Ballungsgebiet Barcelona

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Zu viele Menschen auf zu wenig Raum: die katalanische Metropole Barcelona. Foto: Ángel García

Barcelona – hau. In Barcelona geht es eng zu: 16.338 Personen drängen sich in der katalanischen Metropole auf gerade mal einem Quadratkilometer. Und dabei ist das noch nicht mal der Rekord. Gleich zwei Satellitenstädte toppen die Bevölkerungsdichte der Landeshauptstadt noch – eine Entwicklung, die Stadtplanern so manches Kopfzerbrechen bereitet.
Am wenigsten Platz haben die Menschen in L’Hospitalet de Llobregat im Südwesten Barcelonas. In der 252.000-Einwohner-Stadt sind nach Angaben des Nationalen Statistikinstituts (INE) pro Quadratkilometer 18.515 Personen registriert – spanienweiter Rekord. Aber auch die Trabantenstädte Santa Coloma de Gramenet, Cornellà de Llobregat und Badalona haben die Gaudí-Metropole Barcelona zu der Region mit der höchsten Einwohnerdichte in Spanien gemacht. Weit vor dem Konkurrenten Madrid übrigens: In der 90.000-Einwohner-Stadt Coslada im Osten der Metropole tummeln sich zwar immer noch 7.237 Menschen pro Quadratkilometer – von den Rekordwerten aus Katalonien sind diese dennoch weit entfernt.
Soziale Brennpunkte
Eine zusätzliche Herausforderung stellt für die Stadtplaner unterdessen die soziale Struktur der Ballungsgebiete dar. Im Viertel La Florida in L’Hospitalet – doppelt so dicht besiedelt wie der US-Riese Manhattan – war im Jahr 2014 rund ein Drittel der Menschen im erwerbstätigen Alter arbeitslos und ohne Ausbildung, knapp 40 Prozent der Anwohner hatten einen Migrationshintergrund. Und nicht nur das: Auch der öffentliche Nahverkehr ist in den Trabantenstädten meist völlig überlastet, ganz zu schweigen von der steigenden Nachfrage nach Schulen und Gesundheitszentren.
„Menschen mit geringen Einkünften leben gewöhnlich in den am dichtesten besiedelten Regionen“, zitiert die Zeitung „El País“ den Wissenschaftler Sergi Porcel, der L’Hospitalet als eine der Gegenden Spaniens ausweist, in denen die Armut in den letzten Jahren am meisten gestiegen ist. Begonnen hatte das gewaltige Wachstum der Trabantenstädte unterdessen in den 1950er Jahren: Damals strandeten viele Spanier auf ihrer Flucht vor Armut in den großen Metropolen des Landes – ein Trend, den die Immigranten bis heute fortsetzen.
Auch Andalusien kann übrigens bei den bevölkerungsdichtesten Regionen Spaniens mithalten: Die Urlauberhochburg Fuengirola in der Provinz Málaga vereint pro Quadratkilometer 7.476 Einwohner – und rangiert damit immerhin noch auf Platz Neun des Rankings.

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