Drohne im Anflug
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Neue EU-Drohnenverordnung gilt natürlich auch für Spanien

Drohne im Anflug

Drohnen in Spanien: Neue EU-Drohnenverordnung ist in Kraft getreten

  • Daniela Schlicht
    vonDaniela Schlicht
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In Spanien wie in der gesamten EU gilt für Besitzer von Drohnen seit dem 31. Dezember 2020 die neue EU-Drohnenverordnung. Diese verpflichtet unter anderem zur Registrierung. Aber auch auch beim Kauf einer Drohne gibt es einiges zu beachten.

Mit der neuen EU-Drohnenverordnung, die Anfang des Jahres 2021 in Kraft getreten ist, gibt es nun einheitliche Regeln für Besitzer von Drohnen in Spanien sowie für alle anderen Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Unabhängig vom Verwendungszweck, müssen sich Besitzer von Drohnen bei der Agentur der Europäischen Union für Flugsicherheit EASA registrieren. In Spanien lautet die Webseite dafür: https://sede.seguridadaerea.gob.es. Ausgenommen sind Drohnen mit einem Gewicht von weniger als 250 Gramm ohne Kamera. Nach der Registrierung bekommt der Pilot eine eindeutige persönliche Identifizierungsnummer (eID) zugewiesen, die er auch auf seiner Drohne anbringen muss. Die Daten werden in einer zentralen Datenbank abgespeichert, damit jeder Drohnenpilot innerhalb der EU eindeutig identifiziert werden kann. Neue Drohnen, die in die C-Klassen fallen, müssen über ein System verfügen, das die eID selbstständig sendet. So kann während des Flugs die jeweilige eID der Drohne ausgelesen werden (Remote ID/Fernidentifikation). Zudem muss der Pilot, je nach Drohnenklasse, eine Schulung und/oder eine Prüfung absolvieren. Diese geht online und ist kostenlos. Nach bestandener Prüfung stellt die AESA ein Zertifikat aus.

Mit Drohnen kann man spektakuläre Aufnahmen machen, wie hier vom Strand in Moraira.

Drohnen in Spanien: Was es beim Privatgebrauch zu beachten gibt

Für den Privatgebrauch von Drohnen in Spanien ist hauptsächlich die „Open“-Kategorie relevant. Das heißt, die maximale Flughöhe beträgt höchstens 120 Meter bei maximal 25 Kilogramm. Zudem darf die Drohne nur mit Sichtkontakt geflogen werden. Ausnahme: Eine Drohne im Follow-Me-Modus bei einer maximalen Entfernung von 50 Metern zum Piloten oder ein Beobachter, der die Drohne im konstanten Blickkontakt behält. Das neue Mindestalter zum Fliegen von Drohnen ist 16 Jahre. Das Mindestalter gilt nicht für Spielzeug-Drohnen dieser Kategorie.

Drohnen-Piloten müssen in Spanien einen Abstand von mindestens acht Kilometern zu Flughäfen, Flugplätzen und anderen kontrollierten Lufträumen einhalten. In Natur- und Wildschutzgebieten sowie in Biosphärenreservaten und anderen geschützten Naturgebieten ist der Flug von Drohnen untersagt. Hilfreich in Erfahrung zu bringen, in welchen Gebieten Drohnen fliegen dürfen und wo es Einschränkungen oder gar Verbote gibt, ist die Webseite www.enaire.es. Den Service gibt es auch als App für das Handy: Enaire Drones.

In Spanien ist eine Haftpflichtversicherung noch nicht zwingend erforderlich, wird aber dringend empfohlen, da der Pilot für alle Schäden, die durch das Flugobjekt verursacht werden, verantwortlich ist. Außerdem: Wenn die Drohne eine Kamera trägt, darf nicht gegen das Datenschutzgesetz und das Recht auf Privatsphäre der aufgenommen Person/-en verstoßen werden.

Hersteller von Drohnen müssen Modelle zertifizieren

Mit der aktuellen EU-Drohnenverordnung sind auch die Hersteller angewiesen, ihre neuen Modelle zertifizieren zu lassen. Mit der Zertifizierung erhalten sie eine Zuweisung der Drohne in bestimmte Klassen – von C0 bis C4 – (siehe Infobox). Die Drohne muss dann mit der zugewiesenen Klasse vom Hersteller gekennzeichnet werden, sodass für einen Käufer klar ersichtlich ist, in welche Drohnenklasse die Drohne eingeordnet wurde. Für Bestands-Drohnen (Drohnen, die noch keine Klassifizierung und Klassen-Kennzeichnung besitzen) gibt es Sonderregeln und zusätzlich befristete Übergangsregelungen.

Infos für Drohnen-Besitzer

  • Seit dem 31.12.2020 gelten nun einheitliche EU-Regeln für die Nutzung unbemannter Luftfahrzeuge bzw. Drohnen. In Spanien müssen sich Besitzer von Drohnen auf der Webseite der EASAhttps://sede.seguridadaerea.gob.es – registrieren und ihre Drohnen mit ihrer persönlichen Betreibernummer versehen. Ausgenommen sind Drohnen mit einem Gewicht von weniger als 250 Gramm und ohne Kamera. Im Umkehrschluss heißt das: Drohnen, die weniger als 250 Gramm wiegen, aber eine Kamera besitzen, müssen ebenfalls registriert werden.
  • Es ist wichtig, sich vor der Nutzung mit der Gebrauchsanweisung des Herstellers vertraut zu machen, da je nach Drohnenklasse (Klasse C0 bis C4) eine Schulung und/oder Prüfung absolviert werden muss.
  • C-0: Drohnen unter 250 Gramm. Es ist kein Drohnenführerschein oder EU-Kompetenznachweis erforderlich. C-1: Drohnen unter 900 Gramm. EU-Kompetenznachweis via Online-Training und Online-Test/Prüfung, auch „kleiner EU-Drohnenführerschein“ genannt, notwendig. C-2: Drohnen unter 4 kg Abfluggewicht. Kleiner EU-Drohnenführerschein nötig. Bei Flügen in der Unterkategorie A2 (s. unten) muss der Pilot zusätzlich das EU-Fernpiloten-Zeugnis besitzen (großer Drohnen-Führerschein – mit Schulung und Theorie-Prüfung). C-3 und C-4: Drohnen unter 25 kg Abfluggewicht und alle selbstgebauten Drohnen über 250 Gramm. EU-Kompetenznachweis erforderlich.
  • Des weiteren gibt es je nach Anwendungszenario drei Kategorien: Offen (abierta), Spezifisch (específica) und Zertifiziert (certificada). Die Kategorie „Offen“ wird außerdem, je nach Risikoklasse, noch weiter in drei Unterklassen unterteilt. A1: Flug über Personen möglich (abhängig von der C-Einstufung der Drohne). Überflug von unbeteiligten Dritten muss vermieden werden. Kein Überflug über Menschenansammlungen. A2: Unbeteiligte Personen dürfen in einem Abstand von mindestens 30 Metern überflogen werden. Im „Slow“-Modus darf der Abstand auf bis zu fünf Meter reduziert werden. A3: Flug nur in weiter Entfernung von Menschen. Keine unbeteiligten Dritten im gesamten Flugbereich und es gilt ein Mindestabstand von 150 Metern zu Wohngebieten, Industrie- und Gewerbeanlagen sowie Erholungsbereichen.
  • Die allermeisten Hobby-Drohnen-Piloten und auch Kamera-Drohnen fallen in die offene Kategorie.

Drohnen sind gefragt - nicht nur privat. Sie können in jedes Auto schauen und für die Polizei überprüfen, ob man die Fahrer wegen überhöhter Geschwindigkeit, Handynutzung oder Verletzung der Anschnallpflicht drankriegen kann. Auch bei der Corona-Pandemie setzen etliche Länder vermehrt auf Drohnen, um die Einhaltung der Maßnahmen zur Eindämmung des Virus besser zu überwachen. So über die Weihnachtsfeiertage beispielsweise auch Mallorca. Des weiteren werden sie genutzt, um Anbaugebiete vor Plagen zu schützen und Bewohner vor Tigermücken – den Einsatzmöglichkeiten für Drohnen scheinen keine Grenzen gesetzt.

Was man beim Kauf von Drohnen beachten sollte

Beim Kauf von Drohnen gibt es einiges zu beachten. Generell werden Drohnen immer günstiger, die Technik und auch die Nutzerfreundlichkeit schreiten weiter voran. Vor dem Kauf sollte man sich als allererstes überlegen, was man mit der Drohne überhaupt machen will, also den Einsatzzweck. Man sollte wissen, ob man den Copter nur zum Spaß fliegen lassen will oder fotografieren beziehungsweise filmen möchte. Wer auf Aufnahmen verzichten kann, dem könnte schon ein günstiges Einsteigermodell ab 50 Euro genügen. Allerdings muss man hier Abstriche bei der Motorleistung und der Länge der Flugzeiten machen. Die nächst bessere Kategorie liegt zwischen etwa 400 und 1.500 Euro. Professionelle Modelle für Filmaufnahmen beginnen bei 3.000 Euro. Wer viel mit der Drohne verreisen oder wandern möchte, braucht eine, die wenig Platz im Gepäck einnimmt und noch dazu leicht ist. Diesen Anforderungen genügen mittlerweile eine ganze Reihe an empfehlenswerten Drohnen. Apropos Gewicht. Je nach Gewicht unterliegt die Drohne unter Umständen einigen Beschränkungen was den freien Flug angeht (siehe Infobox).

Je nach persönlichem Einsatzzweck kann es aber durchaus sinnvoll sein, eine größere Drohne zu kaufen. Größere Drohnen haben den Vorteil, dass sie während des Fluges im Himmel besser erkannt werden können, weniger anfällig für Windstöße sind und auch meistens längere Flugzeiten aufgrund der größeren Akkus bieten. Das macht sich bei schlechten Wetterbedingungen bezahlt.

Drohnen kommen auch bei der Polizei zum Einsatz.

Drohnen und die wichtigsten Sicherheitsfunktionen

Die wichtigsten Sicherheitsfunktionen bei Drohnen sind Satellitennavigation und Hinderniserkennung. Moderne Drohnen können ihren Standort ermitteln, automatisch den Kurs korrigieren oder den Rückflug zum Startpunkt antreten, wenn der Akku nachlässt oder die Funkverbindung abreißt. Diese sehr nützliche Funktion nennt sich Return-to-Home beziehungsweise Go-Home und stellt sicher, dass die Drohne sicher zum Piloten zurückkehrt. Einige Modelle ermitteln anhand der GPS-Koordinaten auch Flugverbotszonen – etwa die Nähe zu Flughäfen – und verhindern in diesem Fall den Start.

Eine weitere technische Raffinesse zur Erhöhung der Flugsicherheit sind Sensoren zur Hinderniserkennung. Viele Modelle verfügen über Sensoren oder Sichtkameras, mit denen Objekte in der Flugbahn erkannt werden. Auch wenn man sich nicht uneingeschränkt auf diese verlassen sollte, je mehr Richtungen abgedeckt werden, desto besser. Die meisten Drohnen arbeiten mit nach vorne und nach unten gerichteter Hinderniserkennung, teurere Drohnen sind dann oft mit vier-, fünf- oder gar sechsseitiger Hinderniserkennung ausgestattet.

Welche Flugzeiten kann eine Drohne erreichen?

Vor dem Kauf einer Drohne sollte man sich auch informieren, welche Flugzeiten die Drohne erreichen kann. Die besten Modelle können bei idealen Bedingungen etwa 25 Minuten in der Luft fliegen, wobei man bei den Herstellerangaben bis zu 20 Prozent abziehen sollte, die meistens den Windbedingungen geschuldet sind. Der Kauf eines zweiten oder dritten Akkus ist trotz seines Preises von etwa 70 Euro durchaus ratsam.

Qualität von Foto und Filmaufnahmen bei Drohnen

Die Qualität der Foto- beziehungsweise Filmaufnahmen bei Drohnen hängen von der Kamera und dem Gimbal ab. Darunter versteht man die Kamera-Aufhängung, die alle Bewegungen etwa durch Wind oder Beschleunigung ausgleicht und damit verwacklungsfreie Aufnahmen ermöglicht. Viele Laien wundern sich über die extrem ruhigen Aufnahmen der Drohnen. Diese Stabilität verdankt man dem Gimbal. Bei der Kamera selbst muss man sich entscheiden, ob man für Videoaufnahmen eine HD, Full HD oder doch 4K Kamera haben möchte. Für Fotos bieten die gängigen Drohnen Kameras mit einer Auflösung zwischen 12 oder 20 MP (Megapixeln) – das ermöglicht hochwertige Bilder. Bessere Drohnen bieten dann noch HDR Aufnahmen und 180° beziehungsweise 360° Panoramen (Sphäre).

In Testberichten mischen die Marken DJI, Parrot, Yuneec und Xiaomi weit vorne mit. Für welches Drohnen-Modell man sich letztendlich entscheidet, hängt dann vom Nutzen und Geldbeutel ab.

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