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Klima-Extreme in Spanien

Hitze-Alarm in Spanien: Mehrere Tage über 40 Grad - „Bald 50 Grad denkbar“

  • Marco Schicker
    VonMarco Schicker
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Hitzewelle als Normalzustand: Orange und gelbe Warnstufen gelten für fast ganz Spanien, dabei sind wir noch im Juni. Warnung vor extremer Hitze gibt es in Andalusien, Kastilien, Balearen, Extremadura, Aragón und Katalonien sowie in Madrid, aber diesmal auch an der Costa Blanca. Ein Wetterexperte hat keine guten Nachrichten.

Alicante/Málaga - Es ist die früheste sommerliche Hitzewelle in Spanien seit 1950. Tageshöchsttemperaturen von über 40, stellenweise 43 bis 45 Grad und Rekorde bis über 47 Grad werden für mehrere Tage unter anderem für große Teile der Extremadura, Castilla-La Mancha und Castilla y Leon sowie das Binnenland von Andalusien, vor allem das Tal des Guadalquivir mit den Großstädten Córdoba und Sevilla vorhergesagt.

Zum Thema: Dutzende Waldbrände in Spanien schon im Juni.

Warnung vor extremer Hitze in Spanien, nicht nur im Binnenland, auch an den Küsten

Doch auch in den "gelben" Landesteilen von Spanien sprechen die Meteorologen von Temperaturen, die zum Teil zehn bis 12 Grad über dem langjährigen Schnitt für Mitte Juni liegen, und von 35 bis knapp über 40 Grad reichen: in Teilen von Valencia, natürlich Murcia, aber auch die Hauptstadt Madrid sowie Teile des Valle del Ebro in Aragón bzw. Katalonien. Zu den ohnehin schon hohen Temperaturen kommen zudem thermische Phänomene wie der "terral" hinzu, die die subjektive Hitzeempfindung erhöhen.

„Heat Map“ der Hitzewelle in Spanien, die seit Samstag, 11. Juni über dem Land liegt. Bis Donnerstag ist keine Erleichterung in Sicht.

Das staatliche spanische Wetteramt Aemet hat daher für weite Teile Spaniens die zweithöchste, also die orange sowie in anderen Teilen die gelbe Unwetterwarnung für anhaltend hohe Temperaturen ausgerufen. Die Warnungen gelten seit diesem Wochenende, mindestens bis Donnerstag, 16. Juni und wurden bis Samstag, 18. Juni erweitert. Ab Sonntag soll es etwas Erleichterung durch Abkühlung geben.

Raus aus der Sonne: Bei Hitzewelle in Spanien besonders auf ältere Menschen und Kinder sowie Tiere achten

Damit verbunden ist die Warnung vor langen Aufenthalten im Freien für alle, gar Sport oder Arbeit unter freiem Himmel, vor allem in den Mittags- und Nachmittagsstunden. Besonderes Augenmerk ist auf Kinder und ältere Personen zu legen, die sich gut hydrieren müssen und die Sonne zu meiden haben. Außerdem steigt das Walbrandrisiko enorm, - an der Costa del Sol gab es bereits jetzt im Juni einen katastrophalen Waldbrand mit Charakteristiken, die sonst erst im Spätsommer zu beobachten sind. Wild- wie Haustiere leiden ebenfalls und bedürfen besonderer Aufmerksamkeit. Auch sind aufgrund der hohen Tiefsttemperaturen von zum Teil über 23 Grad Maßnahmen erforderlich, um erholsamen Schlaf zu ermöglichen. Mehrere Lehrergewerkschaften forderten ein „hitzefrei“ für die letzte Schulwoche in Spanien, diese Hitze sei „weder Lehrern noch Schülern zumutbar“.

Roter Alarm in Valencia: Teile der Costa Blanca betroffen

Hitzealarm auch in der Marina Alta für Montag, 13. Juni

Hitze-Alarm an Costa Blanca für Montag und Dienstag

Die Region Valencia mit der Costa Blanca ging noch einen Schritt über die Wetterwarnung der Agentur Aemet hinaus und ruft für Montag, 13. Juni, 26 Gemeinden der Comunidad Valenciana die „rote Alarmstufe wegen extremer Hitze“ aus. Und das nicht nur im Binnenland, sondern auch in Touristenorten der Marina Alta an oder unweit der Costa Blanca wie: Pego, Gandía, Oliva.

An der Costa del Sol sowie im Süden der Costa Blanca weht ein leises Lüftchen, dass die Tage zwar etwas erträglicher als im Inland machen wird, allerdings dürfte die Luftfeuchtigkeit manche Nacht in ein Dampfbad verwandeln. Für Andalusien wurden keinen gesonderten regionalen oder lokalen Warnungen ausgegeben, was 42 und 44 Grad in Sevilla, Jaén oder Córdoba bedeuten, ist dort wohlbekannt, nicht weniger als ein kleines Inferno.

Wetterexperte: Spanien könnte bald lebensgefährliche Hitze bis 50 Grad erleben

Der Sprecher des staatlichen Wetteramtes Rubén del Campo spricht von "außerordentlicher Hitze bis mindestens Mittwoch im ganzen Land". In einem Interview mit "La Vanguardia" schüttelt er über die Vorhersagen nur den Kopf: "42, 43 Grad im Tal des Guadiana (bei Badajoz) komme im Hochsommer schonmal vor, aber über 40 Grad in Madrid oder in Lleida und Zaragoza Mitte Juni" seien "völlig aus der Reihe".

„In den vergangenen 12 Jahren erlebten wir mit dieser jetzigen sechs Hitzewellen dieses Ausmaßes im Juni, in den 35 Jahren davor waren es nur fünf.“ Die Tendenz weise zudem darauf hin, dass „Spanien auf dem Weg ist, über kurz oder lang auch die 50-Grad-Marke zu knacken“. Das sind tödliche Temperaturen. Doch das eigentliche Problem seien der Anstieg der Durchschnittstemperaturen, der alle Lebensbereiche beeinflusse.

Zum Thema: Frühe Hitzewelle tötet tausende Mauersegler in Spanien.

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