Eine Asiatische Wespe sitzt auf einem Blatt.
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Die Killerwespe, Asiatische Wespe oder Vespa velutina breitet sich vor allem im Norden von Spanien aus.

Asiatische Wespe in Europa

„Killerwespe“ breitet sich in Spanien aus: Vespa velutina für Bienen gefährlich

  • Judith Finsterbusch
    vonJudith Finsterbusch
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Als Killerwespe bekannt, breitet sich die Asiatische Wespe immer mehr in Europa aus. Im Norden von Spanien ist die Vespa velutina zur Plage geworden. Gefährlich ist sie weniger für den Menschen, dafür umso mehr für Bienen.

Sie ist gerade einmal 17 bis 32 Millimeter lang, kommt aber 60 Kilometer im Jahr voran: Die Vespa velutina, auch Asiatische Wespe oder Killerwespe gennant, breitet sich in ganz Europa aus. In Spanien kommt sie – bislang – vor allem im Norden vor, die Regionen Galicien, Asturien, Baskenland, Navarra, Aragón und Katalonien kämpfen gegen die invasive Art an. Für den Menschen ist die Vespa velutina zwar normalerweise nicht gefährlicher als die heimischen Wespen-Arten – aber auf ihrem Speiseplan stehen Bienen ganz weit oben.

Vespa velutina
LängeWeiblich: 2 cm (Erwachsener, Arbeiter)
Höhere KlassifizierungHornissen
OrdnungHautflügler

Killerwespe oder Vespa velutina kam von China über Frankreich nach Spanien

2004 wurde die Asiatische Wespe - nicht zu verwechseln mit der Asiatischen Riesenhornisse, vespa mandarinia, - erstmals in Frankreich nachgewiesen, vermutlich kam die Killerwespe auf einem Schiff aus China im Hafen von Bordeaux an. 17 Jahre später hat sie sich in halb Europa ausgebreitet, neben Spanien ist sie längst in Belgien, den Niederlanden, Deutschland, Italien, Portugal oder Großbritannien zu Hause. Die invasive Vespa velutina, die eigentlich in Südostasien beheimatet ist, steht mittlerweile auf der Liste der unerwünschten Spezies der Europäischen Union.

Ihren Spitznamen „Killerwespe“ hat die Vespa velutina nicht, weil sie Menschen gegenüber auffallend aggressiv ist, sondern, weil sie heimische Bienenarten und andere Insekten tötet. Ein Asiatisches Wespenvolk kann ganze Bienenstöcke vernichten. Und auch wenn sie für Personen nicht übermäßig gefährlich ist, bringt Spanien laut der Zeitung „Información“ zehn Todesfälle in den letzten drei Jahren mit der Asiatischen Wespe in Verbindung. In den besonders betroffenen Regionen im Norden der Iberischen Halbinsel spielt die Bekämpfung der Killerwespe deshalb längst eine ebenso große Rolle wie die anderer Plagen in Spanien, etwa Ratten, Kakerlaken oder Mücken.

Von Killerwespe gestochen: Das ist nach einer Begegnung mit der asiatschen Vespa velutina zu tun

Die Vespa velutina greift Menschen in der Regel nur an, wenn sie sich bedroht fühlt. Der Stich ist äußerst schmerzhaft, aber nicht gefährlicher als der einer heimischen Wespen-Art. Rund um den Stich kann sich die Haut röten oder anschwellen. Normalerweise verschwinden diese Beschwerden nach einigen Tagen wieder. Wer das Pech hat, von der Asiatischen Wespe gestochen zu werden, sollte die Stelle auf Anraten der Experten in Spanien mit Wasser und Seife waschen und mit Eis oder kaltem Wasser kühlen, um die Schmerzen zu lindern.

Gefährlich wird eine Begegnung mit der Killerwespe für Allergiker. Dann tritt oftmals allgemeiner Juckreiz auf, die Körpertemperatur ist erhöht, der Blutdruck fällt, es kann zu Atemproblemen kommen. Auch bei vielen Stichen kann es für den Menschen Probleme geben, da dadurch viel Gift auf einmal in den Körper gelangt. Zu den Symptomen können dann Ohnmacht, starke Kopfschmerzen oder Fieber gehören. Auch in diesem Fall ist dringend ärztliche Hilfe zu suchen, selbst wenn keine Allergie vorliegt. In Spanien sollten Betroffene die 112 wählen oder sich zum nächsten Arzt oder Krankenhaus bringen lassen.

Asiatische Wespe Vespa Velutina: Killerwespe fühlt sich in Europa wohl

Experten gehen davon aus, dass die Asiatische Wespe sich in Spanien und anderen europäischen Ländern noch weiter ausbreiten wird und gekommen ist, um zu bleiben. Nicht nur kommt die Vespa velutina mit 60 Kilometern pro Jahr recht schnell voran, auch entwickelt sie mit 4.000 bis 10.000 Exemplaren große Völker. Die Killerwespe gilt als anpassungsfähig, wenn es ums Klima geht. Und in Europa hat sie keine natürlichen Feinde, dafür aber mit den Bienen eine hervorragende Nahrungsquelle.

Die Killerwespe beziehungsweise Vespa velutina nigrithorax hat einen überwiegend schwarzen Körper.

In Spanien wurde die Vespa velutina erstmals 2010 in Amaiur, Navarra, nachgewiesen. 2014 bestätigte ein Nest in Rheinland-Pfalz die Ausbreitung der Asiatischen Wespe bis nach Deutschland. Heute ist Galicien die spanische Region mit der größten nachgewiesenen Killerwespen-Verbreitung. 2019 entfernten die Experten dort über 15.000 Nester. In Asturien haben sich private und öffentliche Hand zusammengetan, um gegen die Vespa Velutina anzukämpfen. 7.000 geschulte Freiwillige konnten 2020 knapp 125.000 Exemplare der Asiatischen Wespe einfangen, dazu wurden rund 8.000 Fallen angebracht. Seit 2018 ist in Asturien die Plattform AvisAp aktiv, dort können Nutzer gesichtete Nester der Vespa velutina melden oder lernen, wie man selbst Fallen baut.

Asiatische Wespe: So sehen die Vespa velutina und ihr Nest aus

In Asien kommt die Vespa velutina mit unterschiedlichen Färbungen vor. In Spanien und im Rest von Europa hat sich lediglich die Unterart nigrithorax ausgebreitet, die, wie der Name schon sagt, dank ihres überwiegend schwarzen Körpers recht leicht von heimischen Wespen unterschieden werden kann. Lediglich der unterste Abschnitt des Hinterleibs ist gelblich-orange gefärbt. Königinnen werden bis zu 32 Millimeter lang, Arbeiterinnen im Durchschnitt 17 bis 24 Millimeter.

Auffällig sind die Nester der Vespa velutina: Um das große Volk beherbergen zu können, sind sie wesentlich größer als die der heimischen Wespen-Arten. Jetzt, im Frühjahr, beginnen die begatteten Königinnen einzeln damit, neue Nester zu bauen. Sind die ersten Arbeiterinnen geschlüpft, helfen sie bald beim Weiterbau. Das Einflugloch befindet sich an der Seite des Nestes, gebaut werden die Nester hoch oben in Bäumen. Dabei bevorzugt die Asiatische Wespe unter anderem Kastanien, Nuss-, Apfel-, Kirsch- oder Eukalyptusbäume. In Spanien ist es auch schon vorgekommen, dass Nester in geschützten Gebäudeteilen wie unter Treppen oder in Scheunen gesichtet wurden. Wird es im Hauptnest zu voll, bauen die Wespen weitere Nebennester.

Die Nester der Asiatischen Wespe oder Vespa velutina hängen meist hoch oben in Bäumen.

Bekämpfung der Killerwespe: Mit Fallen gegen Asiatische Wespe

Im Norden von Spanien setzen die Behörden in erster Linie auf Fallen bei der Bekämpfung der Vespa velutina. Damit wollen sie vor allem zwischen Februar und Juni die Königinnen einfangen, um den Bau neuer Nester von vornherein zu verhindern. Längst gibt es Hersteller, die spezielle Fallen für die Killerwespe produzieren, im Zweifelsfall ist es aber auch mit der Marke Eigenbau getan. Dazu wird eine Plastikflasche mit etwas Lockmittel – beispielsweise Sirup, Bier oder Wein – gefüllt und ein Loch hineingebohrt. Dabei ist zu beachten, dass kleinere Insekten eine Ausflugmöglichkeit haben und größere Insekten möglichst nicht durch das Einflugloch passen. Die Flasche sollten Hobbygärtner in etwa eineinhalb Metern Höhe an einem sonnigen Platz in den Baum hängen – vorzugsweise in blühende Obstbäume.

Sind die Nester der Asiatischen Wespe einmal gebaut, kann das Wespen-Volk mit Insektenspray, das direkt aufs Nest gesprüht wird, vernichtet werden. Im Norden von Spanien gehen die Profis teils mit Drohnen oder Luftgewehren, die mit Insektiziden geladen werden, vor, um die hoch hängenden Nester zu vernichten. Neben Insektengift gibt es auch Versuche mit kleinen Sprengkörpern, um die Nester der Vespa velutina zu vernichten.

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