Ortsungebunden arbeiten als neues Konzept

Vorbereitungen für das Leben als digitaler Nomade

Da die Impfquoten rasch steigen, scheinen Reisen inner- und außerhalb Europas wieder in Reichweite zu sein. Wir alle kennen einige glückliche Menschen, die seit Beginn der Pandemie im Ausland waren. Manche nicht freiwillig, aber viele haben es geschafft, an Ziele wie die spanischen Küsten oder die Karibik zu fliehen.

Diese Menschen werden auch als „digitale Nomaden“ bezeichnet. Genauer gesagt sind digitale Nomaden Menschen, die nicht an einen bestimmten Ort gebunden sind und die Technologie nutzen, um ihre Arbeit zu verrichten und einen nomadischen Lebensstil zu führen. Dieses Konzept setzt sich immer mehr durch, vor allem als Folge der Pandemie. Mehr denn je wollen die Menschen alles tun, damit sie sich diesen Lebensstil leisten können. Vor diesem Hintergrund haben wir eine Checkliste mit Vorbereitungen erstellt, die vor der Abreise getroffen werden müssen, wie die Beantragung eines Visums.

Dank digitaler Technologie kann auch der Balkon zum Arbeitsplatz werden.

Identifizierung Ihrer Fähigkeiten

Als Erstes müssen Sie herausfinden, welche Fähigkeiten Sie haben, die Sie online nutzen können. Natürlich müssen Sie tippen können und mit einem Computer und dem Internet umgehen können. Die gute Nachricht ist, dass die meisten Menschen heutzutage bereits über diese Fähigkeiten verfügen. Sie können Ihre Chancen auf einen besser bezahlten Fernarbeitsplatz erhöhen, indem Sie auf den Kenntnissen und Fähigkeiten aufbauen, die Sie während Ihres Studiums oder Ihrer früheren Tätigkeit erworben haben.

Zu den für die Fernarbeit häufig gefragten Qualifikationen gehören Schreiben, Marketing, Design oder Computertechnik. Entwickler können sich nach Jobs im Bereich Webdesign umsehen. Auch der Sprachunterricht (online oder persönlich) wird immer häufiger angeboten.

Die meisten digitalen Nomaden beginnen damit, Remote-Jobs oder freiberufliche Aufträge zu finden, die es ihnen ermöglichen, ein Einkommen zu erzielen. Sobald Sie sich eine erste Einnahmequelle geschaffen haben, müssen Sie entscheiden, ob Sie diese Einnahmequelle zu einem größeren Unternehmen ausbauen wollen oder ob Sie einfach mehrere ähnliche Jobs finden wollen, um mehr Geld zu verdienen. Auch hier gilt, dass es keinen bestimmten Weg zum digitalen Nomaden gibt. Ihre Situation hängt von Ihren Fähigkeiten und Kenntnissen ab, aber auch von Ihrer Bereitschaft, den Sprung zu wagen, Risiken einzugehen und vielleicht sogar zu scheitern.

Treten Sie einer Gemeinschaft von digitalen Nomaden bei

In Foren und Facebook-Gruppen können Sie leicht Kontakt zu Gruppen von Nomaden aufnehmen, die Sie interessieren, oder bestimmte Personen um Rat fragen. Zum Beispiel diese Gruppe von digitalen Nomaden in Spanien. Sie bietet Ihnen Zugang zu Gleichgesinnten, die Ihnen helfen können, wenn Sie sich verloren fühlen. Sie können sogar neue Fähigkeiten von Community-Mitgliedern erlernen oder Ratschläge zur Online-Arbeit oder zur Wahl eines neuen Standorts erhalten.

Werden Sie Freiberufler in Ihrer Freizeit

Wenn Sie Ihre derzeitige Erfahrung (noch) nicht für Online-Arbeiten nutzen können und das Geld aus Ihrem derzeitigen Job brauchen, können Sie in Ihrer Freizeit freiberuflich arbeiten. Sie brauchen nicht viel Geld für den Anfang, also wählen Sie eine einfache Fähigkeit für den Anfang und lernen Sie mehr, um besser zu werden.

In Australien beispielsweise müssen viele Unternehmen Mitarbeiter auf Teilzeit- oder Freiberuflerbasis einstellen. Sie geben die Stellenbeschreibung, die verfügbare Zeit und das Budget in Stellenbörsen bekannt. Dann können Freiberufler in aller Welt, die ein Profil auf diesen Websites haben, die Anzeige sehen und entscheiden, ob sie sich auf die Stelle bewerben wollen oder nicht. Wenn sie sich bewerben, setzen sie sich über die betreffende Website mit dem Unternehmen in Verbindung und schicken ihr Portfolio und ein Anschreiben, in dem sie erklären, warum sie für die Stelle geeignet sind. Nach Prüfung des Anschreibens und des Portfolios des Freiberuflers entscheidet das Unternehmen, ob er oder sie geeignet ist, woraufhin die Akte abgeschlossen wird und die Person wie jeder andere Freiberufler arbeiten kann. In der Regel verlangen diese Websites einen kleinen Prozentsatz der Provision auf das vereinbarte Honorar für die Arbeit.

Innerhalb des Schengen-Raums eröffnen sich viele Möglichkeiten.

Vorbereitungen vor der Abreise

Der nächste wichtige Aspekt, den es zu berücksichtigen gilt, ist die Frage, wie man langfristig im Lande bleiben kann. Viele schaffen es, langfristig zu bleiben, indem sie einen Arbeitgeber finden, der sie sponsert, so dass sie mit einer befristeten Stelle beginnen können. Andere entscheiden sich für ein Studium. Diese Entscheidung zu treffen, kann jedoch Zeit in Anspruch nehmen. Daher ist es ratsam, ein potenzielles Land mit einem Touristenvisum zu besuchen, um mehr über die Möglichkeiten vor Ort zu erfahren.

Deutsche können innerhalb des Schengen-Raums reisen und somit problemlos als Digitale Nomaden in Spanien arbeiten. Für Länder außerhalb Europas kann jedoch ein Visum erforderlich sein. Einige Länder haben Abkommen mit Deutschland geschlossen, die es deutschen Staatsbürgern erlauben, dorthin zu gehen und eine Arbeit aufzunehmen, ohne zuvor die Erlaubnis eines Arbeitgebers einzuholen. Zum Beispiel können deutsche Staatsbürger mit einem Working Holiday Visa Australia (WHVA) in Australien arbeiten. Deutsche können bis zum Alter von 31 Jahren teilnehmen. Bitte vergewissern Sie sich, dass Sie die Bedingungen für die Einreise nach Australien oder für jedes andere Land, das Sie besuchen möchten, im Voraus gelesen haben. 

Wenn dies alles erledigt ist, können Sie sofort mit der Arbeit beginnen. Für alles andere ist es die beste Lösung, so viel wie möglich mit den Einheimischen zu sprechen. Die Ratschläge, die Sie zur Eröffnung von Bankkonten, zur Registrierung als Selbständiger oder zur Gründung eines Unternehmens erhalten, sind immer sehr spezifisch für das Land und sogar die Region, in der Sie sich befinden. Dieser spezielle Rat kann also nur vor Ort erteilt werden. Aber das ist doch das Schöne daran, oder?

Rubriklistenbild: © airfocus

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