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Im Visier des Finanzamts: Spanien führt Krypto-Steuerregelung ein

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Zwei Bitcoinmünzen auf Dollarscheinen
Für Kryptowährungen wie Bitcoin gelten in Spanien ab 2024 neue Steuerregelungen. © fabrikasimf auf Freepik

In Spanien gelten ab Januar 2024 neue Steuerregelungen für Krypto-Inhaber und -Händler. Die Steuerformulare 172, 173 und 721 sollen transparente Steuerdaten zu Kryptowährungen an die Behörden liefern.

Madrid - Ab Januar 2024 wird die Steuerbehörde Agencia Tributaria in Spanien beginnen, umfassende Informationen über alle Kryptowährungs-Transaktionen aus dem Jahr 2023 zu sammeln. Dies leitet eine Ära der verstärkten Transparenz und Kontrolle im Bereich der Kryptowährungen ein, wobei Vermittler verpflichtet werden, detaillierte Daten über Transaktionen zu liefern. Die Initiative zielt darauf ab, eine effektive Überwachung und Regulierung des schnell wachsenden Kryptomarktes sicherzustellen. Für den Staat bedeutet das die Aussicht auf weitere Steuereinnahmen.

Spaniens neue Krypto-Steuerregelung: Neue Informationspflichten für Krypto-Inhaber und -Händler

Bisher wurden Kapitalgewinne und -verluste aus dem Kryptohandel in Spanien über die Einkommensteuererklärung (IRPF) gemeldet. Ab 2024 aber werden Krypto-Inhaber und -Händler zusätzliche Informationen durch neue Steuerformulare (172, 173, 721) an das spanische Finanzamt liefern müssen. Diese Formulare sollen zwischen dem 1. und 31. Januar 2024 eingereicht werden, wobei für das Formular 721 eine Frist bis zum 31. März besteht. Zur Abgabe dieser Erklärungen sind alle Personen und Einrichtungen verpflichtet, die als Vermittler fungieren oder Dienstleistungen zur Verwaltung kryptografischer Schlüssel sowie zum Umtausch zwischen virtuellen und Fiat-Währungen bereitstellen.

Drei essenzielle Steuerformulare sind für Krypto-Inhaber und -Händler in Spanien ab 2024 einzureichen:

Diese Steuerformulare sind entscheidend für die Bereitstellung detaillierter und transparenter Daten über Kryptowährungsbestände und -transaktionen an die spanischen Steuerbehörden und ein Schlüsselaspekt zur Sicherstellung einer effizienteren Besteuerung von Kryptowährungen. Allgemein verschärft Spanien die Überwachung von Finanztransaktionen - vom Bargeld bis zur klassischen Überweisung.

Spaniens neue Krypto-Steuerregelung: Progressive Besteuerung und verstärkte Überwachung

Die neuen Steuererklärungen bieten dem Finanzamt in Spanien zusätzliche Einblicke in Kryptowährungs-Aktivitäten, ohne die Steuerlast über die bestehende Einkommensteuer und gegebenenfalls Vermögenssteuer hinaus zu erhöhen. Kapitalgewinne aus Kryptowährungs-Transaktionen fallen unter die Kategorie der Zinserträge und sind progressiv besteuert. Die gestaffelten Steuersätze beginnen bei 19 Prozent für Gewinne bis zu 6.000 Euro, steigen auf 21 Prozent für Gewinne zwischen 6.000 und 50.000 Euro, 23 Prozent für Gewinne zwischen 50.000 und 200.000 Euro, 27 Prozent für Gewinne zwischen 200.000 und 300.000 Euro, und schließlich 28 Prozent für Gewinne, die 300.000 Euro überschreiten.

In den letzten Monaten des Jahres 2023 versandte die spanische Steuerbehörde einen Info-Brief an Steuerzahler, die mit Kryptowährungen zu tun haben, indem sie auf die „neue Meldepflicht für Kryptowährungen im Ausland“ (Steuerformular 721) hinweist. Die Einreichung muss elektronisch über das Internet unter Verwendung eines elektronischen Zertifikats (certificado electrónico) oder eines DNIe, bei natürlichen Steuerpflichtigen alternativ über das Cl@ve-System erfolgen.

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