Touristen laufen Treppenstufen zwischen Souvenirläden hoch.
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Wo viele Menschen sind, gibt es Langfinger. Die Polizei in Spanien rät Touristen, gut auf Taschen und Portemonnaies aufzupassen.

Diebstähle im Urlaub

Achtung, Diebe: Polizei gibt Touristen Tipps gegen Langfinger in Spanien

  • Judith Finsterbusch
    VonJudith Finsterbusch
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Ein Diebstahl im Urlaub gehört zu den Dingen, die Touristen die Ferien ordentlich vermiesen. Die Polizei in Spanien gibt Urlaubern gezielt Tipps und betreut sie mehrsprachig in eigenen Büros.

Noch immer deutlich mitgenommen schildern die beiden Seniorinnen dem Beamten, wie ihnen das Portemonnaie gestohlen wurde. So gut sie können jedenfalls, denn bemerkt haben sie den Verlust der Geldbörse erst viel später. Der Dieb war offenbar sehr geschickt, nutzte das Durcheinander auf einem belebten Wochenmarkt an der Costa Blanca und langte unbeobachtet zu. Diebstähle wie diese sind leider keine Einzelfälle in Spanien, vor allem die beliebten Ferienorte und die großen touristischen Städte ziehen Langfinger ebenso magisch an wie Urlauber. Die Polizei in Spanien geht unter anderem mit 13 speziellen Anlaufstellen für ausländische Touristen, den Sate-Büros, dagegen vor.

Diebstähle in Spanien: Polizei betreibt Büros für ausländische Touristen

So gibt es etwa an der Costa Blanca in Benidorm ein Sate-Büro, an der Costa del Sol finden Touristen in Málaga, Benalmádena, Marbella und Estepona Anlaufstellen. In den Büros sprechen die Polizisten mehrere Sprachen, damit Touristen leichter Anzeige erstatten können, und helfen auch, das Konsulat oder Familienangehörige zu informieren und Bankkarten sperren zu lassen. Und auch wenn die meisten Touristen erst Kontakt zur Polizei aufnehmen, wenn der Diebstahl im Spanien-Urlaub schon passiert ist, bemüht sich die Polizei darum, Touristen vorab Tipps an die Hand zu geben, damit sie gar nicht erst zu Opfern von Langfingern werden.

So standen Beamte der Nationalpolizei dieser Tage in Alicante etwa am Hafen und gaben den Passagieren eines Kreuzfahrtschiffs per QR-Code, der zu einer Broschüre führt, Ratschläge an die Hand, um Diebstähle im Urlaub zu vermeiden. Darin betont die Polizei, dass „Spanien eines der sichersten Länder Europas“ ist. Gleichzeitig gibt sie Touristen einfache Tipps, damit sie etwa nicht Opfer der Umarmungs-Diebe werden, die an der Costa Blanca gezielt vor allem Senioren bestehlen.

Gegen Diebstähle: Tipps von der Polizei für Spanien-Touristen

  • Verlieren Sie niemals Ihre Wertsachen aus dem Auge
  • Passen Sie besonders auf Ihre Tasche oder Geldbörse in öffentlichen Verkehrsmitteln und an Orten auf, an denen viele Menschen sind (Märkte, Spektakel usw.)
  • Nehmen Sie nur das Nötigste an den Strand oder zum Pool mit
  • Lassen Sie niemals Wertsachen sichtbar im geparkten Auto liegen
  • Vermeiden Sie einsame oder schwach beleuchtete Orte
  • Misstrauen Sie verdächtigen „Hilfsangeboten“: Hinweise auf angebliche Flecken auf der Kleidung, angebliche Autopannen oder Ähnliches. Dabei handelt es sich oft um Ablenkungsmanöver, um Sie zu bestehlen
  • Nehmen Sie auf der Straße nicht an Glücksspiel-Angeboten teil und fallen Sie nicht auf angebliche Schnäppchen rein. Dabei handelt es sich mit Sicherheit um eine Betrugsmasche oder Tricks.
  • Nutzen Sie in Ihrem Hotel oder Apartment den Safe. Wenn Sie sich in Gemeinschaftsräumen aufhalten (Rezeption, Restaurants, Pool), behalten Sie Ihr Gepäck und persönliche Gegenstände wie Taschen oder Kameras im Blick.

Wo viele Urlauber sind, sind automatisch auch viele Kriminelle. Oft stecken hinter den Diebstählen gut organisierte Banden, die den Touristen regelrecht hinterherreisen: Während der „Operation Meerenge“ etwa - die diesen Sommer Corona-bedingt in Spanien ausfiel - positionierten sich die Diebe vorwiegend an den Autobahnen, um Nordafrikaner auszurauben, die auf dem Weg in ihre Heimatländer sind. Im Juli und August schlagen sie dann eher in den Badeorten, etwa an der Costa Blanca oder Costa del Sol, zu, ab September reisen sie weiter in die großen Städte. Beliebte Opfer: Senioren und Touristen aus dem Ausland.

Diebstahl in Spanien: Beliebte Tricks der Gauner, um Touristen auszunehmen

Ein beliebter Trick der Diebe ist etwa die Umarmungs-Methode: Dabei fragt jemand in einer scheinbaren Notsituation nach dem Weg, etwa zur nächsten Apotheke. Hat sein Opfer erklärt, wo es langgeht, bedankt sich der Dieb mit einer überschwänglichen Umarmung und stiehlt seinem Opfer dabei unbemerkt das Portemonnaie oder die Tasche. Auch beliebt unter den Trickdieben in Spanien ist es, Frauen loszuschicken, die vorwiegend älteren Männern anzügliche Angebote machen und ihnen dabei körperlich so nah kommen, dass anschließend der Geldbeutel weg ist.

Besonders ältere Leute werden in Spanien auch oft mit dem sogenannten „Familien-Trick“ reingelegt. Dabei geht ein junger Mensch freudestrahlend auf eine ältere Person zu und erklärt dieser ganz gerührt, dass sie ihn stark an seine liebe Omi erinnert. Unter scheinbar freundlichen Berührungen am Arm ist dann schnell die Uhr verschwunden. Grundsätzlich schlagen Diebe bevorzugt an belebten Orten zu, unter anderem auch in Einkaufszentren oder großen Supermärkten. Deshalb der Tipp der Polizisten: Niemals die Handtasche an den Einkaufswagen hängen und im Gedränge darauf achten, dass man nicht „angerempelt“ wird.

Anlaufstellen für Touristen in Spanien

  • Sate-Büro Benidorm: Calle Gerona 44, Ecke Avenida Derramador, Tel. (+34) 965 563 675
  • Sate-Büro Málaga: Plaza de la Marina 11, Tel. (+34) 951 926 161 
  • Sate-Büro Benalmádena: Avenida Antonio Machado 10, Tel. (+34) 952 563 665
  • Sate-Büro Marbella: Plaza Antonio Banderas, Tel. (+34) 952 768 755
  • Sate-Büro Estepona: Plaza de las Flores, Tel. (+34) 952 809 000 
  • Kontakt zur Polizei für Touristen: App „Alertcops“, E-Mail: turismo@policia.es, Tel (+34) 902 102 112 (mehrsprachig), Tel 091

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