Wenn die Nacht zum Tag wird

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Foto: Ángel García

Alicante – at. Wer kennt das nicht: Man liegt im Bett und kann nicht einschlafen. Die Gedanken beginnen zu kreisen. Um die Kinder, den Job, die Gesundheit, um Geldprobleme und andere Sorgen. Man wälzt sich hin und her, denkt daran, dass morgen um halb sieben der Wecker klingelt und der Körper bis dahin mindestens sechs oder sieben Stunden schlafen sollte. Also bitte, Augen zukneifen und schnell wegdösen, sonst steht man den nächsten Tag nicht durch.
All das sind Gedanken, die in einer verhängnisvollen Spirale enden. Und die die schlechteste Voraussetzung bilden, um den so bitter nötigen Schlaf zu finden. „Wer nicht einschlafen kann oder nachts aufwacht, verhält sich oft kontraproduktiv“, sagt Paula Giménez. Die auf Schlafmedizin spezialisierte Ärztin leitet die „Unidad del Sueño“ (Schlafeinheit) an der Clínica Vistahermosa in Alicante, in der Schlafstörungen diagnostiziert und behandelt werden.
Es bringe weder etwas, ins Bett zu gehen, wenn man noch nicht müde ist, noch sei es sinnvoll, nach dem unfreiwilligen nächtlichen Aufwachen wach im Bett liegen zu bleiben, sagt sie. „Das führt nur zu Angstzuständen. Es ist dunkel und still und das Gehirn erhält keine Anreize. Trotzdem funktioniert es und man beginnt, über alles mögliche nachzudenken.“
Stattdessen empfiehlt sie für solche Situationen, aufzustehen und etwas Langweiliges, Monotones, Entspannendes zu tun. Zum Beispiel ein Buch zur Hand zu nehmen. „Auf keinen Fall sollte man die nächtliche Wachzeit für anstehende Arbeiten nutzen“, sagt sie. „Die Nacht ist zum Schlafen da.“
Und entsprechend sollte der Körper auf diese Ruhepause vorbereitet werden. Bei vielen gleicht sie allerdings einem Sprung ins kalte Wasser und soll möglichst wie auf Knopfdruck funktionieren. Bis zum letzten Moment werden noch Dinge erledigt, vorbereitet, abgearbeitet. „Unser aktueller hektischer Lebensstil mit den vollgepackten Tagen führt oft zu Schlafproblemen“, sagt Giménez. „Wir kommen spät von der Arbeit nach Hause, wo dann noch Erledigungen im Haushalt und mit den Kindern auf uns warten.“ Doch wer bis zum Schlafengehen im Stress ist, könne auch im Bett nicht abschalten.

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