Eine Schaufensterpuppe in einem Laden in Spanien trägt eine Schutzmaske gegen Coronavirus.
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Schutzmasken gibt es in Spanien spätestens seit Einführung der Maskenpflicht auch im Supermarkt oder in Souvenirgeschäften.

Test der Verbraucherschutzorganisation OCU

Maskenpflicht in Spanien - Test: Die besten Masken aus dem Supermarkt

  • vonJudith Finsterbusch
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In Spanien herrscht Maskenpflicht, doch immer neue Schutzmasken zu kaufen kann schnell ins Geld gehen. Viele greifen auf günstige Modelle aus dem Supermarkt zurück. Ein Test der Verbraucherschutzorganisation OCU verrät, welche Supermarkt-Masken die besten sind.

Alicante - Wer hätte noch vor einem Jahr gedacht, dass heute jeder in Spanien eine Schutzmaske tragen würde? Die Maskenpflicht ist eine von vielen Coronavirus-Maßnahmen, bis auf wenige Ausnahmen muss der Mund-Nasen-Schutz sowohl in geschlossenen Räumen als auch im Freien getragen werden. Mittlerweile sind Masken längst nicht mehr nur in Apotheken erhältlich, sondern auch in den meisten Supermärkten. Doch was taugen die Schutzmasken von Lidl, Mercadona und Co.? Die Verbraucherschutzorganisation OCU hat die Supermarkt- Modelle getestet.

Maskenpflicht in Spanien: Im Supermarkt gibt es Einweg- und Stoff-Schutzmasken

Da die Maskenpflicht ab sechs Jahren gilt, kann sie spätestens seit dem Schulanfang in Spanien schnell ins Geld gehen. Familien greifen deshalb gern auf günstige Schutzmasken aus dem Supermarkt zurück. Im Angebot haben die meisten Geschäfte entweder OP-Masken (mascarillas quirúrgicas) oder Hygiene-Stoffmasken (mascarillas higiénicas). Worin besteht der Unterschied?  „OP-Masken sind ein genormtes, medizinisches Produkt, das es schon vor der Coronavirus-Pandemie gab", klärt OCU auf. Es gibt unterschiedliche Ausführungen, die simpelsten Modelle sind die vom Typ 1. Dabei handelt es sich um die geläufigen Einwegmasken. Bei den Hygienemasken handelt es sich dagegen nicht um ein medizinisches Produkt. "Die Stoffmasken sind erst im Zuge der Covid-19-Pandemie auf den Markt gekommen, um die OP-Masken zu ersetzen, von denen zu Beginn der Coronakrise nicht ausreichend vorhanden waren", erklärt OCU. Diesen einfacheren Mund-Nasen-Schutz gibt es sowohl als Einwegmaske als auch aus waschbaren Stoffen. In Spanien beziehungsweise von der Europäischen Union anerkannt (homologado) sind aber längst nicht alle Stoffmasken aus dem Handel. Viele verfügen über chinesische Zertifikate.

Die Verbraucherschützer von der Organisation OCU haben elf Schutzmasken aus Supermärkten getestet, acht davon sind Einwegmasken und drei waschbare Modelle. Dabei haben die Tester Qualitätsmerkmale wie Filterkapazität, Reißfestigkeit, Tragekomfort oder Informationen auf der Verpackung geprüft. Außerdem hat OCU bewertet, wie gut der Träger mit der Maske atmen kann. „Dieses Kriterium halten wir für fundamental, je besser wir atmen können, desto weniger bekommen wir ein Gefühl von Beklommenheit“, so OCU - auch im Hinblick auf die Maskenpflicht in Spanien und das oftmals damit verbundene stundenlange Tragen des Mund-Nasen-Schutzes.

Maskenpflicht in Spanien: Diese Schutzmaske aus dem Supermarkt ist der Testsieger

Bei den acht getesteten Einwegmasken kommen die Tester von OCU zu dem Schluss, dass alle Modelle gut filtern, unabhängig davon, ob sie die spanische beziehungsweise EU-Norm erfüllen oder nur über chinesische Zertifikate verfügen. „Die Filterkraft liegt bei allen bei über 95 Prozent, sie sind recht bequem zu tragen und widerstandsfähig", so OCU. Der Preis für die Masken aus dem Supermarkt liegt im Schnitt bei 60 Cent pro Mund-Nasen-Schutz - angesichts der Maskenpflicht in Spanien und dem entsprechenden Bedarf ein Pluspunkt. Testsieger bei den Einwegmasken aus spanischen Supermärkten ist das Modell Deliplus von Mercadona. Die hygienische Schutzmaske besteht aus drei Schichten und erfüllt die Norm UNE 0064. Die OCU-Tester kommen auf eine Filterkapazität von 99 Prozent. Auch das Atmen sei gut möglich. Der Preis liegt bei sechs Euro für ein Set mit zehn Schutzmasken.

Auf dem zweiten Platz beim OCU-Test landen die Einwegmasken vom Supermarkt Día. Die Schutzmasken werden unter dem Namen Mask4U verkauft und erfüllen die Norm EN 14683. Überzeugt sind die Tester vor allem vom Preis-Leistungsverhältnis: Der Zehnerpack kostet sechs Euro, obwohl es sich um eine OP-Maske handelt, die normalerweise wesentlich teurer ist als die hygienische. Die Filterkapazität liegt bei 98 Prozent, auch das Atmen fällt mit der Maske laut OCU nicht schwer. Wer zum Einhalten der Maskenpflicht in Spanien Schutzmasken bei Lidl kaufen möchte, macht laut OCU-Test ebenfalls nichts verkehrt. "Jiangsu" heißt das Modell der deutschen Supermarktkette, es handelt sich um OP-Masken mit der Norm EN 14683. Die Filterkapazität liegt bei 99 Prozent, allerdings macht OCU Abstriche beim Atmen mit der Lidl-Maske. Der Preis ist liegt bei 5,99 Euro für zehn Schutzmasken.

Maskenpflicht in Spanien: Mehrweg-Schutzmasken aus dem Supermarkt sind günstiger

Neben den Einweg-Masken hat der OCU-Test auch Mehrwegmodelle aus spanischen Supermärkten geprüft. Die Verbraucherschützer weisen darauf hin, dass der waschbare Mund-Nasen-Schutz natürlich besser für die Umwelt ist und längerfristig auch günstiger für den Kunden. Allerdings filtern die Stoffmasken meist nicht so gut und nutzen sich beim Waschen schnell ab. Die Verbraucherschützer haben drei Modelle überprüft, Testsieger sind dabei die Corona-Schutzmasken Belpla von der Supermarktkette Consum. Die vierlagige Maske erfüllt die Norm UNE 0065 und lässt den Träger gut atmen. Nach fünf Waschgängen kommt OCU noch auf eine Filterkapazität von 86 Prozent. Die Schutzmaske kostet einen Euro, kann aber fünf Mal gewaschen werden und entspricht somit eigentlich 20 Cent gegenüber den 60 Cent der meisten Einweg-Masken vom Supermarkt. Auf der Internetseite von OCU finden sich angesichts der Maskenpflicht in Spanien auch weitere Testergebnisse rund um das Thema Mund-Nasen-Schutz.

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