Auf der Flucht

300 Migranten an Melillas Grenze: 30 überwinden den Zaun, ein Flüchtling stirbt

  • vonStella Kirchner
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300 Migranten aus der Subsahara haben am Donnerstag gegen 6.30 Uhr versucht, den Grenzzaun zwischen Marokko und dem spanischen Melilla zu überwinden. Ein Mensch starb beim Versuch, Europa zu erreichen.

  • 300 Flüchtlinge aus Ländern südlich der Sahara versuchten am Donnerstagmorgen, 20. August, ins spanische Melilla zu gelangen.
  • Ein Migrant starb beim Versuch, den Grenzzaun zu überwinden.
  • Im Vergleich zu 2019 schafften es dieses Jahr nur halb so viele Flüchtlinge, Europa über Melilla zu erreichen.

Melilla- Beim bisher größten Migranten-Ansturm des Jahres auf die spanische Nordafrika-Exklave Melilla ist ein Mensch ums Leben gekommen. Der Afrikaner sei am Donnerstag an natürlichen Ursachen gestorben, teilte die Vertretung des spanischen Innenministeriums in Melilla mit. Mit ihm versuchten 300 Menschen, vermutlich aus Ländern der Subsahara, von der marokkanischen Seite aus über den Grenzzaun die spanische Exklave Melilla zu erreichen.

MelillaSpanische Stadt an der nordafrikanischen Mittelmeerküste
Fläche12,3 km²
LandSpanien
Bevölkerung84.689 (2019) (Eurostat)

Melilla: 300 Flüchtlinge vor der Grenze, drei Polizisten und acht Migranten verletzt

Grenzpolizisten beider Länder gingen gegen die Flüchtlinge vor, dabei wurden drei Polizisten der Guardia Civil und acht Migranten leicht verletzt. Die Regierung der Autonomen Region betont, dass der Tote an „natürlichen Ursachen" und nicht etwa durch Schusswaffen getötet wurde. Etwa 30 Migranten sei es gelungen, auf die europäische Seite des Zaunes zu gelangen. Diese wurden in die alte Stierkampfarena von Melilla gebracht, wo sie für zehn Tage in Quarantäne bleiben werden, um eine Verbreitung des Coronavirus auszuschließen. Neben der Polizei waren auch Sanitäter vom Roten Kreuz im Einsatz, um die Verletzungen der Menschen zu versorgen, die sie sich bei ihrer gewagten Flucht zugezogen haben.

Melilla: 300 Flüchtlinge versuchen, die Grenze zwischen Marokko und Spanien zu überwinden.

Spanien hat in Nordafrika zwei Exklaven, die beide von Marokko beansprucht werden: Ceuta an der Meerenge von Gibraltar und das 250 Kilometer weiter östlich gelegene Melilla. In der Nähe beider Gebiete harren zehntausende Afrikaner auf eine Gelegenheit, in die EU zu kommen. Wegen der Coronavirus-Pandemie hatte Spanien, vor allem die Exklave selbst und das südspanische Andalusien einen harten Kurs in Sachen Grenzschutz gefahren. Die Regionalregierung gibt an, dass sich die Anzahl der Flüchtlinge, die über diesen Punkt Europa erreichten, sich um mehr als die Hälfte im Vergleich zum selben Zeitraum im Vorjahr reduziert hätte. Bisher gelang 1.212 Menschen die Flucht über die Exklave. Den größten Ansturm der letzten Zeit gab es im April, als mehr als 200 Migranten versucht hatten, nach Melilla zu kommen. (In Zusammenarbeit mit dpa)

Rubriklistenbild: © Europapress/ dpa

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