Einmal abtauchen

Schnorcheln und Tauchen in Spanien: Von Calpe bis Andalusien

  • vonStella Kirchner
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Calpe, Altea und viele andere Orte an der spanischen Küste bieten beste Bedingungen für Taucher. Seesterne, Mondfische, Oktopusse und viele weitere Kreaturen hausen hier. 

  • Die Racó-Bucht in Calpe an der Costa Blanca ist bei Schnorchlern in Spanien besonders beliebt.
  • Auch die Sierra Helada zwischen Benidorm und Altea bietet eine spektakuläre Unterwasserwelt.
  • An der Costa del Sol in Spanien schauen auch immer wieder große Fische und Meeressäuger vorbei.

Calpe- Einmal die bunte Unterwasserwelt erkunden, das ist der Traum vieler Taucher. Schwimmen inmitten von Schwärmen kleiner Fische, neben bunten Korallen, vielleicht sogar den ein oder anderen gefährlichen Meeresbewohner weit in der Ferne des dunklen Nasses ausmachen. Also Taucherbrille und Schnorchel schnappen, vielleicht noch ein paar Flossen oder Wasserschuhe einpacken und schon geht es los.

SpanienLand
Bruttoinlandsprodukt1,419 Billionen USD (2018)
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Tauchen und Schnorcheln an der Costa Blanca und Costa del Sol: Die zehn besten Buchten

  • Isla Tabarca: Die kleinste von Menschen bewohnte Insel Valencias ist auch unter Wasser belebt. Die bunten Fischschwärme sind in den kristallklaren Gewässern von Tabarca bereits in den ersten Schnorchel-Sekunden zu sehen.
Schnorcheln an der Isla Tabarca: Alicantes kleine Insel bietet beste Sicht unter Wasser.
  • Cala Granadella (Jávea): Sie ist die Bucht schlechthin an der Costa Blanca. Doch auch unter der türkisblauen Oberfläche macht sie ihrem Ruf alle Ehre. Felsen, Steine und Höhlen beherbergen zahlreiche beeindruckende Meeresbewohner wie Oktupusse und Seesterne.
Schnorcheln in der Granadella: Jáveas Bucht gehört zu den berühmtesten der Costa Blanca.
  • La Caleta (Villajoyosa): Klein, aber oho heißt es in der gerade einmal 160 Meter langen Bucht in Villajoyosa. Kaum ein Schnorchler verirrt sich hierher, wodurch man das kristallklare Wasser beinahe für sich hat. Hier kommen auch gern mal größere Fische vorbei.
Spaniens unbekannte Schnorchel-Bucht: La Caleta in Villajoyosa.
  • Baños de la Reina (Campello): Ein maritimes und archäologisches Juwel ist die kleine Halbinsel Illeta Dels Banyets in El Campello. An Land lässt sich die gleichnamige römische Ausgrabungsstätte bewundern und auch unter Wasser liegen noch ein paar antike Stücke.
Archäologie und Unterwasserwelt bei Alicante. Das bieten die Baños de la Reina Schnorchlern in Spanien.
  • Playa Portús (Cartagena): Wer denkt, Unterwasserhöhlen gäbe es nur in Mexiko, der kennt Portús nicht. Die Grotten haben auch interessante Bewohner: Moränen, Tintenfische und sogar der Mondfisch schaut manchmal vorbei.
Romantische Schnorchel-Bucht in Spanien: Die Playa Portus nahe Cartagena bietet perfekte Bedingungen für Sportler.
  • Playa Las Arenas (Manilva): Für Schnorchel- und Taucherfreunde ist dieser Ort ideal. Dort findet man kleine Buchten und der Meeresgrund bietet Sand und Felsen. Tauchgänge zwischen fünf und 40 Metern sind hier möglich.
Perfekte Bedingungen für Taucher bietet der Strand Playa Las Arenas in Manilva an der Costa del Sol.
  • Playa de la Galera (Estepona): Der Meeresgrund ist felsig. Durch die Nähe zur Meerenge von Gibraltar bietet sich hier eine reichhaltige Unterwasserwelt mit Mondfischen und Unterwasser-Nacktschnecken. Gelegentlich nähern sich sogar Delfine und Wale der Küste.
Von Mondfischen bis Delfinen: Die Playa de la Galera in Estepona an der Costa del Sol ist zum Schnorcheln hervorragend geeignet.
  • Playa de Cabopino (Marbella): Die Dünen von Artola stehen unter Naturschutz. Verlockend ist es, in der Umgebung des Damms zu tauchen, der Artola von Cabopino trennt. Eine für den Atlantik und für das Mittelmeer typische Meeresfauna kann bewundert werden.
  • Peñon del Cuervo (Málaga): In Stadtnähe befindet sich dieser Küstenabschnitt, der eine vielseitige Unterwasserwelt bietet. Wer taucht, kann Mond- und Tintenfische sowie Goldstriemen beobachten. Auch Schraubensabellen und Mönchsfische sind zu sehen.
Der Peñón Cuervo Malaga ist ein wahrer Exotik-Sieger an der Costa del Sol. Mond- und Tintenfische, Goldstriemen, Schraubensabellen und Mönchsfische schwimmen herum.
  • Playa de Maro (Nerja): Felsen und Unterwasserhöhlen machen hier das Tauchen zu einem ganz besonderen Erlebnis. Ein Highlight ist ein Tauchgang oder Schnorchelausflug im Naturschutzgebiet Maro - Cerro Gordo.
Der Lieblingsplatz der Taucher an der Costa del Sol: Maro in Nerja ist eine wahre Naturschönheit.

Schnorcheln in Calpe: Bunte Unterwasserwelt in der Cala Racó am Fuße des Peñón de Ifach

Kaum eine Bucht zieht jährlich so viele Schnorchler an wie die Cala Racó in Calpe. Zu Füßen des Peñón de Ifach schwimmen hier bereits hunderte kleiner Fische an der Wasserkante herum und heißen den Sportler willkommen in der aufregenden Unterwasserwelt des Naturschutzgebietes. Schnell wird das Wasser dann auch schon tiefer, die Dunkelheit nimmt zu, doch die Aussichten werden dabei keinesfalls schlechter. „Tintenfische, Seesterne und Barrakudas sind nur einige von vielen faszinierenden Unterwasserbewohnern, die im Naturpark vom Peñón herumschwimmen“, weiß José Rafael García March, Professor für Meereswissenschaften an der Katholischen Universität von Valencia. Für sein Institut untersucht er die Gewässer im Naturschutzgebiet in Calpe.

Normalerweise bringen er und seine Kollegen Informationsschilder am Meeresgrund an, die den Touristen bei der Identifikation der außergewöhnlichsten Fische und Unterwasserpflanzen helfen. Doch das Coronavirus hat auch an der Racó-Bucht in Calpe seine Spuren hinterlassen. „Wegen der Infektionslage durften wir dieses Jahr den Unterwasserpfad nicht installieren“, bedauert García March. Eine Touristenattraktion wie der Schnorchel-Pfad hätte nämlich zu viele Touristen in die kleine Bucht am Sporthafen gelockt, was im Zuge der Coronavirus-Präventionsmaßnahmen ungünstig gewesen wäre. „Aber nächstes Jahr werden wir wieder durchstarten – hoffentlich mit neuen Subventionen vom Umweltamt in Valencia und mit viel Energie und Leidenschaft“, blickt er optimistisch in die Zukunft.

Coronavirus Calpe: Schnorchel-Pfad für sportliche Touristen erst 2021

Doch die Fische können durch Corona natürlich nicht vertrieben werden. „Ob mit oder ohne Erklärungstafeln, die Unterwasserwelt hier am Naturpark Peñón de Ifach ist einfach einzigartig“, betont der Wissenschaftler. „Allgemein sind felsige Abschnitte und Steinbuchten besonders gut zum Schnorcheln geeignet, weil sich da viel mehr Meeresbewohner ansiedeln als in sandigen Böden“, erklärt der Biologe. „Da gibt es Seeanemonen, die unterschiedlichsten Algenarten und auch Unterwasser-Lupinen. Von diesen Pflanzen ernähren sich viele Fische.“

Felsige Unterwasser-Abschnitte sind am besten zum Schnorcheln geeignet.

José Rafael García March, Meeresbiologe

Mit etwas Glück könne der Schnorchler zwischen den Felsen sogar Seepferdchen antreffen. Diese leben aber meistens weit von den Stränden entfernt. Die geschützte Racó-Bucht verlassen sollten jedoch nur geübte Schwimmer. Denn die Strömung um Calpes charakteristischen Fels herum ist stark, immer wieder müssen Menschen aus den Fluten gerettet werden.

Wundersame Unterwasserwelt: Die Costa del Sol bietet beste Bedingungen für Taucher.

Schnorcheln an der Costa Blanca: Wo Touristen die besten Gebiete finden

„Der Vorteil am Schnorcheln ist, dass kaum Vorbereitungen nötig sind“, zeigt sich García als erklärter Schnorchel-Fan. Ein Ausflug in die Unterwasserwelt lasse sich auch leicht mit einem Strandtag kombinieren. „Die Freiheit ist einfach einmalig. Wer die Luft etwas anhalten kann, ist locker in der Lage, mehrere Meter nach unten zu tauchen“, erklärt er, „und das ohne schwere Geräte, die einen nach unten ziehen“.

Seesterne können in Spanien beim Schnorcheln bewundert werden.

Dabei hat längst nicht nur Calpe an der Costa Blanca Schnorchel-Strände zu bieten. „Auch die Isla Tabarca ist ein Unterwasser-Paradies und insgesamt bietet das spanische Mittelmeer unzählige tolle Buchten und Strände, an denen Taucher und Schnorchler Meerestiere beobachten können“, weiß der Meereswissenschaftler. Aber auch das Tauchen habe seine Vorteile. „Man kann bis zu einer Stunde unter Wasser bleiben, dadurch kommt man natürlich deutlich tiefer und kann auch viel intensivere Beobachtungen machen“, so die Erfahrungen des Meeresbiologen. „Mir persönlich gefällt vor allem das Schwebegefühl unter Wasser.“

Tauchen an der Costa Blanca: Was Alteas Unterwasserwelt Touristen bietet

Diese besondere Erfahrung ermöglicht das Tauchcenter Celacanto am Hafen von Altea tagtäglich. Bevor es aber unter Wasser geht, steht zuerst die Auswahl und Anprobe des Equipments auf dem Programm. Besonders wichtig ist dabei die Tauchweste, BCD genannt. Dieses Kleidungsstück kann nämlich mit Luft aufgefüllt werden, beziehungsweise kann diese Luft aus der Weste abgelassen werden. Damit regeln Taucher ihr Gleichgewicht unter Wasser. „Sie sollte locker, aber dennoch stabil sitzen, denn später wird auch die Sauerstoffflasche daran befestigt“, erklärt Francisco Seguro. Er kümmert sich vor allem um den technischen Part des Tauchens, hilft bei der Auswahl der richtigen Ausrüstung und steuert das Motorboot der Schule durch die Gewässer der Sierra Helada. Seine Schwester Rebeca kümmert sich um den sportlichen Teil des Tauchcenters. Denn in Altea gibt es viele Naturschutzgebiete und Tauch- und Schnorchelstrände.

Nach etwa 20 Minuten Bootsfahrt in den Gewässern der Sierra Helada, vorbei am Leuchtturm von Albir, taucht hinter den Bergen, zunächst mit nur einem einzelnen Hochhaus, dann immer deutlicher, die Skyline von Benidorm auf. Davor aber liegt die gleichnamige Insel, unser heutiges Tauchrevier. „Die Insel von Benidorm ist einer meiner absoluten Lieblingsplätze zum Tauchen“, fiebert auch Tauchlehrerin Rebeca Seguro auf den Ausflug hin. Nach einer kurzen Abstimmung der Handzeichen und wichtigsten Sicherheitsvorschriften geht es auch endlich los. Die Gruppe besteht aus sechs Tauchern, allesamt Tauchscheininhaber. Unerfahrene Taucher benötigen hingegen eine ausführlichere Einführung, dürfen aber auch ohne Erwerb des Scheins ins Meer.

Tauchen an der Costa Blanca: Unterwassertiere und Felslandschaften

Für zertifizierte Taucher dauert die Einführung nur etwa fünf Minuten, dann wird die Luft aus der Weste gelassen, tief ausgeatmet und langsam ein Meter nach dem nächsten zurückgelassen. Sobald man komplett von Wasser umgeben ist, verschwindet Benidorm aus der Wahrnehmung, vergessen sind die Hochhäuser, die Freizeitparks oder die Diskos, die sich nur wenige Kilometer entfernt am Ufer verbergen.

Je tiefer es hinuntergeht, desto mehr wird das Gebirge selbst sichtbar. Kleine Felsen und hervorstehende Bögen machen den Tauchgang zu einem wahren Erlebnis. Sie bieten auch Unterschlupf für diverse Meeresbewohner wie zum Beispiel eine Moräne, die im Licht der Taucherlampe von Tauchlehrerin Rebeca Seguro den spitzzähnigen Mund weit aus dem Fels herausstreckt. Auch der ein oder andere Oktopus traut sich zwischendurch aus seinem Versteck. Doch nicht jedes Lebewesen tarnt sich. Bereits knapp unter der Oberfläche warten große Fischschwärme auf die Taucher, überwiegend bestehend aus Brassen, einer im Mittelmeer und der Sierra Helada heimischen, silbrig-grau glänzenden Fischart mit schwarzen Streifen. Sie sind in Gruppen von über hundert Unterwasserbewohnern unterwegs.

Unterwasserwelt der Sierra Helada: Seesterne und eisige Temperaturen

Auch die ruhigeren Meerestiere leben in dieser Unterwasserwelt. So schwimmen die Taucher auf ihrem Rundweg vorbei an Seesternen, genauer gesagt an Eisseesternen. Unter Wasser macht das „eisige Gebirge“, seinem Namen alle Ehre, die Temperaturen klettern trotz Außentemperaturen von über 30 Grad nur knapp über 15 Grad.

Diese Kombination aus Landschaft und vielseitigen Unterwasserlebewesen macht die Sierra Helada zu so einem besonderen Tauchgebiet. Farbenfrohe Fische, aufregende Pflanzen, spitze Felsen, runde Bögen – der Taucher weiß gar nicht, wo er zuerst hinsehen soll. Nach dieser faszinierenden Unterwasserwelt ist der Blick auf die Hochhäuser von Benidorm und die Betriebsamkeit an der benachbarten Küste mit ihren Booten und Jetskis beinahe ein Kulturschock.

Schnorchler in Spanien können auch Unterwasserpflanzen wie Annemonen genießen.

Taucher in Spanien: Costa Blanca bietet einzigartige Erlebnisse

„Wow, so einen abwechslungsreichen und interessanten Tauchgang hatte ich selten“, schwärmt Juan García aus Madrid. Der Tourist hat bereits über zehn Tauchgänge in Spanien absolviert. Und auch der Profi liebt die Sierra: „In 15 Jahren als professionelle Taucherin habe ich die Sierra Helada nicht verlassen“, erzählt Tauch-Instructor Rebeca Seguro, die den Begriff der Lehrerin nicht gerne hört. „Ich präsentiere doch nur die Unterwasserwelt und korrigiere niemanden!“, erklärt die passionierte Wassersportlerin. Sie ist sich sicher, jeder kann den Sport erlernen. „Nach ein paar Übungen kann man sich bereits wie ein erfahrener Taucher unter Wasser bewegen.“ Lediglich schwangere Frauen und Kinder unter zehn Jahren dürfen den Sport nicht ausüben.

An welchem Abschnitt des spanischen Mittelmeers man auch immer den Sprung ins – mehr oder weniger – kalte Wasser wagt, man wird mit einer Vielzahl von neuen Eindrücken belohnt.

Rubriklistenbild: © Imed Calpe

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