Wie ein Staatsbesuch: Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez und aktueller Katalonien-Chef Quim Torra. Fotos: dpa/EFE

Chronologie des Scheiterns

Spanien - ck. Die Separatisten in Katalonien wollen einen eigenen Staat bilden und sich von Spanien ...

Spanien - ck. Die Separatisten in Katalonien wollen einen eigenen Staat bilden und sich von Spanien trennen. Zwei Faktoren stehen dem Unterfangen entgegen: Nur die Hälfte der Katalanen befürwortet die Ablösung, und die Spanische Verfassung basiert auf der „unauflöslichen Einheit der spanischen Nation, dem gemeinsamen und unteilbaren Vaterland aller Spanier“. Allerdings ist die Reichweite der Autonomien nicht im Detail geregelt und ließe somit Spielraum. Tatsache ist, dass eine politische Lösung vernachlässigt oder durch Gerichtsbeschlüsse erschwert wurde. Dass die Hälfte der Bevölkerung die Ablösung will, war auch nicht immer so. Was ist geschehen in Spaniens wirtschaftlich einst stärkster Region, dass sie seit einem Jahrzehnt politisch, ökonomisch und sozial abbaut? Weshalb ist eine von Selbstbewusstsein geprägte Gesellschaft jetzt gespalten und fühlt sich von Madrid oder von ihren eigenen Leuten erniedrigt? In den Jahren des demokratischen Übergangs von der Diktatur zu einer gefestigten Demokratie regiert von 1980 bis 2003 Jordi Pujol Katalonien. Mit dem gemäßigten katalanischen Parteienbündnis aus Convergència y Unió (CiU) stützt er die Regierungen des Sozialisten Felipe González wie die des Konservativen José María Aznar. Heute wird der molt honorable Pujol samt seiner Familie der jahrzehntelangen Korruption angeklagt. Ihm folgt 2003 bis 2006 der Sozialist Pasqual Maragall, der CiU erstmals nach dem Ende der Diktatur in die Opposition schickt. Barcelona hat sich längst als moderne Hauptstadt, die der Region zu Ansehen und Selbstbewusstsein verhilft, behauptet. „Wenn es Barcelona gut geht, geht es Katalonien und Spanien gut“, so Maragall. 2006 bis 2010 setzt der in Andalusien geborene Sozialist José Montilla diesen Weg fort. Dann kommt 2010 bis 2016 Artur Mas (CiU), politischer Zögling von Pujol, und mit ihm das Aufleben alter nationalistischer Gefühle und Ressentiments gegen Madrid aus verschiedenen Gründen.

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