Zwei Spaziergänger sind mit ihren drei Hunden auf einem Naturweg mit Pinien bei Jávea unterwegs
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Die Prozessionsspinnerraupe kann bei Spaziergängen mit Hunden in Spanien zur Gefahr werden.

Prozessionsspinnerraupe im Frühling

Gefahr für Hunde: Vorsicht mit diesen Raupen in Spanien

  • Daniela Schlicht
    vonDaniela Schlicht
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Mit dem Frühling in Spanien werden auch wieder die Raupen des Prozessionsspinners aktiv. Ihre feinen, giftigen Brennhaare lösen allergische Reaktionen aus und sind daher für Mensch und Tier - vor allem Hunde - gefährlich.

Die ersten Monaten eines jeden Jahres ist die Zeitspanne, in der in Spanien die gefährlichen Prozessionsspinnerraupen aktiv sind. In diesem Jahr allerdings, könnte das Ausmaß der Plage weitaus größer sein, warnt die Asociación Nacional de Empresas de Sanidad Ambiental ANECPLA (Nationale Vereinigung der Umweltgesundheitsunternehmen). Laut der Vereinigung gibt es zwei Ursachen dafür. Zum einen wurde infolge der Corona-Pandemie, die Schädlingsbekämpfung ausgesetzt, die normalerweise jedes Jahr von den Gemeinden durchgeführt werden. Und zum anderen darf nur die Endotherapie im Kampf gegen den Schädling eingesetzt werden.

Nester der Prozessionsspinnerraupen sind im Frühjahr an vielen Pinien in Spanien zu sehen

Prozessionsspinnerraupen in Spanien: Kampf gegen die Plage ist eine Kostenfrage

Der Kampf gegen die Plage der Prozessionsspinnerraupen in Spanien scheint eine Kostenfrage geworden zu sein. Die Endotherapie ist eine Technik zur Bekämpfung der Kiefernprozessionsspinnerraupe, die zwar „sehr effektiv und umweltschonend ist, deren Kosten aber ein limitierender Faktor für die Behandlung großer Baummassen sind“, so Milagros Fernández de Lezeta, Generaldirektorin von ANECPLA. Die Gefahr der Prozessionsraupe liegt in den mehr als 500.000 Filamenten, „Trichome“ genannt, die jedes Individuum hat. Sie wirken wie Giftpfeile, wenn sich das Insekt bedroht fühlt und können Dermatitis, Augenverletzungen, Nesselsucht und allergische Reaktionen verursachen, berichtet die spanische Presseagenturagentur Efe.

ANECPLA weist besonders auf die Gefahr hin, die dieses Insekt für Hunde darstellt, da es bei Verschlucken bis zum Tod führen kann und auch der Kontakt mit den Trichomen zu Entzündungen an Schnauze und Kopf sowie starkem Juckreiz an den betroffenen Stellen und reichlich Speichelfluss führen kann. Um all diese Probleme zu vermeiden, die mit den Prozessionsspinneraupen jedes Jahr einhergehen, empfiehlt die Vereinigung, „Behandlungen zur Kontrolle und Vorbeugung dieser Spezies zu systematisieren“ und betont die „Wichtigkeit eines Schädlingsbekämpfungsunternehmens, das diesen Service professionell durchführt“.

Erstmeldung: Alicante - Mit dem Frühling sind in Spanien auch wieder die Prozessionsspinnerraupen aktiv, deren giftigen Brennhaare für Mensch und Tier gefährlich werden können. Besondere Vorsicht ist beim Spaziergang mit Hunden unter Kiefern beziehungsweise Pinien geboten. Wenn weiße Nester wie Beutel an den Enden der nadeligen Äste hängen, ist es ratsam, einen großen Bogen um den Baum und die drohende Gefahr, die von den Raupen ausgeht, zu machen.

ProzessionsspinnerInsekten
Wissenschaftlicher NameThaumetopoeidae
Höhere KlassifizierungNoctuoidea
OrdnungSchmetterlinge (Lepidoptera)

Mit Hunden in Spanien: Drohende Gefahr durch Prozessionsspinnerraupe beim Spaziergang

Nadelbäume mit diesen auffälligen Nestern sind von der Procesionaria del pino, der Pinienprozessionsspinnerraupe, befallen. Die nesselnden Haare der Raupe sind giftig und können zur Gefahr werden, weil sie bei Mensch wie Tier heftige allergische Reaktionen auslösen können. Vor allem Besitzer von Hunden sollten beim Waldspaziergang in Spanien auf ihre Tiere achten. Auch beim Zersägen oder Entsorgen umgeknickter Bäume ist besondere Vorsicht anzuraten, da die Nester oft zerstört wurden und die Tiere nicht mehr auf den ersten Blick sichtbar sind.

Prozessionsspinnerraupen in Spanien: Von Januar bis April ist die Gefahr für Hunde groß

Bei der vor allem für Hunde gefährlichen Prozessionsspinnerraupe, der Procesionaria del pino, die von Januar bis April in Spanien Saison hat, handelt es sich um die Raupen eines unscheinbaren grauen Falters, des Thaumetopoea pityocampa, des Prozessionsspinners. Zu dessen Familie gehören etwa 100 verschiedene Arten wie zum Beispiel der Eichenprozessionsspinner, der Kiefernprozessionsspinner und der in warmen Mittelmeerländern besonders häufig vorkommende Pinienprozessionsspinner.

Der Falter des Prozessionsspinners fliegt in Spanien von Mitte Juni bis Ende August. In dieser Zeit setzen die Weibchen Eigelege an den Pinien- beziehungsweise Kiefernnadeln ab, und das bevorzugt bei jungen Bäumen. Zwischen Januar und Februar schlüpfen die Larven, die in großen Kolonien sechs Entwicklungsstadien durchlaufen. Gleich im ersten Stadium fertigen die Raupen in den Ästen seidig schimmernde Kokons an, die ihnen als Unterschlupf dienen. Tagsüber gehen sie auf Fresstour, knabbern sich an den frischen Pinienknospen satt – und lassen dabei keine aus, fressen ganze Äste kahl. Sobald es kühler wird, kehren die Prozessionsspinnerraupen heim in den weißen Beutel.

Klein, aber gefährlich für Hunde: Warum der Name Prozessionsspinner?

Bei ihrem Beutezug bewegen sich die Prozessionsspinnerraupen – wie in einer Prozession – in einer langen Reihe, immer eins hinter dem anderen, Gesicht an Po. Nach dem sechsten Larvenstadium tauschen die Raupen im Frühling in Spanien den Baum mit dem Boden, wo neue Kokons gebaut werden, in denen sich die Raupen anschließend verpuppen.

Für Menschen, Hunde und andere Tiere ist zwischen Januar und April in Spanien die Gefahr am größten. Während dieser Phase sind die Prozessionsspinnerraupen stets auf Wanderschaft, vielen Hundebesitzern dürften die Nester und Raupen schon einmal beim Spaziergang aufgefallen sein. Die Gefahr geht von den Brennhaaren, den so genannten Setae, aus. Diese Härchen bilden sich ab dem dritten Larvenstadium. Die Setae enthalten das Eiweißgift Thaumatopoein, das aus biogenen Aminen, Enzymen und phenolischen Substanzen besteht. Die Brennhaare sitzen auf den hinteren Segmenten der Raupen und können sogar aktiv ausgeschleudert werden.

Man schätzt, dass eine einzige Prozessionsspinnerraupe bis zu 600.000 dieser Setae besitzt, die sich zudem auch durch den Wind verbreiten können. Trifft nun ein solches Brennhaar einen Menschen, einen Hund oder ein anderes Tier, kommt es zu einer unangenehmen und teilweise gefährlichen Reaktion. Selbst eine kurze Berührung der Nester, die voll mit Haaren sind, löst stärksten Juckreiz aus, der binnen kurzer Zeit zu einem Hautausschlag führen kann.

Prozessionsspinnerraupen bewegen sich wie in einer Prozession - daher der Name der kleinen Tiere, die in Spanien zur ernsten Gefahr für Hunde werden können.

Prozessionsspinnerraupe in Spanien: Gefahr ist für Hunde am größten

Besonders groß ist die Gefahr, die von der Prozessionsspinnerraupe ausgeht, für Tiere, die am Boden schnüffeln, wie Hunde. Denn die Schleimhäute von Mund und Nase sind besonders empfindlich. Daher sollten Hundehalter jetzt in der Nähe von Pinienbäumen Acht auf ihre Vierbeiner geben. Schüttelt der Hund ständig den Kopf oder reibt Nase und Schnauze ständig am Boden, schwellen Zunge oder Kopf stark an, sind das erste Anzeichen für einen wahrscheinlichen Kontakt mit den Prozessionsspinnerraupen. Als weitere Symptome können sich Schwindel, Fieber, Augenentzündungen, Asthmaanfälle, Erstickungsgefahr und Schock entwickeln. Spätestens jetzt sollte der Hundehalter handeln.

Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Kontakt mit der Prozessionsspinnerraupe

Als Erste-Hilfe-Maßnahme bei Kontakt mit der Prozessionsspinnerraupe empfiehlt sich, die betroffenen Körperteile mit lauwarmem Wasser abzuspülen. Dadurch wird der Anteil des Giftes im betroffenen Bereich herabgesetzt. Allerdings sollte sich der Besitzer des Hundes dabei selbst vor einer Berührung mit den Brennhaaren schützen.

Die Gefahr, die von der Raupe ausgeht, ist für alle Hunde gleichermaßen groß, unabhängig von Rasse, Geschlecht oder Größe. Der Schweregrad der Symptome richtet sich nach der Intensität des Kontakts. Wurde die Raupe nur gestreift oder abgeleckt, sind die Folgen gemäßigter, als wenn die Raupe vom Hund verschluckt oder in den Mund genommen wurde. Letzteres kann zu Nekrosen in Teilen der Zunge oder zu Geschwüren in der Speiseröhre führen.

Wenn eine Raupe in Spanien zur Gefahr wird: Drei Prozent der Hunde sterben

Etwa drei Prozent der betroffenen Hunde in Spanien sterben. Der Prozentsatz steigt allerdings deutlich – bis zu 65 Prozent –, wenn die Zungennekrose mehr als sechs Stunden dauert, bis ein Tierarzt aufgesucht wird. Bei rechtzeitiger Behandlung führt die Nekrose meist zu keinen allzu großen Problemen. Der Hund kann weiterhin so leben wie davor. Er ändert sein Bellen nicht und hört auch nicht auf zu fressen.

Nachdem die betroffene Stelle mit reichlich Wasser übergossen wurde, ist es das Wichtigste, schnell mit dem Hund zum Tierarzt zu gehen, um eine Verschlimmerung der Symptome zu verhindern. Dieser entscheidet je nach Schweregrad, ob eine externe Behandlung mit Salben, Augentropfen und dem Einsatz von oralen Antihistaminika ausreicht oder eine systemische Steroidgabe und weitergehende Behandlungen erforderlich sind. Um den Hund vor solchen schmerzlichen Erfahrungen zu bewahren, ist es besser, während dieser Jahreszeit in Spanien Gebiete mit viel Pinienbestand zu meiden.

So sieht ein Nest der Pinien-Prozessionsspinnerraupen aus. Beim Spaziergang mit dem Hund ist in Spanien jetzt Vorsicht geboten.

Bekämpfung der Prozessionsspinnerraupe im eigenen Garten

Sind im eigenen Garten Pinien von Prozessionsspinnerraupen befallen, gibt es mehrere Möglichkeiten der Bekämpfung: Hängen die Nester der Raupe in erreichbarer Höhe und sind es nur wenige, können Hausbesitzer sie selbst beseitigen. Handelt es sich dagegen um eine regelrechte Plage, sind die Nester zudem hoch in den Kronen alter Pinien, müssen Fachleute hinzugezogen werden – also die Kammerjäger. Unter dem Begriff Desinsectaciones finden vom Raupenbefall geplagte Heimgärtner im Internet entsprechende Adressen und Telefonnummern.

Der Tod kann die Prozessionsspinnerraupen auf zweierlei Art ereilen: Entweder werden sie verbrannt oder vergiftet. Verbrennen ist die traditionelle Methode: Wer diese Art der Vernichtung wählt, schneidet das Stück Ast mit den Beuteln ab und verbrennt ihn unverzüglich. Jeder Kontakt mit den Raupen muss vermieden werden! Schnell und überlegt sollte gearbeitet werden, denn der Beutel kann platzen. Schutzbekleidung ist hierbei also höchst empfehlenswert. Vernichtungsmethoden aus der Giftküche basieren entweder auf chemischen oder biologischen Substanzen. Chemische Mittel gegen die Prozessionsspinnerraupen sind Talstar oder Sumicidin. Zu den biologischen Mitteln gehören Pelitre Hort oder Bactur 2X WP.

Kampf den Raupen: Chemiekeule bannt Gefahr für Hunde

Die chemischen Mittel für die Bekämpfung der Prozessionsspinnerraupen werden je nach Gebrauchsanweisung mit Wasser verdünnt und dann versprüht. Pelitre Hort, ein Produkt von Massó, ist ein biologisches Insektizid auf der Basis von natürlichem Crisanthemum Cinerarífolium. Es sollte direkt auf die Raupen aufgetragen werden. Zwei bis drei Tage hält die Wirkung an, dann muss es – je nach Bedarf – erneuert werden. Das Produkt Bactur 2X WP enthält den Bacillus thuringiensis. Die Bakterie greift die Raupen an und unterdrückt den Fresstrieb. Bereits zwei bis drei Stunden nach Verabreichung rücken die Raupen nicht mehr zum Raubzug aus - die Gefahr für Hunde und Menschen ist erst einmal verringert. Beim Aufsprühen sollte es windstill sein. Nur so vermeiden Hausbesitzer Streuverluste.

Aufgrund der schnellen Ausbreitungsgefahr der Raupenplage sollten auch die Nachbarn in den Vernichtungsfeldzug einbezogen und auf eventuell in ihren Bäumen hängende Nester aufmerksam gemacht werden. Denn Prozessionsspinnerraupen auf Fresstour kennen keine (Grundstücks-)Grenzen. Sind alle Nester vernichtet, so ist die Gefahr noch nicht gebannt. Ein praktisch unlösbares Problem ist die lange Haltbarkeit der Brennhaare in der Natur. Denn sie können mehrere Jahre intakt bleiben. Woraus sich erklärt, dass Mensch und Tier, die in betroffenen Gebieten leben, auch außerhalb der „Raupenzeit“ erkranken können.

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