine Risse zu sehen sind. Zum anderen kann man zwei Scheite zusammenschlagen, klingen sie dumpf, ist das Holz zu feucht. Und wer es genau wissen will, erhält schon für rund 20 Euro ein professionelles Holzfeuchte-Messgerät, das den exakten Wert sofort ermittelt.

Damit die Scheite nach dem Kauf auch schön trocken bleiben, rät Fernando Frau seinen Kunden, sie unterzustellen und auf eine gute Belüftung zu achten. Wer dafür keinen Platz hat, kann das Brennholz auch unter freiem Himmel lagern. Man sollte die Scheite jedoch nicht ständig mit einer Plastikplane abdecken, sondern nur, wenn einige Tage Regenwetter angekündigt sind. Denn sonst könnte Feuchtigkeit aus dem Boden aufsteigen und in das Brennholz eindringen. Gut abgelagertes Holz dagegen nimmt ein bisschen Regenwasser kaum auf und ist schon nach ein paar Stunden Sonne wieder trocken.

Preise für Brennholz

Und die Preise für Brennholz? Einen Kubikmeter Mandel- oder Orangenholz erhält man hier an der Küste oft schon für rund 65 Euro. Steineiche oder Olivenholz sind etwas teurer. Am besten wählt man eine Mischung aus günstigerem Holz zum Anschüren und hochwertigeren Sorten, die man auflegt, wenn das Feuer schon im Gang ist. Brennholzkauf ist Vertrauenssache in den Händler. Deshalb ist es immer gut, Freunde, Bekannte oder Nachbarn zu fragen, mit welchem Unternehmen sie gute Erfahrungen gemacht haben.

Trotzdem gilt: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Denn nur so kann man wenigstens plumpe Betrugsversuche abwenden. Wenn die Scheite abgeladen werden, sollte man prüfen, ob das Holz wirklich trocken ist, ob tatsächlich die hochwertigen Holzsorten geliefert wurden, die man bestellt hat. Und ob das Holz vielleicht verfault oder verschimmelt ist. Ein paar Stockflecken sind dabei kein Problem. Doch starker Befall vermindert den Brennwert.

Wie sagt man Brennholz auf Spanisch?

Brennholz aus Steineiche heißt auf Spanisch übrigens leña de encina, Kiefer nennt man pino, Olivenholz bezeichnet man als leña de olivo, Orangenholz heißt leña de naranjo und Eiche leña de roble. Wer trockenes Holz wünscht bestellt leña bien seca. Einige Händler verkaufen ihre Ware pro Raummeter, den metro cúbico. Üblicher ist als Maß jedoch das Kilogramm.

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