Photovoltaik-Anlagen auf Hausdächern
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Ikea bietet Solaranlagen in Spanien an.

Solaranlagen von Ikea

Solaranlagen in Spanien: Ikea startet mit Photovoltaik-Angebot

  • Daniela Schlicht
    vonDaniela Schlicht
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Solaranlagen in Spanien sind im Aufwind. Sonnenenergie auf dem eigenen Dach zu erzeugen, wird auch für Privathaushalte immer attraktiver und zugänglicher. Unternehmen wie der schwedische Möbelkonzern Ikea mit seinem Angebot Solstråle mischen dabei kräftig mit.

Spanien, Sonne, Sonnenenergie, Photovoltaik: Das Sonnenland Spanien rückt vermehrt ins Zentrum der Aufmerksamkeit bei Anbietern von Solaranlagen. Im Visier stehen derzeit besonders auch die Privathaushalte. So ist seit Anfang März der schwedische Möbelkonzern Ikea mit seinem Photovoltaik-Angebot „Solstråle“, was auf Deutsch Sonnenstrahl bedeutet, auf dem spanischen Markt gestartet. Gegenüber der spanischen Tageszeitung „El Mundo“ äußerte der schwedische Möbelkonzern: „Wir von Ikea haben uns das Ziel gesetzt, es für jeden einfacher zu machen, im eigenen Haus saubere, erneuerbare Energie zu nutzen und zu produzieren. Daher sind wir dabei, die Verfügbarkeit sowie die Nachfrage nach dieser Art von Energie zu fördern.“

Solaranlagen in Spanien: Solarenergie vom eigenen Dach für Privathaushalte

Ein Angebot rund um Photovoltaik in Spanien, beziehungsweise ein Angebot rund um die Erzeugung von Solarenergie vom eigenen Dach für Privathaushalte, wollte Ikea ursprünglich schon 2020 einführen. Dann aber kam die Corona-Pandemie und machte dem Konzern einen Strich durch die Rechnung. Ikeas Solaranlagen-Angebot „Home Solar“ mit Solstråle gibt es nämlich schon in neun Ländern – Niederlande, Polen, Belgien, Deutschland, Italien, Schweden, Schweiz, Australien und Frankreich – und ist, laut dem Konzern, dort jeweils auf große Resonanz gestoßen. Der Verkauf dieses Solaranlagen-Angebots soll 2020 gegenüber dem Vorjahr um außerordentliche 90 Prozent höher gelegen haben. Bis 2025 soll „Home Solar“ auf allen 49 weltweiten Ikea-Märkten erhältlich sein.

Photovoltaik: Solar-Module sorgen für weniger CO2 und geringere Kosten

Ikea zufolge sorgte der Verkauf der Solar-Module für die Photovoltaik-Anlage im vergangenen Jahr für weniger Ausstoß von CO2 und geringeren Kosten. Genau genommen wurden 63.000 Tonnen CO2 vermieden, 100 Gigawattstunden (GWh) Energie produziert, was wiederum für die Kundschaft eine Gesamtersparnis von etwa zehn Millionen Euro bedeutete. Solstråle kann zwar bei dem Möbelriesen bestellt und gekauft werden, die Installation der Solaranlage übernimmt allerdings eine andere Firma. In Spanien sowie Portugal ist das Contigo Energía, eine Tochtergesellschaft des grünen Energieversorgers Gesternova. Der Präsident des Unternehmens, Jorge González, ist der Auffassung, dass gerade die Iberische Halbinsel in puncto erneuerbare Energien ein enormes Potenzial aufweist: „Wir sind reich an Öl, dieses Öl heißt Sonne“. Von daher sei es mehr als sinnvoll, diesen Reichtum auch zu nutzen. „Wir sollten das Saudi-Arabien der Sonne für Europa sein“, untermauert er.

Wir sollten das Saudi-Arabien der Sonne für Europa sein.

Jorge González, Gesternova

Anders als man es üblicherweise mit dem schwedischen Riesen assoziiert, läuft der Kaufprozess für die Photovoltaik- beziehungsweise Solaranlage ab: Kein Herumlaufen mit einem Trolley durch den Markt, sondern die Solarmodule werden online geordert. Ausschließen will man jedoch nicht, dass diese zu einem späteren Zeitpunkt doch noch in die Märkte kommen werden.

Solaranlage von Ikea: Was bieten und kosten Solstråle und Solstråle Plus?

Für die Photovoltaik-Anlage stehen bei Ikea zwei Modelle zur Auswahl: Solstråle und Solstråle Plus. Was bieten und kosten diese? Solstråle wird auf der Webseite des schwedischen Konzerns als „die einfachste und günstigste Option“ beschrieben, „die aber eine ebenso hohe Leistung - bis zu 340 Watt Spitzenleistung pro Modul - bietet und praktisch auf jedes Dach passt.“ Die Solaranlage Solstråle Plus setzt noch einen drauf und „enthält noch leistungsstärkere Module - mit einer Spitzenleistung von 390 Watt pro Modul - die dank eines Optimierers, das System noch effizienter machen (bei gleicher installierter Leistung bis zu 10 Prozent effizienter).“ Darüber hinaus beinhaltet es ein fortschrittliches Überwachungssystem für eine bessere Kontrolle des Verbrauchs und soll sich an die komplexesten oder schattigsten Dächer anpassen können.

So sieht das Photovoltaik-Angebot Solstråle Plus von Ikea aus.

Beide Solarmodul-Angebote für die eigene Solaranlage kommen mit einer Garantie von zehn Jahren, sowohl für die Solarmodule selbst als auch für den Optimierer (Gerät, das die Leistung anpasst und Energieverluste reduziert), den Wechselrichter (Box, die Gleichstrom in Wechselstrom umwandelt, sodass er im Haus genutzt werden kann) und das Montagesystem (Struktur, die auf dem Dach befestigt ist und die Module hält). Interessant ist das Versprechen des Ikea-Konzerns: Wenn das System weniger Energie produziert als bei der Projektplanung geschätzt wurde, wird dem Verbraucher die Differenz erstattet.

Die Preise des Sortiments variieren zwischen 4.170 Euro - für ein Vier-Modul-System der Solstråle-Reihe (geeignet für kleinere Häuser, mit geringerem Verbrauch während des Tages) - und 12.444 Euro für eine größere Installation, bis zu 24 Module, mit dem Solstråle-Plus-System (für größere Häuser mit mehr Ausstattung, zum Beispiel mit einem Schwimmbad, Elektroauto oder Aerothermie).

Solaranlage von Ikea: Installation durch Contigo Energía

Ist die Kaufentscheidung für ein bestimmtes Modell, Solstråle oder Solstråle Plus, und für die Solaranlage von Ikea einmal gefallen, übernimmt in Spanien das Unternehmen Contigo Energía des grünen Energieversorgers Gesternova die Installation der Anlage auf dem Dach, die natürlich einer vorherigen Besichtigung der Immobilie bedarf. Corona-bedingt können diese auch virtuell durchgeführt werden. Nichtsdestotrotz, die letzte Überprüfung muss vor Ort erfolgen.

Was González von Gesternova an den erneuerbaren Energien besonders gefällt, ist die Aussicht, dass sie Millionen von Menschen einen Zugang zur Elektrizität verschaffen werden, die heute noch davon ausgenommen sind. Wie schon bei der Mobiltelefonie, so meint er, handelt es sich um eine Branche, die weniger Entwicklung und Installation von Infrastrukturen erfordert, und die außerdem noch über eine Quelle verfügt, die allgegenwärtig ist: die Sonne. Auch Petra Axdorff, Geschäftsführerin von Ikea Spanien, sieht ein starkes Wachstumspotenzial im Solarenergiemarkt für Eigenheime. Nicht nur die Auswirkungen des Energieverbrauchs aus ökologischer Sicht würden minimiert werden, sondern auch die Ausgaben von Familien, die ihre Stromrechnung um bis zu 50 Prozent reduziert sehen könnten.

Solaranlage in Spanien: Kosten und Amortisation

Zu Kosten und Amortisation einer eigenen Solaranlage weiß auch José Donoso, Generaldirektor der Photovoltaik-Union Unef in Spanien, etwas zu sagen. Laut dem Experten ist für ein Einfamilienhaus eine installierte Leistung zwischen 1,5 und drei Kilowatt (kW) erforderlich, was sechs bis zwölf Solarmodule entsprechen würde, mit denen je nach Ausrichtung ein Drittel des gesamten Haushaltsverbrauchs gedeckt werden könnten. Der Rest muss vom Netz (Vermarkter) gekauft werden. „Das bedeutet eine Investition von 3.000 bis 6.000 Euro, die sich nach elf bis 13 Jahren amortisiert, bei einer Rendite von etwa sechs Prozent“, so Donoso. Das, um eine ungefähre Vorstellung zu bekommen. Denn genau genommen ist jede Immobilie ein Einzelfall – die Ausgaben hängen vom Gebäude selbst und dessen Standort ab. In der Regel werden die Solarmodule Richtung Süden, Südosten oder Südwesten ausgerichtet, um die Sonneneinstrahlung bestmöglich für die Energieerzeugung nutzen zu können. Zudem empfiehlt Donoso eine Neigung von 45 Grad.

Ikea ist auf dem Spaniens Solaranlagen-Markt nicht allein: Svea Solar kommt

Neben Ikea hat noch eine andere schwedische Firma den spanischen Sonnen-Markt im Visier: Svea Solar. Interessanterweise ist Svea Solar das Partner-Unternehmen von Ikea in Deutschland für die Vermarktung von Solstråle. Bei dem Unternehmen handelt es sich um den führenden Installateur von Solarsystemen für Privathaushalte in Schweden und um einen der wichtigsten in der europäischen Branche. „Wir haben uns entschieden, uns hier niederzulassen, weil Spanien ein enormes Potenzial in Bezug auf Sonnenstunden hat, und weil der Solarenergiemarkt noch sehr unterentwickelt ist“, so die Begründung von Daniel Nilsson, Managing Director von Svea Solar España, gegenüber der spanischen Tageszeitung „Información“.

Solaranlagen in Spanien: Alicante mit strategisch guter Lage

Aufgrund von Alicantes strategisch guter Lage, den idealen Verkehrsanbindungen und des Vorhandenseins des „Distrito Digital“, dem digitalen Hub zur Förderung der Digitalisierung und des Technologietransfers in der Region, das schon zahlreiche internationale Technologieunternehmen und Startups angezogen hat, wird die schwedische Firma ihren Hauptsitz in der Provinz-Hauptstadt einrichten. Auf diese Weise will sie die Zielmärkte Costa Blanca, Costa del Sol, Madrid und Barcelona besser bedienen können. Dass sich Alicante bestens für die Sonnenenergie eignet, beweisen auch immer mehr Landwirte, die ihre Felder an Betreiber von Solaranlagen verpachten.

Für den Kunden sieht Svea Solar ein Komplettangebot vor, das Folgendes beinhaltet: 1. Die Photovoltaik-Anlage, das heißt die Solarmodule, die die Grundlage für die Energieerzeugung auf dem Dach sind. 2. Den Energiespeicher: Batterien, die die überschüssige Energie, die während der Sonnenstunden produziert wird, speichern, um sie in der Nacht oder an bewölkten Tagen zu nutzen. 3. Ladestationen als perfekte Ergänzung für Nutzer von Elektro- oder Hybridautos.

Photovoltaik-Anlage in Spanien: Svea Solar kümmert sich um den gesamten Prozess

Damit alles unkompliziert und schnellstmöglich vonstatten gehen kann, will sich Svea Solar außerdem um den gesamten Prozess für eine Photovoltaik-Anlage kümmern, von der Beratung über die Installation bis hin zu Genehmigungen und Behördengängen. Die Module haben eine Garantie von 20 bis 25 Jahren und die Wartung soll minimal sein. Weitere Informationen zum Unternehmen sowie einen Photovoltaik-Rechner gibt es auf der Webseite von Svea Solar.

Seitdem 1984 Photovoltaik als Energie-Alternative in Spanien vorgestellt wurde, sind viele Sonnenstunden verflossen. Erst allmählich, nach Abschaffung der fragwürdigen Sonnensteuer, die in der Vergangenheit die Nutzung von Sonnenkollektoren zum Eigenverbrauch massiv behinderte, ist das Interesse der Haushalte am eigenen Solarstrom entfacht. Familien sehen im derzeitigen Umfeld ihre Ersparnisse besser auf dem Dach als auf der Bank aufgehoben. Während Windenergie an der Costa Blanca allerdings eher noch auf Widerstand, scheint Sonnenenergie im Kommen zu sein.

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