Eine Gemeine Stechmücke sitzt auf einem Kleidungsstück
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Mücken wie die Gemeine Stechmücke treten in Spanien immer mehr auf.

Angst vor Krankheiten

Achtung Plagegeister: Mücken könnten Spanien diesen Sommer zu schaffen machen

  • Daniela Schlicht
    VonDaniela Schlicht
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In Spanien könnten diesen Sommer Mücken zur Plage werden. Die Vereinigung Anecpla warnt vor Plagen gleich mehrerer Mückenarten sowie vor der Übertragung von Krankheiten.

Mit dem schönen Sommer in Spanien kommen meist auch die lästigen Plagegeister wie Mücken oder Kakerlaken. Diesen Sommer könnte gar eine Mückenplage drohen. Die ergiebigen Regenfälle und die teilweise hohen Temperaturen im Frühjahr und Vorsommer sind der ideale Nährboden für die rasante Vermehrung von Stechmücken wie der Tigermücke (Aedes albopictus) oder der Gemeinen Stechmücke (Culex pipiens).

Spanien: Torrevieja kämpft derzeit gegen eine Mückenplage an

Dazu kommt, dass letztes Jahr aufgrund des Corona-Lockdowns in Spanien kaum Kontrollen durchgeführt und Maßnahmen ergriffen wurden, sodass sich die Mückenpopulationen verdoppeln konnten, warnt die Asociación Nacional de Empresas de Sanidad Ambiental ANECPLA – die Nationale Vereinigung von Umweltgesundheitsunternehmen. „Ein weiteres Jahr mit einem Anstieg der Mücken-Populationen kann sich Spanien nicht leisten“, heißt es in einer Stellungnahme. Aus diesem Grund ruft die Vereinigung dazu auf, extreme Vorsichtsmaßnahmen gegen die Vermehrung von Mücken zu ergreifen, von denen einige potenziell gefährliche Krankheiten wie das Zika-Virus, Dengue oder Chikungunya übertragen können.

Die Gemeinde Torrevieja etwa kämpft derzeit gegen eine Mückenplage an. Erst kürzlich musste die Stadt an der Costa Blanca laut der Tageszeitung „Información“ alle Vor- und Grundschulen ausräuchern, um das „brutale“ Schlüpfen von Mückenlarven zu verhindern. Die Verwendung von Repellents, Armbändern und allerlei anderen Hilfsmitteln gegen Mücken war in den Schulen in Spanien bis zum Beginn der Sommerferien an der Tagesordnung.

Mücken gehören zum Sommer in Spanien dazu - aber nicht so extrem

Mückenbefall ist in Torrevieja keine Seltenheit, aber seit diesem Frühjahr ist er besonders explosiv: In den städtischen Sportanlagen konnte zeitweise nicht trainiert werden, und alltägliche Aufgaben wie Wäsche aufhängen oder mit dem Hund spazieren gehen sind unter anderem in den Gebieten nahe Las Torretas unmöglich. Im Kampf gegen die Mücken sind dem Rathaus von Torrevieja allerdings Grenzen gesetzt. Die Stadträtin für Gesundheit, Diana Box, wies darauf hin, dass es viele Mückenlarven in privaten Bereichen wie Gemeinschaftsflächen von Wohnsiedlungen und Pools ohne Wartung gibt, wo die Gemeinde nicht eingreifen kann - das kann im Sommer in Spanien schnell zum Problem werden.

Seit einigen Jahren sind in Europa bestimmte Stechmückenarten aus anderen Regionen zu einem Problem geworden, denn die Populationen wachsen. Das ist zum Beispiel bei der Tigermücke der Fall, die im Sommer 2004 aus Asien nach Spanien kam. Nach Daten von Mosquito Alert hat die Präsenz dieser Mücken allein in der ersten Hälfte des letzten Jahres um 70 Prozent im Vergleich zu 2018 zugenommen. Und für diesen Sommer erwartet Anecpla für Spanien eine Verstärkung des Trends, warnt gar vor einer Mückenplage. „Daher ist es unerlässlich, dass alle – von öffentlichen Verwaltungen bis hin zu Privatpersonen – extreme Präventions- und Kontrollmaßnahmen ergreifen, um die Ausbreitung dieser lästigen und zum Teil auch potenziell gefährlichen Insekten einzudämmen“, so die Generaldirektorin von Anecpla, Milagros Fernandez de Lezeta.

Tipps gegen Mücken im Sommer

Um die Reproduktion von Mücken einzudämmen, damit es später nicht zur Mückenplage kommt, werden folgende Maßnahmen empfohlen:

  • Vermeiden Sie Behälter, in denen sich Wasser ansammeln kann: Eimer, Fässer, Blumentöpfe und Untersetzer, Räder, Vasen und Ähnliches oder drehen Sie diese wenn möglich nach Gebrauch auf dem Kopf.
  • Beseitigen Sie angesammeltes Wasser oder erneuern Sie es periodisch. Mindestens einmal die Woche, im Sommer besser alle drei Tage.
  • Vermeiden Sie Staunässe bei der Bewässerung.
  • Dichten Sie Wassertanks ab oder nutzen Sie ein Moskitonetz.
  • Regelmäßige Reinigung von Dach- und Terrassenrinnen.
  • Aufrechterhaltung eines ausreichenden Chlorungsgrads in Pools.
  • Für Teiche/Brunnen: Einsetzen von Zierfischen, die sich von Mückenlarven ernähren.
  • Die Tigermücke entfernt sich nicht all zu weit von ihrem Geburtsort; wenn Sie also zu Hause gestochen werden, ist es sehr wahrscheinlich, dass sich ganz in der Nähe eine Brutstätte befindet.
  • Herstellung einer einfachen Mückenfalle aus warmem Wasser, frischer Hefe und Zucker. Diese Mischung erzeugt Kohlendioxid und lockt die Mücken an.
  • Geben Sie diese Informationen an Kinder, Eltern, Freunde, Nachbarn und Arbeitskollegen weiter, auch in sozialen Netzwerken, etc.


Spanien warnt: Mücken sind Überträger von Krankheiten

Mücken sind nicht nur lästig und stechen, sie können auch ein erhebliches Gesundheitsrisiko für Menschen darstellen, da sie Vektoren für die Übertragung gefährlicher Krankheiten sind. Das ist bei der Tigermücke der Fall, die bis zu 22 verschiedene Virustypen übertragen kann, die unter anderem mit potenziell tödlichen Krankheiten wie dem Zika-Virus, Dengue oder Chikungunya in Verbindung gebracht werden. In Spanien ist die Tigermücke seit einigen Jahren präsent, jetzt breitet sie sich auch etwa in Baden-Württemberg immer mehr aus*, berichtet echo24.de*. Gefährlich kann auch die Gemeine Stechmücke Culex pipiens werden, die potenzieller Überträger des West-Nil-Fiebers sein kann. Krankheiten, die bis vor wenigen Jahren in Europa noch völlig unvorstellbar und „exotisch“ waren, werden leider immer vertrauter. Tatsächlich verzeichnete Spanien nach Angaben des Gesundheitsministeriums von 2014 bis 2019 – einem Zeitraum, in dem die Tigermücke ihre Präsenz verdoppelte – mehr als 1.800 Fälle dieser drei Krankheiten.

Mücken wie die Tigermücke können in Spanien auch Krankheiten übertragen

Im Fall der Gemeinen Stechmücke verzeichnete Spanien 2020 laut einer Studie des Gesundheitsministeriums und des Instituts Carlos III einen „beispiellosen“ Anstieg von West-Nil-Virus-Infektionen: Die Rede ist von 77 Fällen, von denen 40 durch Labortests bestätigt wurden. Die große Mehrheit der Betroffenen zeigte neurologische Symptome (72): 55,5 Prozent eine Meningoenzephalitis, 16,7 Prozent eine Enzephalitis und 27,8 Prozent eine Meningitis. Von den 73 Fällen, die ins Krankenhaus eingeliefert wurden, starben sieben und zwei erforderten einen langen Krankenhausaufenthalt aufgrund von schweren neurologischen Folgeerscheinungen. Mit Fällen des West-Nil-Virus geriet auch Andalusien in die Schlagzeilen. Die West-Nil-Virus-Erkrankung ruft überwiegend keine oder nur milde Symptome hervor wie Fieber, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Hautausschlag. Aber bei Befall des Nervensystems – bei etwa einem Prozent der Fälle – können schwere neurologische Symptome auftreten und mit einer Sterblichkeitsrate von etwa zehn Prozent einhergehen oder schwere Folgeerscheinungen hinterlassen.

Noch ein Plagegeist in Spanien: Kriebelmücke wird zum Problem

Eine weitere Plage stellt neuerdings die mosca negra, die Kriebelmücke (Simulium erytrocephalum) in Spanien dar. Diese Mücke ist keine invasive Art, sondern ein in den iberischen Ökosystemen beheimatetes Insekt, das aber seit einigen Jahren Spitzenwerte in seiner Population erreicht. So ist zumindest die allgemeine Wahrnehmung in Madrid, Katalonien, der Region Valencia, der Region Murcia, Aragonien und Teilen Andalusiens, wo diese „schwarzen Fliegen“ zu einer echten Plage geworden sind und sowohl Menschen als auch Tiere befallen.

Der Biss der Kriebelmücke ist besonders intensiv. Das Insekt beißt nicht nur in die Haut, sondern hinterlässt einen sichtbaren Bluterguss, der mehrere Tage bis zu einer Woche andauern kann. Immer mehr häufen sich die Meldungen, dass Bewohner der betroffenen Regionen mit großen Schwellungen, Dermatitis und starkem Juckreiz in die Notaufnahme mussten. Aber nicht nur Menschen, sondern auch Haustiere und Nutztiere werden von der Kriebelmücke befallen. Der Biss ist schmerzhaft und ruft eine große Schwellung mit einem roten Fleck in der Mitte hervor. Am besten ist es, Eis aufzutragen und die Notaufnahme aufzusuchen, wenn Symptome einer allergischen Reaktion auftreten. Die gute Nachricht: Es besteht kein Risiko einer Krankheitsübertragung, so die Spanische Gesellschaft für Notfallmedizin (SEMES).

Warum Mücken manche Menschen eher stechen

Wer kennt das nicht? Man sitzt abends in einer Gruppe in Spanien zusammen auf der Terrasse, und manche Menschen werden von Mücken gestochen, andere dagegen bleiben verschont. Warum Mücken manche Menschen eher stechen als andere*, beantwortet merkur.de*. Warum die lästigen Insekten überhaupt stechen und wie man sich schützen kann, ist hier aufgelistet:

  • Die Tigermücke sticht zu jeder Tageszeit und ihr Stich kann durch die Kleidung gehen, die wir tragen. Wenn wir uns kratzen, entsteht oft eine Infektion in dem Bereich, Blasenbildungen sind möglich, ebenso Eiteransammlungen.
  • Mücken stechen nicht, um sich zu ernähren, sondern um Eier zu produzieren. Aus diesem Grund ist es die weibliche Mücke, die sticht. Die Männchen ernähren sich von Pflanzensäften.
  • Beim Biss injiziert das Weibchen Speichel in unsere Haut, der für die Entzündung rund um die Bissstelle und – nur in einigen Fällen – auch für mögliche allergische Reaktionen verantwortlich ist.
  • Mücken fühlen sich viel mehr zur Blutgruppe 0 als zur Blutgruppe A hingezogen.
  • Konsumenten von Alkohol (vor allem Bier) sind eher gefährdet, gestochen zu werden.
  • Dunkle Kleidung erhöht ebenfalls das Risiko, gestochen zu werden. Die attraktivsten Farben für Stechmücken sind anscheinend Schwarz und Rot. Weniger attraktiv dagegen finden sie Grün und Gelb.
  • Schweißgeruch lieben sie. Daher erhöht jede körperliche Aktivität im Freien die Wahrscheinlichkeit, gestochen zu werden, besonders am Abend.
  • Hormonelle Veränderungen bei schwangeren Frauen verursachen ebenso eine Art von Schweiß, dessen Geruch für Mücken sehr attraktiv ist.

Tipps, um Mückenstiche zu vermeiden

Obwohl es viele Maßnahmen gibt, die vor Mückenstichen schützen, scheint es bislang keine zu geben, die zu 100 Prozent wirksam ist. Als effektiv erweisen sich:

  • Tragen von heller Kleidung, die Arme und Beine bedeckt.
  • Vermeidung von Orten, an denen sie sich vermehren (feuchte und heiße Orte).
  • Anbringen von Moskitonetze an Fenstern.
  • Verwendung von Insektiziden und Mückenschutzmitteln. Repellentien sind chemische Substanzen, die anders als Insektizide wirken, da sie Mücken nicht abtöten, sondern ihre Rezeptoren stören und sie so daran hindern, uns zu riechen und zu stechen. Ultraschall scheint keine Stechmücken zu vertreiben.

Wer seinen Spanien-Urlaub im Sommer ohne die lästigen Mücken genießen möchte, sollte sich also entsprechend schützen - trotz aller Vorsichtsmaßnahmen ist es aber nahezu unmöglich, die Plagegeister komplett zu vermeiden. Wenn man dennoch gestochen wurde und eine Entzündung auftritt, empfiehlt es sich, die Stelle zu desinfizieren und eine antibiotische Creme aufzutragen. Bei starken Entzündungen oder Auftreten von Schwindel oder Fieber sollte ein Arzt aufgesucht werden. *costanachrichten.com, merkur.de und echo24.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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