Ratgeber Sonnenschutz

Sonnencreme als Schutz: Im Spanien-Urlaub Hautkrebs vorbeugen

  • vonDaniela Schlicht
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In Spanien wollen Touristen, Residenten und Einheimische im Sommer vor allem eins: Sonne und Meer. Die Quittung ist oft ein schmerzender und für die Haut schädlicher Sonnenbrand. Die richtige Vorbeugung mit Sonnencremes ist deshalb fundamental.

  • Die Gefahr, einen Sonnenbrand zu bekommen, ist in Spanien nicht nur im Sommer hoch.
  • Helle Haut der Mittel- und Nordeuropäer ist besonders anfällig für Sonnenbrand.
  • Ideale Sonnencremes sollten vor UV- und UVA-Strahlung schützen, damit es nicht zum Sonnenbrand oder später gar zu Hautkrebs kommt.
  • UV-Index (UVI) gibt Auskunft über Sonnenbrandgefahr und liegt im Sommer in Spanien oft bei sehr hohen 9 bis 10.

Alicante - Der Sommer in Spanien zieht wegen viel Sonne und Meer unzählige Touristen aus dem In- und Ausland an die Küsten, vor allem ans Mittelmeer, darunter auch die Costa Blanca. Bei den hohen Temperaturen will man eigentlich nur eins: sich in die Badesachen schmeißen und an den Strand oder Pool legen. Das Eincremen mit Sonnencreme gerät dabei schnell in Vergessenheit. Häufig kommt danach die Quittung: rote, verbrannte Haut, die spannt und schmerzt. Leider wird die Gefahr vor einem Sonnenbrand immer wieder unterschätzt. Besser also, man weiß sich zu schützen, auch um vorschnelle Alterung der Haut oder gar Hautkrebs vorzubeugen.

Eine gute Sonnencreme braucht es während des Sommers in Spanien, um Sonnenbrand vorzubeugen.

Sommer in Spanien: Sonne ist in Maßen gesund

Aber erst einmal die positive Nachricht vorweg: Grundsätzlich tut die Sonne Menschen gut, ist sogar in Maßen gesund. Sie sorgt unter anderem dafür, dass der Körper das lebenswichtige Vitamin D bildet. Ihre Wärme ist wohlig und die Haut produziert den Farbstoff Melanin, der sie schützt und braun werden lässt. Doch irgendwann wird es - vor allem ohne die schützende Sonnencreme - zu viel. Und die nächste Hitzewelle des Sommers steht schon unmittelbar bevor. „Den Umbruch, wann es zu viel Sonne wird, merken wir nicht“, sagt der Hautarzt Heiko Grimme vom Hautzentrum am Kurpark in Stuttgart. Ein Sonnenbrand ist nichts anderes als eine Entzündungsreaktion der Haut, bei der viele Zellen zugrunde gehen. Das Tückische: Man spürt ihn nicht sofort, wie Grimme erklärt. „Erst nach sieben Stunden merkt man etwas, bei ungefähr 24 Stunden hat man den Höhepunkt erreicht.“

Sommer in Spanien: Gute Sonnencreme ist gerade bei heller Haut wichtig

Von daher „sollte immer eine gute Sonnencreme aufgetragen werden“, so der Dermatologe Dr. Ruud Valks von der Clínica Glorieta in Dénia an der Costa Blanca. „Und zwar nicht nur, wenn man an den Strand geht, sondern täglich – und sogar im Winter.“ Die helle Haut der Mittel- und Nordeuropäer sei einfach nicht für die intensive Sonne an der Costa Blanca geeignet. „Deshalb bekommen Residenten aus Mittel- und Nordeuropa, wenn sie lange hier wohnen und sich nicht schützen, fast sicher die Vorstufe des Hautkrebses und oft eben Hautkrebs.“

Auch im Wasser kann man ohne Sonnencreme einen Sonnenbrand bekommen.

Der Facharzt rät deshalb allen, eine gute Sonnencreme zu kaufen und sie allmorgendlich anstelle einer Tagescreme aufzutragen. „Tückisch ist, dass der Hautkrebs erst Jahre nach dem Sonnenbrand kommt“, warnt der Dermatologe. „Deshalb ist es so wichtig, schon Kindern und Jugendlichen einen vernünftigen Umgang mit der Sonne einzuimpfen.“ Wer bei Teenagern und jungen Menschen Überzeugungsarbeit leisten wolle, stütze sich dabei besser auf das ästhetische Argument der Hautalterung, hat Dr. Valks in seiner Praxis festgestellt. „Die können sich nur schwer vorstellen, in vielen Jahren vielleicht mal zu erkranken. Aber auf ihr Aussehen legen sie alle Wert.“ Denn eine gute Sonnencreme beuge ja nicht nur Hautkrebs vor, sondern erhalte auch die Schönheit.

„Aus diesem Grund sollte man mit der Anwendung von Sonnencreme möglichst jung anfangen und beim Kauf nicht sparen“, versichert der Fachmann. „Das ist eine Investition in die Zukunft. Denn so spart man später teure Behandlungen, die der Haut ihre Jugend zurückgeben sollen – und oft ist ja da sowieso nichts mehr zu machen.“

Die richtige Sonnecreme: Mit UVB und UVA gegen die schädliche Wirkung der Sonne

Die ideale Sonnencreme sollte UVB-Strahlen Einhalt gebieten, die ein sehr hohes Sonnenbrand- und Hautkrebsrisiko bergen, aber auch der UVA-Strahlung, die ebenfalls ein Risikofaktor für Krebs ist und zudem tief in die Haut eindringt und Alterungssymptome verursacht. „Neuesten Studien zufolge schaden allerdings auch Infrarotstrahlung und sichtbares Licht der Haut“, sagt Dr. Valks. „So verursachen sie zum Beispiel Pigmentflecken.“ Deshalb sei anzuraten, moderne Cremes zu wählen, deren Komponenten auch gegen Infrarotstrahlung und sichtbares Licht schützen.

UV-Index gibt Auskunft zur Sonnenbrandgefahr

Der UV-Index (UVI) dient als Orientierung und gibt Auskunft zur Sonnenbrandgefahr für jeden Typ von Haut, beziehungsweise an ihm lässt sich ablesen, innerhalb welcher Zeit ein bestimmter Hauttyp einen Sonnenbrand bekommt. Je höher der UVI, desto größer das Risiko. So ist beispielsweise bei einem Hauttyp II – das ist der nordische Typ, dem in Mitteleuropa ungefähr zwölf Prozent der Bevölkerung angehören – bei ungebräunter Haut und ohne aufgetragene Sonnencreme ein Sonnenbrand in weniger als 20 Minuten (Eigenschutz der Haut) möglich.

Die UV-Strahlung im Sommer in Spanien.

Generell gilt: Lieber ein höherer Schutzfaktor als ein Sonnenbrand. Bei einem UV-Index von 8 bis 10 – wie zur Zeit an der Costa Blanca – wird für den Hauttyp II bei Strandbesuchen ein Schutzfaktor von 30 bis 50+ empfohlen. Was bedeutet die Zahl? 50 beispielsweise bedeutet, dass es mit dieser Sonnencreme 50 Mal so lange dauert, bis man einen Sonnenbrand kriegt als ohne. Allerdings wird dieser Wert unter Laborbedingungen ermittelt, deshalb sollte man rund ein Drittel abziehen. Zu beachten ist: Bei Kindern sind die Zeiten kürzer, da ihre Haut sich noch nicht so gut schützen kann. Babys und Kleinkinder sollten möglichst gar nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden.

Den UV-Index in Spanien kann man unter www.aemet.es unter „El Tiempo“, dann „Observación“ und anschließend „Radiación y Ozono“ erfahren. Nützlich sind auch Apps wie UV-Check, die vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt entwickelt wurde. Sie liegt in deutschen App-Stores sowohl für IPhones als auch für Android-Handys vor. Oder die App Dermosil Care Guide, die man in spanischen App-Stores findet.

Vom Sonnenbrand zum Hautkrebs: In Spanien erkranken jährlich 78.000 Menschen

Hautkrebs – unter anderem das gefürchtete maligne Melanom – entsteht hauptsächlich durch ultraviolette Strahlung im Sonnenlicht. Sie schädigt das Reparatursystem des Erbguts, sodass es in den betroffenen Hautzellen zu unkontrolliertem Zellwachstum kommt. Die Anzahl der Sonnenbrände, die ein Mensch bis zum 18. Lebensjahr erleidet, ist ein entscheidender Faktor für das Risiko, Jahrzehnte später an Hautkrebs zu erkranken. Doch auch Sonnenbrände im Erwachsenenalter sind ein Risikofaktor. Jeder siebte Bundesbürger entwickelt im Laufe seines Lebens diese Krankheit – Tendenz steigend.

In Spanien erkranken nach Angaben des Dermatologen-Verbands jährlich etwa 78.000 Menschen an Hautkrebs, Tendenz steigend. 90 Prozent der Hautkrebspatienten werden geheilt. Da die Früherkennung entscheidend ist, raten Hautärzte, sich monatlich nach Hautveränderungen abzusuchen.

Schutz vor Sonnenbrand: Genug Sonnencreme verwenden

Fast jede Sonnencreme schützt zuverlässig vor Sonnenbrand, beziehungsweise UV-Strahlung. Die Stiftung Warentest hat auch günstige Sonnencremes getestet*, wie merkur.de* berichtet. Voraussetzung für den Schutz ist allerdings, dass man genug Sonnencreme verwendet. Hautarzt Heiko Grimme sagt. „Die Regel lautet: Für den Körper drei Esslöffel, für das Gesicht einen Teelöffel.“ Nur mit dieser Menge erreiche man auch den angegebenen Lichtschutzfaktor. Trägt man weniger auf, reduziert sich der Schutz. Berücksichtigt man dann noch, dass Sonnenanbeter nach dem Schwitzen oder Schwimmen regelmäßig nachcremen sollten, reicht eine 200-Milliliter-Flasche oft höchstens nur für fünf Tage.

Wie lange ist eine Sonnecreme haltbar?

Antwort gibt die sogenannte Aufbrauchfrist auf der Packung der Sonnencreme. Steht dort zum Beispiel „12 M“, sollte man sie nach dem Öffnen spätestens binnen zwölf Monaten aufgebraucht haben. Manchmal ist statt der Aufbrauchfrist ein Haltbarkeitsdatum aufgedruckt. Ob der Sonnenschutz noch über das Ablaufdatum hinaus einsetzbar ist, wurde bislang kaum erforscht.

Zur Not lässt man das T-Shirt und die Hose einfach an. Denn Kleidung schützt auch vor UV-Strahlung. Prinzipiell gilt dabei: Je enger und dicker die Maschen des Gewebes sind, desto weniger UV-Licht kommt durch. Außerdem ist es ratsam, im Schatten zu bleiben, wenn die Sonne im Sommer mittags und am frühen Nachmittag am höchsten steht. *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Ángel García

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