Radfahrer und Spaziergänger auf Marbellas Strandpromenade.
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Deutsche, die dauerhaft in Spanien leben möchten, müssen sich ins Ausländer-Zentralregister eintragen lassen und eine „Residencia" beantragen. Auf dieser ist ebenfalls die NIE-Nummer zu finden.

Unterschied zwischen NIE und Residencia

Deutsche in Spanien: Welche Dokumente wichtig sind

  • vonLena Kuder
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Wer als Deutscher in Spanien lebt, wird früher oder später mit der Frage konfrontiert, was der Unterschied zwischen Steuernummer, der Ausländeridentifikationsnummer NIE und der Residencia ist. Unternehmensberater Jost Tscherepanow gibt Antworten und erklärt, welche Dokumente benötigt werden.

  • NIE oder Residencia: Was ist der Unterschied?
  • Zuständig ist die Nationalpolizei mit ihren Ausländerbüros.
  • Online-Anträge sind generell nicht möglich.

Málaga – Die NIE wird auf Antrag an Ausländer vergeben, die ein wirtschaftliches, soziales oder persönliches Interesse haben. Sie gilt in Spanien als Steuer-Identifikationsnummer, aber auch als allgemeine Identifikationsnummer und ist das Pendant zum DNI, dem Personalausweis der spanischen Staatsbürger.

NIE kann beim spanischen Konsulat im Ausland beantragt werden

„Man kann die NIE bei jedem spanischen Konsulat im Ausland beantragen oder in Spanien bei den Oficinas de Extranjería beziehungsweise den Kommissariaten der Policía Nacional. Den Antrag muss man persönlich stellen“, sagt Jost Tscherepanow, der die Beratungsfirma Pehoma mit Sitz in Málaga und Krefeld leitet und deutschen Unternehmen über bürokratische Hürden hinweghilft. Diese Möglichkeit besteht aber lediglich für Deutsche, die nicht planen, länger als drei Monate in Spanien zu bleiben, schreibt die spanische Botschaft in Berlin auf ihrer Internetseite. Jeder, der zum Leben, Arbeiten, Studieren oder Ähnliches einen längeren Aufenthalt plant, müsse sich an die Behörden in Spanien werden. Dort ist die zuständige Behörde die Nationalpolizei mit ihren Ausländerbüros.

Terminvereinbarung für Antrag der NIE nur online möglich

Termine müssen vorab online über die Internetseite der Nationalpolizei oder bei der nächstgelegenen Stelle vereinbart werden. Dafür wählt man auf der Homepage unter der Rubrik „Trámite“ die Kategorie „Policía- Asignación del NIE“ aus und gibt danach seine persönlichen Daten ein. Auch eine Person mit einer notariellen Vollmacht kann dies tun. „Ein Online-Antrag ist generell nicht möglich“, sagt der Unternehmensberater.

Die NIE wird pro Person einmal vergeben und gilt lebenslang. Sie muss nicht nochmal beantragt werden, ändert sich nicht und verliert auch nicht ihre Gültigkeit. Man erhält die NIE auf einem weißen DIN-A4 Blatt. Das Zertifikat hat allerdings nur eine behördliche Gültigkeit von drei Monaten. Wenn es auch nicht zwangsläufig aktualisiert werden müsse, käme es jedoch vor, dass man bei notariellen oder behördlichen Angelegenheiten aufgefordert wird, ein neues Zertifikat vorzulegen, so der Fachmann.

Dieses nennt man auch „NIE de no residente“ also NIE für Nichtresidenten. Wer in Spanien seinen Wohnsitz hat oder sich hierzulande pro Jahr länger als drei Monate am Stück oder 183 Tage über das Jahr verteilt aufhält, muss sich bei der Nationalpolizei in das Ausländer-Zentralregister eintragen lassen und erhält eine grüne Ausländerkarte, die residencia, auf der ebenfalls die NIE-Nummer zu finden ist. Ein Termin kann über denselben Kurzlink beantragt werden, dafür wählt man die Kategorie „Policía-Certificados UE“ aus.

Wann ist man als Resident steuerpflichtig?

Oft tauche auch die Frage auf, ob man in Spanien steuerpflichtig wird, wenn man sich als Resident registriert. Es besteht die Pflicht, sich registrieren zu lassen, wenn man sich länger als 183 Tage in Spanien aufhält. Laut EU-Recht ist man in dem Land steuerpflichtig, in dem man sich überwiegend aufhält. In Europa gilt eine Reise- und Niederlassungsfreiheit. Das bedeutet, dass jeder Deutsche dazu berechtigt ist, sich in Spanien niederzulassen, also seinen Wohnsitz nach Spanien zu verlegen. Man sollte beachten, dass es nach deutschem Recht keine Möglichkeit eines Zweitwohnsitzes im Ausland gibt.

„Viele Ausländer denken, dass es einem freigestellt ist ob man sich in dieses Register eintragen lässt oder nicht, aber das ist falsch“, schildert der Experte. „Das Gesetz regelt dies klar und eindeutig. Um sich in das Ausländerzentralregister eintragen zu lassen, wurden 2012 einige Auflagen geschaffen. So muss man seitdem eine Krankenversicherung nachweisen und auch angeben, wie man seinen Lebensunterhalt bestreitet. Die Krankenversicherung kann die spanische Seguridad Social sein, wenn man selbstständig („Autónomo“), Angestellter, oder deutscher Rentner ist. Auch eine anerkannte private Krankenversicherung wird akzeptiert.“

Wer in das Ausländerzentralregister eingetragen wurde, erhält das „Certificado de registro de Ciudadano de la Unión Europea“. Dies ist eine grüne Papierkarte im Kreditkartenformat, umgangssprachlich auch „Residencia“ genannt. Darauf sind die NIE und Adresse in Spanien angegeben.

Auf der grünen Residencia ist die NIE-Nummer und die Wohnadresse zu finden.

Laut Gesetz ist jeder verpflichtet, dem Register Adressänderungen mitzuteilen. Die erste, von der Nationalpolizei ausgestellte Residencia hat eine Gültigkeit von fünf Jahren. Danach muss diese neu beantragt werden und man erhält ein Zertifikat, das angibt, dass man nun als „Residente comunitario permanente en España“ also als dauerhafter Resident in Spanien registriert ist. Dieses Dokument muss nicht erneuert werden.

Terminvereinbarung bei der Nationalpolizei unter: https://bit.ly/2yz0qIT

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