Ein Braunbär steht aufrecht zwischen Bäumen.
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Der Braunbär tappte mehrmals in die Kamerafalle.

Meister Petz tappt in Kamerafalle

Braunbär zurück in Galicien: Zum ersten Mal in 150 Jahren wieder in spanischer Region gesichtet

  • vonStephan Kippes
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Ein Braunbär ist erstmals nach 150 Jahren wieder in Galicien in Nordspanien gesichtet worden. Das Tier tappte in Kamerafallen einer Produktionsfirma, die im Naturpark O Invernadeiro dreht.

  • Im Naturpark O Invernadeiro in Galicien ist nach 150 Jahren wieder ein Braunbär gesichtet worden.
  • Kamerafallen eines Dokumentarfilms hatten den Bären eingefangen.
  • In den Pyrenäen haben mehrere Bären im vergangenen Jahr Vieh gerissen.

Villarino de Conso - Erstmals nach wohl 150 Jahren ist ein Braunbär in Galicien gesichtet worden. Das Männchen im Alter von drei bis fünf Jahren lief im Naturpark O Invernadeiro an den Kamerafallen der Produktionsfirma Zeitun Films vorbei, die dort Material für den Dokumentarfilm „Montaña ou Morte“ (Berg oder Tod) sammelt. Umweltexperten zufolge hat das Tier wahrscheinlich in dem Gebiet überwintert. In dem Video auf Youtube sieht man den Bären, wie er im Gras schnüffelt, Steine bei der Suche nach Nahrung umdreht und sich aufrecht stehend den Rücken an Bäumen reibt.

Der Braunbär gilt in Spanien als bedroht und steht seit 1973 unter Schutz. Seit Jahren gibt es Bemühungen von Tierschützern der Fundación Oso Pardo, das Überleben des Allesfressers zu sichern. Schätzungen zufolge gibt es 350 freilebende Exemplare, die im Gebirge Kantabriens vorkommen, das östlich von Galicien liegt. Erst in jüngerer Vergangenheit siedelte sich der Oso Pardo auch bei Lugo in der Sierra de O Courel an. Sporadisch fand man Spuren seiner Tatzen an der Nordspitze Portugals oder im Südosten Galiciens. So weit südlich wie dieser Bär wurde nach Angaben von „National Geographic“ seit 150 Jahren kein Exemplar des Ursus arctos mehr gesichtet. Auch in anderen Teilen Spaniens haben sich Tiere - begünstigt durch die Abwesenheit des Menschen während der Corona-Ausgangssperre - Lebensraum zurückerobert.

Braunbär Goiat reißt Schafe in Pyrenäen

Zuletzt machten Braunbären Ende Mai 2019 in Katalonien von sich reden. Braunbär Goiat treibt schon seit drei Jahren unter den Schafherden der Pyrenäen sein Unwesen. Er soll im Grenzgebiet zwischen Spanien und Frankreich bereits ein Schaf, ein Lamm, ein Fohlen – ja, in Frankreich sogar eine Stute und ein Schwein – gerissen haben.

„Es ist sehr ungewöhnlich, dass ein Bär ausgewachsene Pferde tötet, die teilweise 500 Kilogramm wiegen“, sagte der Präsident der Braunbär-Stiftung, Guillermo Palomero. Der Koloss soll mit Böllern und Gummigeschossen davon abgehalten werden, das Vieh der Landwirte zu reißen. In letzter Konsequenz droht ihm die Entfernung aus der Region. Palermo warnte davor, das 1996 gestartete Programm zur Wiederansiedelung von Bären generell in Frage zu stellen. Nach Angaben seiner Stiftung leben 49 in der Bergregion. Die Allesfresser ernähren sich in der Regel vegetarisch.

Goiat stammt ursprünglich aus Slowenien, war 2016 nach Katalonien umgesiedelt worden, um den Fortbestand der Braunbärpopulation zu sichern. Auch die just neu angesiedelte Claverina gilt als „Problembär“ und wird für den Tod von fünf Schafen in Navarra verantwortlich gemacht.

2006 machte Braunbär Bruno in Deutschland als „Problembär“ Schlagzeilen. Weil das Tier in bayerischer Siedlungsnähe plünderte, wurde es erschossen.

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