Eine Zecke sitzt auf der Haut eines Menschen.
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In Spanien gibt es immer mehr Zecken. Wer eine auf der Haut entdeckt, sollte sie gründlich entfernen.

Gefährliche Krankheiten

Plagegeister im Sommer: Immer mehr Zecken in Spanien

  • Judith Finsterbusch
    VonJudith Finsterbusch
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Zecken fühlen sich in Spanien immer wohler – doch sie sind längst nicht die einzigen Plagegeister im Sommer. Verschiedene Insekten und Quallen haben jetzt Hochsaison.

Valencia – Bislang waren Zecken in Spanien vor allem ein Problem von Hunden. Menschen hatten dagegen im Sommer eher mit Mückenplagen zu kämpfen. Doch seit einiger Zeit weisen immer mehr Hausärzte darauf hin, dass die Zahl von Patienten, die mit Zeckenbissen in ihre Praxis kommen, zunimmt. Jetzt warnt auch der Verband der spanischen Unternehmen für Umweltgesundheit, Anecpla, vor einer Ausbreitung von Zecken.

Zecken
StammGliederfüßer (Arthropoda)
KlasseSpinnentiere (Arachnida)
UnterstammKieferklauenträger (Chelicerata)
UnterklasseMilben (Acari)

Zecken in Spanien: Über 20 verschiedene Arten

Anecpla spricht von 20 verschiedenen Zecken-Arten, die sich in Spanien ausgebreitet haben und mitunter gefährliche Krankheiten übertragen können. Schuld daran ist – wieder einmal – der Klimawandel: „Durch die höheren Temperaturen sind die Zecken über mehrere Monate aktiv und können sich in Spanien mittlerweile ähnlich gut entwickeln wie in Afrika. Deshalb nimmt die Zahl der Zecken in den letzten Jahren kontinuierlich zu“, heißt es in einer Pressemitteilung von Anecpla.

Zu den gefährlichen Krankheiten, die Zecken übertragen können, gehören unter anderem das Krim-Kongo-Fieber, Lyme-Borreliose oder Gehirnentzündung. „Das Krim-Kongo Fieber ist in Afrika endemisch. Bis vor einigen Jahren war Spanien frei von dieser Krankheit. 2013 gab es den ersten Fall, und seitdem wurden neun betroffene Personen registriert, drei von ihnen starben – allesamt, nachdem sie von einer Zecke gebissen wurden“, erklärt Anecpla-Direktorin Milagros Fernández de Lezeta.

Achtung am Strand in Spanien: Auch hier leben Zecken

Zecken leben vor allem in ländlichen Gebieten, wo es ausreichend Vegetation und Tiere gibt. Vorkommen können sie aber auch in Parks, Gärten, an Pools – und sogar an den Stränden in Spanien. Auch für Tiere können Zecken gefährlich werden, sie übertragen unter anderem Babesiose und Ehrlichiose, auch Zeckenfieber genannt. Hundebesitzer sollten das Fell ihrer Tiere deshalb nach jedem Spaziergang gründlich auf Zecken absuchen.

Um sich vor Zeckenbissen in Spanien zu schützen, empfiehlt Anecpla, im Freien möglichst lange Kleidung zu tragen – vor allem bei Spaziergängen in der Nähe von hohen Gräsern. „Am besten ist es, so wenig freie Haut wie möglich zu zeigen“, sagt Fernández de Lezeta. Wer sich im Freien aufgehalten hat, sollte anschließend Haut und Haare genau auf Zecken absuchen. Lieblings-Stellen von Zecken sind am menschlichen Körper übrigens die wärmsten Orte: Achseln, Hals, Taille und Kopf.

Zecken entfernen: Ganzes Tier mit der Pinzette erwischen

Wer eine Zecke bei sich oder seinem Haustier entdeckt hat, sollte diese vorsichtig mit einer Pinzette entfernen und darauf achten, dass das ganze Tier aus der Haut gezogen wird. „Wenn Reste des Tieres in der Haut bleiben, kann es danach zu Reaktionen kommen“, warnen etwa Experten aus dem Hospital General in Valencia in einer Pressemitteilung der valencianischen Landesregierung.

Zecken sind längst nicht die einzigen Plagegeister, die Touristen und Einheimischen den Sommer in Spanien vermiesen können. Neben gefährlichen und giftigen Tieren im Meer kommt es in den heißen Monaten oft zu unangenehmen Begegnungen mit verschiedenen Insekten und Arthropoden. In der Region Valencia etwa haben die Gesundheitszentren bislang dieses Jahr knapp 8.700 Patienten mit Stichen oder Bissen behandelt. Das sind zwar weniger als im gleichen Zeitraum 2020 (11.800 Patienten) und 2019 (39.500), was allerdings laut Landesregierung an den Corona-Maßnahmen und der damit verbundenen Einschränkung der Bewegungsfreiheit liege.  Die meisten Bisse und Stiche registrieren die Ärzte im Sommer: Drei von vier Vorfällen ereignen sich zwischen Juni und September.

Mücken, Wespen, Bienen: Sommer ist Zeit für Insektenstiche

Am häufigsten – aber auch am ungefährlichsten - sind in Spanien Insektenstiche durch Kriebelmücken, Stechmücken, Wespen und Bienen. Normalerweise lässt der Juckreiz oder Schmerz nach spätestens 24 bis 72 Stunden von alleine nach, meist ist keine Behandlung nötig. Zum Arzt sollten Betroffene aber gehen, wenn eine heftige Hautreaktion vorliegt, wenn der Stich sich im Laufe der nächsten Tage verschlechtert, wenn Reaktionen an Körperstellen auftreten, die sich nicht unmittelbar an der Einstichstelle befinden, oder wenn Betroffene Atemnot bekommen. Dann ist unter Umständen eine Behandlung mit Kortikosteroiden, Antihistaminikum oder Antibiotika nötig, heißt es von den Experten aus Valencia.

Was also tun nach einem Insektenstich oder –biss? Zunächst einmal kühlen, empfehlen die valencianischen Ärzte. „Dabei sollte der direkte Kontakt von Eis mit der Haut vermieden werden“, heißt es in der Pressemitteilung der valencianischen Landesregierung. So wird die Entzündung gehemmt. Wer in Spanien allerdings nicht von Insekten gestochen oder gebissen wird, sondern beim Schwimmen im Meer Quallen oder einem Petermännchen begegnet, sollte die betroffene Stelle nicht kühlen, sondern eher Wärme anwenden. „Das Gift von Meerestieren wird bei 40 bis 45 Grad gehemmt“, so die Erklärung der Experten. Wer eine schmerzhafte Begegnung mit Quallen hatte, sollte zuerst versuchen, die Tentakeln von der Haut loszuwerden. Dabei hilft es, die betroffene Stelle ins Meerwasser - nicht Süßwasser! - zu tauchen oder mit Meerwasser abzuwaschen.

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