Eine Nonne erhält die Schutzimpfung gegen Covid-19.
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Schwester Luz Amparo erhält im religiösen Pflegeheim El Buen Pastor in Estella die zweite Dosis des Corona-Impfstoffs.

Anmeldung im Einwohnermeldeamt

Corona-Impfung Spanien: So bekommen Deutsche den Covid-19-Schutz

  • vonStephan Kippes
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Seit Wochen fürchten viele Deutsche in Spanien, bei der Schutzimpfung gegen Covid-19 außen vor zu bleiben. Jetzt zeichnet sich eine einfache Lösung ab.

Alicante – Viele EU-Residenten befürchten, dass sie bei der Durchimpfung gegen das Coronavirus in Spanien außen vor bleiben könnten. Weil sie nicht in der spanischen Seguridad Social geführt werden oder nicht im Ausländerregister eingetragen sind. Ausländervereine an der Costa Blanca, darunter Vecinos de Benissa Costa, warnen eindringlich davor, dass zahlreiche EU-Ausländer wie zuvor bei den Grippeimpfungen aus dem Raster fallen könnten und damit in weiten Gebieten der Mittelmeerküste eine Herdenimmunität nicht erreicht werden könnte. Nun zeichnet sich eine relativ einfache Lösung ab, die nichts mit Hauptwohnsitz oder Krankenversicherung zu tun hat: das Einwohnermelderegister, hierzulande Empadronamiento genannt.

Wichtig für Deutsche in Spanien: Ohne Anmeldung keine Impfung gegen Covid-19

Dies entspricht dem Kenntnisstand, den deutsche Auslandsvertretungen derzeit haben. „Bei den Impfstrategien der einzelnen Länder wird nicht nach Nationalität unterschieden, wohl aber wird an den Wohnsitz oder den gewöhnlichen Aufenthalt angeknüpft. Sowohl in Deutschland als auch in Spanien haben alle Personen, die ihren Wohnsitz in dem jeweiligen Land angemeldet haben, entsprechend der jeweiligen Priorisierung grundsätzlich einen Anspruch auf eine freiwillige Schutzimpfung gegen das Coronavirus Sars-CoV-2“, teilt das Generalkonsulat in Barcelona mit. Der Wohnsitz beziehungsweise gewöhnliche Aufenthaltsort soll demnach nicht an den Lebensmittelpunkt geknüpft werden, sondern an den Wohnort. „In der Regel ist somit die Anmeldung beim Einwohnermeldeamt der Wohnsitzgemeinde („empadronamiento“) Voraussetzung, um gemäß der hiesigen Impfstrategie und über die örtlichen Gesundheitsbehörden Zugang zu einer Impfung zu erhalten“, so das Generalkonsulat weiter.

Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums bestätigte gegenüber costanachrichten.com die Einschätzung des Konsulats, ohne auf Details wie verschiedenen Formen der Anmeldung einzugehen. „Die Impfstrategie ist eine Strategie des öffentlichen Gesundheitswesens. Es ist wichtig, möglichst alle Personen, die auf spanischem Territorium wohnen, zu impfen“. Die Covid-19-Impfung geht nicht von der Seguridad Social aus. Sie ist eine staatliche Maßnahme im Rahmen der Bekämpfung einer Pandemie, die vor Ort von den Regionen umgesetzt wird. Die Durchimpfung in Spanien wird nach Personengruppen gestaffelt. Dazu gibt es einen Impfrechner, der den Zeitraum ermittelt, in dem bestimmte Personen geimpft werden sollen.

Zugang zu Schutzimpfung in Spanien über Einwohnermelderegister: Die Anmeldung ist für Deutsche einfach

Demnach dürften die meisten Deutschen, die in Spanien dauerhaft oder als Langzeiturlauber leben, relativ leicht an eine Schutzimpfung gegen Covid-19 kommen. Wer bereits gemeldet ist, sollte sich vergewissern, dass die einst angegebene Wohnadresse noch die aktuelle ist. Der Eintrag ins Einwohnerregister ist in der Regel kein komplizierter Vorgang. Normalerweise reichen Nachweise über die Wohnadresse wie Mietvertrag, Strom- und Wasserrechnung und die NIE-Nummer aus. Allen, die auf der sicheren Seite sein wollen, empfiehlt Ministerialrat a. D. und Rechtsanwalt Dr. Rainer Fuchs eine Anmeldung in der Gemeinde und einen Eintrag ins Ausländerregister.

Wer nicht im Einwohnermelderegister steht und geimpft werden will, sollte bald über eine Reise nach Deutschland nachdenken. Das Generalkonsulat rät auch, die Rückreise nicht bis zum letzten Moment aufzuschieben und „mit den Gesundheitsbehörden des Wohnsitzes oder Aufenthaltsorts in Kontakt zu treten, um genauere Informationen zur Impfplanung zu bekommen.“

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