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Das Finanzamt in Alicante, eine von vielen Anlaufstellen für die Einkommensteuererklärung in Spanien.

IRPF wird fällig

Einkommensteuererklärung in Spanien: Termine und Informationen zur Renta 2020

  • Daniela Schlicht
    vonDaniela Schlicht
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Bis 30. Juni muss die Einkommensteuererklärung für das Jahr 2020 in Spanien abgegeben werden. Dieses Jahr gibt es wegen Corona einige Neuerungen.

Seit 7. April läuft in Spanien die Kampagne der Agencia Tributaria - des spanischen Finanzamts - zur Abgabe der Einkommensteuererklärung. Alle physischen Personen mit Wohnsitz in Spanien und einem gewissen Einkommen sind verpflichtet, bis zum 30. Juni ihre Erklärung zur Einkommensteuer (IRPF) für das Jahr 2020 abzugeben oder bis zum 25. Juni, wenn die Zahlung per Lastschrift erfolgt.

Einkommensteuererklärung IRPF in Spanien: Alle wichtigen Termine

Für die Einkommensteuererklärung in Spanien 2020 gilt es, einige Termine zu beachten: Seit 7. April können Steuerpflichtige den Entwurf der Einkommensteuererklärung (Borrador) online über das Programm Renta Web abrufen, und den Entwurf ändern beziehungsweise bestätigen und einreichen. Für die Online-Modalität muss wie immer die Website der Steuerbehörde Agencia Tributaria - Renta oder die App aufgerufen werden. Eine Terminvereinbarung ist nicht erforderlich, aber es wird ein elektronischer Personalausweis, ein elektronisches Zertifikat, die Cl@ve-PIN oder eine Referenznummer benötigt. Letztere kann man auf der Webseite der Steuerbehörde unter „Obtenga su número de referencia“ nach der Eingabe einer Reihe von persönlichen Daten erhalten.

Wer die „Renta 2020“ telefonisch abwickeln möchte, muss im Voraus einen Termin mit dem Finanzamt vereinbaren. Termine sind online und telefonisch ab 4. Mai bis 29. Juni verfügbar. Ab 6. Mai und bis 30. Juni ist es möglich, die Steuererklärung in Spanien telefonisch mit Hilfe eines Sachbearbeiters abzugeben. Für die Terminvereinbarungen stehen folgende Nummern zur Verfügung: Tel. 901 121 224, 915 357 326, 901 223 344 oder 915 530 071.

Einkommensteuererkärung bei einer Außenstelle der Agencia Tributaria in Spanien

Weiterhin besteht auch die Möglichkeit, die Einkommensteuererklärung in Spanien persönlich in einer Außenstelle der Agencia Tributaria oder einer Einrichtung, mit der die Steuerbehörde zusammenarbeitet, abzugeben. Dafür bedarf es ebenfalls einer Terminvereinbarung. Ab 27. Mai kann man diese beantragen, und ab 2. Juni beginnt die Steuerbehörde mit der persönlichen Beratung. Der letzte Tag, einen Termin zu vereinbaren, ist der 29. Juni – die Kampagne endet einen Tag später, am 30. Juni.

Eine persönliche Beratung beim Finanzamt für die Einkommensteuererklärung ist in Spanien per Termin möglich.

Steuerzahler, die keine komplizierte Einkommensteuererklärung abzugeben haben, können per Internet den mit den bekannten Daten aus den Vorjahren vorgefertigten Entwurf bestätigen und so einfach und schnell zu einer möglichen Rückzahlung gelangen. Wer eine etwas komplizierte Steuererklärung abzugeben hat, sollte bis zur persönlichen Terminvergabe warten oder einen Steuerberater in Spanien konsultieren.

Einkommensteuererklärung in Zeiten der Coronavirus-Pandemie in Spanien

Wie fast alle Bereiche des Lebens ist auch die Einkommensteuererklärung in Spanien von den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie geprägt. Der ausgerufene Notstand bzw. Lockdown im vergangenen Jahr und die ergriffenen Einschränkungen zur Bekämpfung der Pandemie wirken sich auf viele steuerpflichtige Einkünfte aus: Gehalts- und Lohnabrechnungen, Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit oder Wohnungsmieten. Von daher sollte die diesjährige Steuererklärung mit Sorgfalt durchgeführt werden. Folgend ein Überblick über einige der wichtigsten Neuerungen.

Die Gruppe, die von der Einkommensteuererklärung 2020 in Spanien am meisten von Änderungen betroffen sein wird, sind die Arbeitnehmer, die einem sogenannten ERTE, beziehungsweise der Kurzarbeit, ausgesetzt waren. Diese erhielten Einkünfte aus zwei Quellen, oder von einem „segundo pagador“ beziehungsweise einem „zweiten Zahler“, nämlich dem Arbeitsamt (SEPE). Das kann bei der Steuererklärung einiges ändern.

Kurzarbeit ändert Freibetrag für Steuererklärung in Spanien

Normalerweise sind in Spanien nur Steuerzahler mit einem Jahresgehalt von mehr als 22.000 Euro zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet. Wer zusätzlich zum Gehalt weitere Einkünfte über 1.500 Euro bezieht, für den reduziert sich der Freibetrag von 22.000 auf nur 14.000 Euro. Dies hat zur Folge, dass viele Arbeitnehmer, die aufgrund ihres Gehalts eigentlich nicht verpflichtet gewesen wären, eine Einkommensteuererklärung abzugeben, dies nun tun müssen, weil sie ERTE-Leistungen, also Kurzarbeitergeld, vom Arbeitsamt bezogen haben.

Hinzu kommt, dass das Arbeitsamt SEPE bei einer beträchtlichen Anzahl von ERTE-Empfängern in Spanien fehlerhafte Auszahlungen leistete, sodass im Durchschnitt rund 1.000 Euro zu viel gezahlt wurden. Falls der Fehler nicht vor Ende 2020 schon korrigiert wurde, gilt es, dieses zu viel bezahlte Geld für eine Besteuerung anzugeben.

Steuererklärung in Spanien: Verlust des Arbeitsplatzes und Abfindungen

Im Jahr 2020 kam es in Spanien zu einem Verlust von fast einer Million Arbeitsplätzen. Die Corona-Krise lastete schwer auf dem Arbeitsmarkt und das BIP. Abfindungen sind von der Besteuerung ausgenommen, wenn sie 180.000 Euro nicht übersteigen. Wenn die Abfindung diesen Betrag übersteigt, muss der darüber hinausgehende Betrag als persönliches Arbeitseinkommen versteuert werden. Nicht zu vergessen: Arbeitslosengeld gemäß Artikel 17.1.b des Einkommensteuergesetzes wird als Arbeitseinkommen eingestuft und muss der Steuerbehörde bei der Einkommensteuererklärung angegeben werden.

Die Sozialversicherung verzeichnete im Jahr 2020 in Spanien 3,8 Millionen Krankmeldungen im Zusammenhang mit Covid-19. Was die Einkommensteuer betrifft, so ist zu beachten, dass sowohl die Sozialversicherung als auch die Versicherungsgesellschaft des Arbeitgebers, die eine Lohnzahlung ab dem 16. Tag des Krankenstandes übernehmen, als „zweite Zahler“ gelten und somit eine Abgabe der Einkommensteuererklärung obligatorisch werden kann.

Einkommensteuererklärung in Spanien: Mietpreisreduzierungen bei Vermietung

Einkünfte aus der Vermietung einer Wohnung in Spanien stellen in der Einkommensteuererklärung Einkünfte aus Immobilienkapital dar. Vermieter, die einer Mietminderung zugestimmt haben, werden mit der Summe des Betrages vor und nach der Minderung besteuert. Die Monate des Mietaufschubs werden nicht mitgezählt. Die Ausgaben für den gesamten Zeitraum sind abzugsfähig. Bei einseitiger Nichtzahlung der Miete muss der Vermieter zwar die erwarteten Einnahmen angeben, kann die nicht eingezogene Miete dann aber bereits nach drei Monaten (im Gegensatz zu den traditionellen sechs Monaten) abziehen.

Selbstständige, die Leistungen wegen Einstellung ihrer Aktivität – als „paro del autónomo“ beziehungsweise Arbeitslosengeld für Selbstständige bezeichnet – oder eine außerordentliche Leistung wegen Beendigung ihrer Tätigkeit, erhalten haben, müssen diese dem Finanzamt in Spanien melden.

Einkommensteuererklärung in Spanien: Stichtage für Rück- und Nachzahlungen

Fällt die Einkommensteuererklärung positiv aus, muss also der Steuerzahler an das Finanzamt zahlen, so hat dies bis zum 25. Juni beziehungsweise bei Ratenzahlung bis zum 5. November zu erfolgen. Die erste zu leistende Rate beträgt 60 Prozent des Gesamtbetrages und muss zum Zeitpunkt der Einreichung der Steuererklärung bezahlt werden und die restlichen 40 Prozent bis zum 5. November 2021. Steht umgekehrt dem Steuerzahler eine Rückzahlung vom Fiskus zu, hat die Behörde eine Frist bis zum 30. Dezember.

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