Zuletzt vor 800 Jahren

Wetter in Spanien lässt Himmelsphänomen leuchten - „Stern von Bethlehem“ am 21. Dezember

  • vonStefan Wieczorek
    schließen

Spanien hat am 21. Dezember den „Stern von Bethlehem“ gesehen. Das Wetter an der Küste erlaubte am Montag die Sicht auf die helle Einheit von Saturn und Jupiter. Zuletzt gab es das vor 800 Jahren.

  • Vor Weihnachten gibt es ein Himmelsphänomen zu erleben. Am 21. Dezember wurden Saturn und Jupiter eins.
  • Das Wetter scheint in Alicante bis Almería die Sicht auf das Himmelsphänomen zu erlauben.
  • Astronomen seit Johannes Kepler vermuten, dass der Stern von Bethlehem das gleiche Himmelsphänmen war.

Alicante - Kurz vor Weihnachten hat der Himmel ein sehr seltenes Phänomen geboten, laut einigen Medien gar die Neuauflage des „Sterns von Bethlehem“. Am 21. Dezember verschmolzen zwei Himmelskörper zu einer strahlenden Einheit. Die Planeten Saturn und Jupiter sind die beiden Punkte, die sich in den letzten Tagen immer näher kamen. Dass sie von der Erde aus gesehen zum hellen „Stern“ wurden, liegt daran, dass Jupiter vor dem doppelt so weit von uns entfernten Saturn vorüberzieht. In Spanien hat das Wetter die Sicht auf das Himmelsphänomen erlaubt, und zwar am Montagabend von etwa 18.30 bis 20 Uhr.

Himmelsphänomen am 21. Dezember: Wetter in Spanien lässt „Stern von Bethlehem“ scheinen

Gute Nachricht für unsere Leser von Alicante bis Almería. Das Himmelsphänomen am 21. Dezember war in den Regionen Valencia, Murcia und Andalusien gut zu sehen. Das Wetter bot am Monatgabend entlang der Mittelmeerküste wenige Wolken, die Chancen auf Regen standen laut „MeteOrihuela“ und anderen Wetterdiensten bei Null. In Spanien mussten wohl nur Madrid und der Westen wie Salamanca und Vigo ohne den „Stern von Bethlehem“ auskommen. Hier waren Wolken und Niederschläge angekündigt. Schade! Denn das Phänomen kommt alles andere als oft vor.

Zuletzt hatte es das Himmelsphänomen im Mittelalter gegeben, allerdings schienen Saturn und Jupiter nicht an Weihnachten gemeinsam, sondern bei Morgengrauen des 4. März 1226. Lange her also. In jenem Jahr wurde in Spanien etwa in Toledo der Grundstein der aus unserer Sicht so alten Kathedrale gelegt. Und in Andalusien würden 1226 noch über 250 Jahre lang die Mauren regieren. Zu einem besonders weihnachtlichen Anlass soll die seltene Konstellation jedoch vor zwei Jahrtausenden am Himmel erschienen sein.

Himmelsphänomen am 21. Dezember: Wetter lässt in Spanien „Stern von Bethlehem“ scheinen

Im Jahre sieben vor Christus gab es der Wissenschaft zufolge dieses Himmelsphänomen nämlich auch. Seit Johannes Kepler (*16. Jahrhundert) vermuten Astronomen daher, dass die Konstellation von Jupiter und Saturn den „Stern von Bethlehem“ hervorbrachte. Also jenen Himmelskörper, der gewisse drei Weisen aus dem Orient zum Aufbruch ins Unbekannte bewegte. (Szene aus christlichem Kurzfilm über die Weihnachtsgeschichte)

Allerdings ist bis heute umstritten, ob es den „Stern von Bethlehem“ aus der biblischen Geschichte in Wirklichkeit überhaupt gab. Am Monatagabend, 21. Dezember, jedoch war das Himmelsphänomen definitiv zu sehen. Nicht lange, von 18.30 bis 20 Uhr, in südwestlicher Richtung. Das Wetter war in den meisten Teilen Spaniens gut. Doch um die strahlende Einheit zu sehen, empfahl es sich, die Stadt zu verlassen und sich einen Punkt mit wenig künstlichem Licht zu suchen. An der Costa Blanca haben wir für Sie Aussichtspunkte aufgelistet, die sie für die Beobachtungen dieser Art nutzen können. Das nächste Mal verschmelzen Saturn und Jupiter übrigens nicht erst in 800 Jahren, sondern schon 2080 wieder zu einem hellen Himmelsobjekt.

Sie sind an kosmischen Phänomenen und Spanien interessiert? Dann lesen Sie auch gerne über das Schauspiel der Sonne mit dem durchlöcherten Berg im Vall de Gallinera, das jedes Jahr zweimal stattfindet.

Rubriklistenbild: © Ángel García

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare